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Referat IV/6 Altstipendiaten
Prof. Hans-Peter Niedermeier
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Virtualität - Chancen und Risiken digitaler Möglichkeiten
Digitale Techniken greifen in das Privatleben des Einzelnen ein und lassen die Grenzen zwischen öffentlicher und privater Dimension schwinden. Sie sind sowohl ein „Reich ungeahnter Möglichkeiten“ als auch Einschränkung individueller Lebensentfaltung.
Im Rahmen der gemeinsam vom Institut für Begabtenförderung und den Sprechern der CdAS-Fachgruppen Geisteswissenschaften und Medien, Prof. Dr. Thomas Schärtl und Simon Rehak, organisierten Fachtagung „Virtualität“ diskutierten Stipendiaten und Altstipendiaten vom 8. bis 10. Juni 2012 die Herausforderungen der virtuellen Welt. Referenten verschiedener Fachrichtungen beleuchteten die Herausforderungen, die die Medienentwicklung an Konsumenten und Produzenten stellt, aus verschiedenen Perspektiven.
„Sie müssen das Netz beobachten“, appellierte der Abgeordnete und medienpolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Eberhard Sinner, der sich der Kommunikation im Internet intensiv widmet. Für ihn ist der Umgang mit sozialen Netzwerken Teil des politischen Arbeitens. Er ist sich der Problemstellungen in diesem Bereich bewusst, wirbt aber dafür, die Potenziale der neuen Medien auszuschöpfen. Ziel sei es, Botschaften und Werte zu vermitteln und das Interesse der Bürger an der Politik zu wecken. Es sei wichtig, Bewegungen und Bürgermeinungen im Netz wahrzunehmen und auf sie einzugehen. Die Teilhabe des Bürgers an der Ausgestaltung der Politik setze voraus, dass er von Seiten der Politik wertgeschätzt werde.
Über Partizipation sprach auch Richard Gutjahr. Der BR-Journalist und Blogger nimmt Impulse und Ideen aus der Gesellschaft auf und verbreitet sie öffentlich. Im Bayerischen Rundfunk hatten Zuschauer jüngst über vier Wochen hinweg die Gelegenheit, im Rahmen der von Gutjahr initiierten „Rundshow“ deren Sendeverlauf über das Internet zu kommentieren. Gutjahr stellt das Konzept als Experiment mit zukünftigen Medienformaten vor. Die Kombination aus Fernsehen und Internet erlaube mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten. „Da sind Menschen wie du und ich, die einfach Lust haben, über etwas zu schreiben“, wirbt Gutjahr. Man könne sich das Informationsangebot in Zukunft zunehmend selber zusammenstellen. Doch auch der klassische Journalismus würde überleben.
In einem Vortrag zur Technospiritualität zeigte Theologie-Professor Klaus Müller von der Universität Münster auf, dass die Überhöhung der Technik nicht nur in Gegenwart und Zukunft, sondern bereits in der Vergangenheit in Wechselwirkung mit den gesellschaftlichen Wertvorstellungen stand. Die Macht von Maschinen über den Menschen habe in Science-Fiction und Literatur stets eine Rolle gespielt und es gäbe theologische Bezugnahmen. So sei die Internetbegeisterung, die man als „Sehnsucht nach globaler Weltkommunikation“ verstehen könne, vergleichbar mit dem Pfingstfest als „Wegfall aller Trennungen“.
Philosophie-Professor Uwe Voigt, Universität Augsburg, versuchte, die Stränge und Verflechtungen zu entwirren und eine Trennlinie zwischen Virtualität und Realität zu ziehen. Unter dem Titel „Sein oder Schein? Zur Ontologie virtueller Objekte“ führte er schnell selbstgemachte Illusionen vor Augen. Wie die anderen Referenten gab er eher Denkanstöße als abschließende Antworten.
Aus einem Bericht von Hannah Schepers

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