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Polizeiausbildung in Indonesien
Aufbau einer serviceorientierten und bürgernahen Polizei

Die Zusammenarbeit im Bereich der Polizeiausbildung ist ein wichtiger Faktor, um zur Professionalisierung der indonesischen Polizeiarbeit beizutragen und so einen Beitrag zur Stabilisierung und Demokratie des bevölkerungsreichsten islamischen Landes zu leisten.

Das Thema Polizeiaus- und fortbildung ist einer der Schwerpunkte der Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in Indonesien. Aus stiftungspolitischer Sicht ist eine serviceorientierte und bürgernahe Polizeiarbeit wichtig, natürlich um einerseits Kriminalität zu bekämpfen aber andererseits auch, um den Bürger bei der Ausübung seiner Grundrechte zu schützen und beispielsweise das Versammlungsrecht, die freie Religionsausübung, Minderheitenrechte oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu gewährleisten.

Ohne Sicherheit keine Entwicklung. Ohne Sicherheit keine Demokratie.

Ohne Sicherheit keine Entwicklung. Ohne Sicherheit keine Demokratie.

ibn; CC0; Picabay

Polizeiarbeit prägt Sichtweise auf den Staat

Oft sind es die ärmsten Mitglieder der Gesellschaften auf aller Welt, die von Rechtsunsicherheiten betroffen sind und nicht das ihnen zustehende Recht auf Sicherheit genießen. Zwangsarbeit oder Prostitution sind oftmals die Folgen. Ohne Sicherheit jedoch kann es keine Entwicklung geben und ohne Sicherheit kann auch keine Demokratie auf Dauer bestehen – dies gilt für Deutschland ebenso wie für Indonesien. Die Polizei spielt daher eine Schlüsselrolle auch für die Nachhaltigkeit entwicklungspolitischer Maßnahmen, denn sie ist in einer Demokratie die einzige Institution, die über das staatliche Gewaltmonopol verfügt. So wie der Bürger die Polizei wahrnimmt, betrachtet er oftmals auch seinen Staat.  Hauptpartner der Stiftung sind die indonesischen Polizeiausbildungsinstitutionen AKPOL, LEMDIKPOL und STIK/PTIK. In das Programm eingebunden sind in enger Kooperation Experten der bayerischen Polizei, welche regelmäßig polizeispezifischen Input liefern. Im Kontext des von der Hanns-Seidel-Stiftung unterstützten Austauschs zwischen bayerischer Polizei und indonesischer Nationalpolizei absolvieren indonesische Masterstudenten der Polizeiakademie STIK/PTIK regelmäßig Praktika bei einer Münchener Polizeiinspektion. Ziel dieser Maßnahme ist es, den indonesischen Polizisten, die zukünftig Führungsrollen übernehmen werden, die tägliche Arbeitsroutine auf einer deutschen Polizeiinspektion praktisch zu veranschaulichen und dabei vor allem Aspekte der Bürgernähe und Serviceorientierung zu betonen.

Eröffnungsrede in Jakarta von Daniel Heilmann (HSS): Schwerpunkte sind Polizeialltag, Polzeikultur und Organisation von Polizeistationen.

Eröffnungsrede in Jakarta von Daniel Heilmann (HSS): Schwerpunkte sind Polizeialltag, Polzeikultur und Organisation von Polizeistationen.

HSS

Größere Bürgernähe und Achtung der Menschenrechte

In diesem Rahmen fand vom 20. bis 22. März ein Workshop an der Polizeiakademie STIK/PTIK in Jakarta, sowie am 23. und 24. März ein Treffen des „Bavarian Indonesian Police Alumni Netzwork“ (BIPA) statt. Zwei Experten der bayerischen Polizei, Herr Bernhard Egger vom Landeskriminalamt und Herr Peter Breitner vom Polizeipräsidium München schulten Studenten der Polizeiakademie sowie ausgewählte Beamte der rund zwanzig Polizeistationen in Südjakarta. Schwerpunkt des Workshops waren Themen aus dem Polizeialltag, wie Polizeikultur oder die Organisation von Polizeistationen. Die Vermittlung des Wissens soll dazu beitragen, den indonesischen Polizisten die Vorteile einer größeren Bürgernähe und Menschenrechtsachtung näherzubringen und ihnen Einblicke in den effizienten Aufbau der bayerischen Polizei zu geben.

Gute Laune beim ersten Treffen des Bayerisch-Indonesischen-Alumni-Netzwerks (Bipa).

Gute Laune beim ersten Treffen des Bayerisch-Indonesischen-Alumni-Netzwerks (Bipa).

HSS

Zu nachhaltigen Beziehungen beitragen

Außerdem fand im Anschluss das erste von der HSS organisierte Treffen des im letzten Jahr ins Leben gerufenen „Bavarian Indonesian Police Alumni Network“ (BIPA) statt. Ziel des Alumni-Netzwerks ist es, den Austausch zwischen bayerischen und indonesischen Experten zu festigen und so zur Nachhaltigkeit der Beziehungen beizutragen. Die ALUMIS stellten praktische Beispiele vor, die Sie aus den Fortbildungsmaßnahmen mit den bayerischen Polizisten in ihren täglichen Arbeitsalltag übernommen haben. Dazu zählt die Ausbildung von Jugendbeamten oder die Durchführung praktischer Einsatzübungen zum Thema häusliche Gewalt. Zum Abschluss des Besuches waren die bayerischen Beamten und Vertreter der Hanns-Seidel-Stiftung in einer indonesischen Polizeistation in Südjakarta zu Gast und konnten sich so vor Ort ein Bild von den Strukturen einer indonesischen Polizeistation machen.

Zusammenarbeit für mehr Pluralismus, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Zusammenarbeit für mehr Pluralismus, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

HSS

Partnerschaft im Kampf gegen transnationale Kriminalität

Der Informationsaustausch mit Indonesien ist keineswegs eine Einbahnstraße, da auch Kriminalität zunehmend transnational auftritt. Durch den Aufbau freundschaftlicher Beziehungen zwischen der bayerischen und indonesischen Polizei können Zugänge zu dem bevölkerungsreichsten islamischen Land der Erde geschaffen werden, auch um zukünftige transnationale Kriminalitätsformen effektiv bekämpfen zu können. Die HSS sieht in der internationalen Polizeizusammenarbeit  eine Maßnahme, um die Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit hoch zu halten. Die Förderung von Konzepten einer bürgernahen Polizei ist für uns ein Weg, pluralistische Gesellschaften zu behaupten und zu stärken.  Die HSS plant, die indonesischen Polizeiausbildungsstätten weiterhin zu unterstützen und so zum Ziel des Aufbaus einer bürgernahen und die Menschenrechte achtenden Polizei in Indonesien beizutragen.

Kontakt
Projektleitung: Dr. Daniel Heilmann
Indonesien
Projektleitung:  Dr. Daniel Heilmann
E-Mail: heilmann@hss.de