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Neues Büro der Hanns-Seidel-Stiftung in Bosnien-Herzegowina eröffnet
Über politische Grenzen hinweg

Autor: Elma Sijerčić

Um den sozialen Zusammenhalt und das demokratische Miteinander im Land zu stärken, ist die Hanns-Seidel-Stiftung jetzt mit einem eigenen Büro in Sarajevo in Bosnien-Herzegowina vertreten. Zusammen mit dem Bildungsministerium, Jugendorganisationen, lokalen Gemeinden und Bildungseinrichtungen legen wir unseren Fokus darauf, Medienkompetenz und kritisches politisches Denken junger Menschen vor Ort zu stärken. Im Interview erklärt der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung Markus Ferber, MdEP, das Projekt.

Die drei Männer lächeln in die Kamera.

v.l.n.r. HSS-Vorsitzender Markus Ferber, MdEP; Nihad Uk, Premierminister des Kantons Sarajevo; Christian Schmidt, stv. HSS-Vorsitzender und Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina.

Armin Turgut; HSS

HSS:  Warum hat die Hanns‑Seidel‑Stiftung gerade jetzt ein neues Projekt in Bosnien‑Herzegowina begonnen und was sind die Ziele in der ersten Projektphase?

Markus Ferber, MdEP: Die Hanns-Seidel-Stiftung hat ihr neues Projekt in Bosnien-Herzegowina gestartet, weil wir das Land auf seinem langen und schwierigen Weg in die Europäische Union unterstützen wollen. Dieser Prozess erfordert große Anstrengungen und eine verantwortungsvolle Herangehensweise über politische Grenzen hinweg, um eine solide Basis für die kommenden Generationen zu schaffen. Insbesondere der interethnische Dialog, wobei wir vor allem die junge Generation im Blick haben, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Unser Ziel ist es, diesen Dialog und die Vernetzung zwischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen der verschiedenen Volksgruppen zu fördern und das zivilgesellschaftliche Engagement zu stärken. So wollen wir einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Landes leisten.

Wir haben uns dazu entschieden, nach Bosnien-Herzegowina zu kommen, um diesem jungen Land auf seinem sicherliche mühsamen Weg in die Europäische Union zu helfen", sagt HSS-Vorsitzender Markus Ferber, MedEP.

Markus Ferber hält einen kleinen Stofflöwen in den Händen und lächelt.

Markus Ferber, MdEP, Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, hat zur Büroeröffnung aus Bayern das HSS-Maskottchen "Hannsi" mitgebracht.

Armin Turgut

HSS: Wo liegt der spezielle Schwerpunkt des Engagements der Hanns‑Seidel‑Stiftung in Bosnien‑Herzegowina etwa im Vergleich zu den anderen deutschen Stiftungen im Land?

Unser neues Büro in Sarajevo setzt sich langfristig dafür ein, die soziale Kohäsion und das demokratische Miteinander in Bosnien-Herzegowina zu stärken und will gemeinsam mit seinen lokalen Partnern dafür einen wesentlichen Beitrag leisten. Im Vergleich zur Arbeit der anderen deutschen Stiftungen, die bereits seit vielen Jahren im Sinne des politischen Pluralismus in Bosnien-Herzegowina aktiv sind, wollen wir darauf einen speziellen Fokus legen, die Medienkompetenz und das kritische politische Denken junger Menschen zu stärken. Ziel ist es, sie damit zu mündigen Staatsbürgern zu erziehen, die aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft teilnehmen und dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut und gegenseitiger Respekt gefördert werden. Unsere Projektpartner in Bosnien sind unter anderem das Bildungsministerium, Jugendorganisationen, lokale Gemeinden und unabhängige Bildungseinrichtungen.


HSS: Wie sehen Sie die Chancen für Bosnien‑Herzegowina auf dem Weg zur Integration in die europäischen Strukturen? Wo sind rasche Fortschritte nötig und möglich?

Bosnien-Herzegowina hat die Möglichkeit, bald den offiziellen Kandidatenstatus für die EU-Mitgliedschaft zu erlangen. Zur Erreichung dieses Ziels ist die fortgesetzte Unterstützung der internationalen Gemeinschaft erforderlich, jedoch liegt die Hauptverantwortung zweifellos bei den Politikern vor Ort. Der langanhaltende „Brain Drain“ hat das Land geschwächt und die massive Abwanderung junger Menschen stellt eine Herausforderung dar, die ohne Verzug angegangen werden muss. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, in die Bildung der jungen Bürger Bosnien-Herzegowinas zu investieren, um ihre Berufschancen zu erhöhen und das Land wieder attraktiver zu gestalten, auch für potenzielle Rückkehrer. Rasche Fortschritte müssen jetzt insbesondere durch die Politik und ihre Bereitschaft zu Reformen und deren Umsetzung erfolgen, damit die EU-Annäherung Perspektiven hat.

HSS: Herr Ferber, vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt

: Dr. Wolf Krug
Leiter
Institut für Europäischen und Transatlantischen Dialog
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Büroleitung: Elma Sijerčić
Bosnien und Herzegowina
Büroleitung