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Kolumbien
Durchbruch bei den Friedensgesprächen

Bereits drei Jahre dauern die Friedensgespräche zwischen der kolumbianischer Regierung und der Guerilla-Gruppe FARC. In der kubanischen Hauptstadt Havanna ist es nun zu einer historischen Einigung hinsichtlich der justiziellen Aufarbeitung gekommen.

 

Juan Manuel Santos, Präsident von Kolumbien

Juan Manuel Santos, Präsident von Kolumbien

Foto: Klaus Georg Binder

Mit der am 23. September 2015 bekannt gegebenen Einigung auf einen neuen Rechtsrahmen der Übergangsjustiz für den Umgang mit den Verbrechen nicht nur der FARC, sondern aller am Konflikt direkt oder indirekt beteiligten Akteure - also auch des kolumbianischen Staates -, konnte das größte Hindernis für einen erfolgreichen Abschluss der Friedensgespräche aus dem Weg geräumt werden.

Vereinbart wurde auch, die Gespräche innerhalb einer Frist von sechs Monaten zu einem Abschluss zu bringen und dass danach die FARC innerhalb von 60 Tagen die Waffen niederlegen werde.

Die Herausforderung bestand darin, den Millionen Opfern des Konflikts so gut wie möglich gerecht zu werden und ein Gleichgewicht aus Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und Garantien der Nichtwiederholung zu finden. Tatsächlich scheint die nun getroffene Vereinbarung dieser Herausforderung gerecht zu werden und eine adäquate Antwort auf das Dilemma zu bieten, das sich aus den unterschiedlichen Interessen und Handlungslogiken der Konfliktparteien ergibt.

Staatspräsident Juan Manuel Santos hatte der Bevölkerung noch am Vortag der Ankündigung dieser jüngsten Einigung ins Gedächtnis gerufen, dass es keine perfekte Lösung für alle geben werde, aber eine bessere Zukunft für das Land: "Niemand wird vollkommen zufrieden sein, aber der Wandel wird sehr positiv sein."

Der ausführliche Bericht zum Download

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