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Operation „Metamorphose“
Eine neue Polizei für Burkina Faso

Lazar Tarpaga, der Direktor der Polizei von Burkina Faso, eröffnete im Juni 2015 ein Training für bürgerfreundliche Polizei und sprach davon, dass wir uns angesichts zunehmender Unsicherheit und fehlendem staatsbürgerlichen Bewusstsein täglich neu die Frage gefallen lassen müssen, wie effizient unser Handeln eigentlich sei, und ob unsere Fähigkeiten ausreichten, den Bedrohungen und den Sicherheitsmängeln, denen unsere Bevölkerung ausgesetzt sei, zu begegnen. Dabei müssten wir uns beständig auch selbst fragen, welche Rolle die Polizei in einer Gesellschaft spielen müsse, die sich seit dem Aufstand von 2014 mitten im Umbau befinde.

 

Schulung für angehende Polizisten in einem Seminarraum

Schulung für angehende Polizisten

Lazar Tarpaga, der Direktor der Polizei von Burkina Faso, eröffnete im Juni 2015 ein Training für bürgerfreundliche Polizei und sprach davon, dass wir uns angesichts zunehmender Unsicherheit und fehlendem staatsbürgerlichen Bewusstsein täglich neu die Frage gefallen lassen müssen, wie effizient unser Handeln eigentlich sei, und ob unsere Fähigkeiten ausreichten, den Bedrohungen und den Sicherheitsmängeln, denen unsere Bevölkerung ausgesetzt sei, zu begegnen. Dabei müssten wir uns beständig auch selbst fragen, welche Rolle die Polizei in einer Gesellschaft spielen müsse, die sich seit dem Aufstand von 2014 mitten im Umbau befinde.

In der gesamten Region konstatieren Experten seit langem eine zunehmende Vertrauenskrise gegenüber staatlichen Institutionen, insbesondere zwischen der Bevölkerung und den Sicherheitskräften, wie etwa Polizei, Gendarmerie oder auch der Armee.

Seminarteilnehmer mit Ralf Wittek (Repräsentant der HSS in Westafrika)

Seminarteilnehmer mit Ralf Wittek (Repräsentant der HSS in Westafrika)

Es genügt ein Blick auf die aktuellen Ereignisse in Mali, Niger, Tschad oder Nigeria: Weder die Armeen noch die zivilen Sicherheitskräfte sind dort in der Lage, den Bedrohungen angemessen zu begegnen und die eigene Bevölkerung zu schützen. Auch in bislang stabilen Ländern wie etwa Burkina Faso, dem Senegal oder dem Tschad und Kamerun verschlechtert sich die Sicherheitslage dramatisch. Es muss daher die Frage erlaubt sein, ob nicht fehlendes Vertrauen in staatliche Institutionen allgemein und in die Vertreter der Sicherheitsorgane ganz speziell mit ursächlich ist für die Erfolge terroristischer Organisationen wie "Boko Haram" oder den "Islamischen Staat".

Die weitgehende Ohnmacht des Staates zeigt sich an der verbreiteten Armut und Perspektivlosigkeit der jungen Bevölkerung sowie der Unfähigkeit der Regierenden, den Menschen wirtschaftliche Perspektiven zu bieten. Dazu kommen zunehmende Korruption von öffentlichen Mandatsträgern, gewaltsame Übergriffe, willkürliche Festnahmen oder gar Folter durch staatliche Sicherheitskräfte. Das erschüttert das labile Vertrauen in den Staat weiter.

Vor diesem Hintergrund hat die HSS-Westafrika das ambitionierte Projekt einer bürgernahen Polizei ins Leben gerufen.

Politischer Hintergrundbericht

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Kontakt
Leiter: Klaus Liepert
Referat V/3: Afrika südlich der Sahara
Leiter:  Klaus Liepert
Telefon: 089 1258-366
Fax: 089 1258-359
E-Mail: liepert@hss.de