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Referat IV/2 Hochschulförderung (HAW) und Promotionsförderung
Dr. Rudolf Pfeifenrath
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Werteorientierung und Wertevermittlung in der modernen Gesellschaft
Abschlussveranstaltung des Promotionskollegs
Am 17. Oktober 2012 wurde das gemeinsam mit der Pädagogik der Katholischen Universität Eichstätt- Ingolstadt ins Leben gerufene Promotionskolleg nach ca. dreijähriger Laufzeit im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung offiziell beendet. Unter der Betreuung von Prof. Dr. Klaudia Schultheis und Prof. Dr. Elmar Anhalt beschäftigten sich zwölf Promotionsstipendiaten aus verschiedenen Fachrichtungen mit der Fragestellung, ob - und wenn ja unter welchen Bedingungen - Werte heute noch für die moderne Gesellschaft Relevanz besitzen (können).
Der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Prof. Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair, thematisierte in seiner Begrüßungsrede das besondere Spannungsverhältnis von Werten und Europa und wies auf das Phänomen hin, wonach man gesellschaftlich zwar von Werten spricht, diese jedoch nicht klar benannt oder umfassend definiert werden können. Dabei fußen sie doch auf der europäischen, abendländisch-jüdisch-christlichen Tradition. Seinerzeit als Vorbild für die ganze Weltgemeinschaft definiert steht dieses europäische Gedankengut von ca. 0,5 Mrd. Europäern aktuell mit Wertvorstellungen von ca. 6,5 Mrd. Menschen aus anderen Kulturkreisen, Traditionen und Religionsgruppen im Wettstreit.
Durch den erkennbaren Werteverlust bzw. das Wertevergessen haben sich heute – wie der Vizepräsident der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, Prof. Dr. Dr. Manfred Brocker, in seinem Grußwort bemerkte - zwei gegensätzliche Kompensationsmuster entwickelt: Der Hang zur Beliebigkeit von Werten auf der einen Seite, oder aber ein fundamentalistisch eingeforderter und radikal durchgesetzter normierter Wertekatalog auf der anderen Seite.
Im Rahmen seines Festvortrags ging Prof. Dr. Elmar Anhalt (Universität Bern) der Frage nach, ob Werteorientierung und Wertevermittlung in der modernen Gesellschaft eine lösbare oder doch nur eine unlösbare Aufgabe darstellt. Er kam dabei u.a. zu dem Ergebnis, dass „Werte“ sich von dem häufig unreflektiert synonym verwendeten Begriff „Normen“ dadurch unterscheiden, dass Normen den gesellschaftlichen Rahmen vorgeben, der über Werte erst individuell ausgestaltet werden muss. Entscheidend für die Wertsetzung sind dabei Begründung und (Selbst)Bindung.
In einer Buchpräsentation des LIT-Verlages, der dem bedeutenden Thema „Werteorientierung in der modernen Gesellschaft“ eine eigene neue Reihe gewidmet hat, wurde der erste Band der Reihe zum Thema „Werteorientierung und Wertevermittlung in Europa“ vorgestellt. In ihm haben die Stipendiaten des Promotionskollegs sowie die beiden Leiter des Kollegs zu den Feldern „Christliche Werte und Europa“, Philosophische Reflexionen zur Begründung von Werten“, „Werte im gesellschaftlichen Zusammenleben“, „Bildung und Lernen: Zur Vermittlung von Werten“ sowie „Werte im Kontext von Recht, Politik und Wirtschaft“ Position bezogen. In diese Reihe konnten zusätzlich zwei Dissertationsschriften von Teilnehmern des Kollegs aufgenommen werden. Weitere werden folgen.

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