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Elektromobilität. Alternative Antriebe. Energie(w)ende.

Veränderte ökologische und ökonomische Rahmenbedingungen bringen neue Herausforderungen für die Mobilität hervor. Innovative Technologien und besseres Management sind Grundvoraussetzungen für die nachhaltige Bewältigung dieser Aufgaben. 40 Stipendiaten diskutierten vom 11. bis 13. April 2014 über Neuerungen in den Bereichen Automobilverkehr, Nahverkehrsnetze sowie Luft- und Raumfahrt.

Isabel Küfer

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein Ziel vorgegeben: Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren. Aber wie wird die Zukunft der Mobilität aussehen? Auf welche Probleme wird man stoßen? Mit welchem Kostenaufwand sind solche Ziele realisierbar? Kann das Verkehrssystem kollabieren, wenn nicht schnell und entschieden gehandelt wird?

Klaus Bogenberger

Klaus Bogenberger

Isabel Küfer

Eröffnet wurde das Fachforum mit einem Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Klaus Bogenberger, der sich am Lehrstuhl für Verkehrstechnik der Universität der Bundeswehr in München mit der Entstehung von Verkehrsstaus beschäftigt. Passend dazu wurden Mythen rund um das Thema Stau genauer betrachtet und von wissenschaftlicher Seite her aufgearbeitet. Betrachtet man die Faktoren, die im Straßenverkehr eine Rolle spielen, kann man relativ schnell erkennen, dass Verkehr wider Erwarten kein chaotisches System ist, sondern seinen eigenen Gesetzen folgt. Zu Forschungszwecken werden deshalb ausgewählte Autobahnteilstücke mit Hilfe von Detektorschleifen im Fahrbahnbelag, Kameras und den Mobilfunksignalen der Autofahrer überwacht. Aus den gesammelten Daten können Gesetzmäßigkeiten, Lösungsvorschläge zur Entzerrung des Verkehrs und Prognosen für das Verkehrsaufkommen entwickelt werden.

Valentin Batteiger

Valentin Batteiger

Isabel Küfer

Aber nicht nur der Personenverkehr auf den Straßen stellt die Forscher und Entwickler vor neue Herausforderungen. Auch in der Luftfahrtbranche sucht man nach Energiealternativen, wie Dr. Valentin Batteiger erklärte. Wichtig sei vor allem, dass man bei Fragen rund um die Themen Ressourcen, Energiebedarf und Rohstoffknappheit genau hinsieht und differenziert. Drei Faktoren spielen für Energiealternativen in der Luftfahrtbranche die Hauptrolle: Suitability (Eignung), Sustainability (Nachhaltigkeit) und Scalability (Verfügbarkeit im großen Stil). Untersucht man die bekannten Antriebsalternativen – Jetfuel, Biokraftstoffe, Brennstoffzellen, solare Kraftstoffe – so scheint bei derzeitigem Forschungsstand die Zukunft in Antriebsstoffen zu liegen, die mit Hilfe von Solarsystemen gewonnen werden können. Derartige Systeme können außerdem in Lagen installiert werden, wo keine landwirtschaftlich nutzbaren Flächen benutzt werden muss oder andere soziale Konflikte entstehen.

Stefan Hermann

Stefan Hermann

Isabel Küfer

Unter dem Thema "Das Automobil: ein Anachronismus?" zeigte Stefan Hermann auf in welcher radikalen Phase des Umbruchs auf dem Automobilmarkt wir uns derzeit befinden. Statistiken lassen jetzt schon erkennen, dass die Zahl der Elektroautos auch in den nächsten Jahren exponentiell weiterwachsen wird. Dass dieser Trend eine Veränderung des Straßenbilds mit sich bringen wird, lässt sich dabei kaum von der Hand weisen. Die großen Automobilhersteller dürfen diese Trends nicht kleinreden oder gar verschlafen. Sie sind gezwungen groß zu investieren, um im Konkurrenzkampf  nicht zurückzufallen. Natürlich sollten auch wir bereit und offen gegenüber solchen Innovationen sein.

Trotz steigender Mobilität jedes einzelnen darf der öffentliche Personennahverkehr in Deutschland nicht vergessen werden. Dr. Christoph Häusler, Geschäftsführer des Regensburger Verkehrsverbunds (RVV) und Altstipendiat, machte bewusst mit welchen Schwierigkeiten in der heutigen Zeit zu kämpfen ist. Fehlende Nachfrage seitens der Bevölkerung oder Gesetze und Regulierungen durch den Staat bereiten dem RVV große Probleme. Außerdem wird es von Jahr zu Jahr schwieriger die Lücken in der Finanzierung zu schließen, denn nicht jedes beteiligte Gremium ist bereit, Jahr für Jahr steigende Zuschüsse abzuzweigen. Natürlich verfolgt man Strategien zur Modernisierung: Echtzeit-Apps für Smartphones und Fahrplanung im Internet für den Kunden sind dabei die ersten Schritte. Auf lange Zeit muss ein individueller, effizienter und flexibler öffentlicher Personennahverkehr entstehen.

Christian Arbinger

Christian Arbinger

Isabel Küfer

Zum Abschluss des Forums präsentierte Christian Arbinger die Arbeit im Galileo Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen. Im Rahmen dieses Programms wird eine europäische Navigationsalternative zum amerikanischen GPS aufgebaut. Natürlich spielt bei einem solchen Projekt auch die Politik eine wichtige Rolle. Konflikte zwischen Politik und Technik sind folglich nicht immer vermeidbar. Um das Gelingen des Projekts nicht zu gefährden, sollten diese aber stets schnellstmöglich beigelegt werden. Das Projekt soll später nicht nur zur Positionsbestimmung dienen, sondern auch für Systeme genutzt werden können, die beispielsweise Zugkollisionen verhindern können.

Am Ende der Veranstaltung stand die Wahl der Fachforumssprecher sowie die Themenwahl für 2015 an. Katharina Schabacker und Christoph Wiesinger stellten ihr Amt zur Verfügung und wurden von Isabella Mühlbauer und Stefan Biser abgelöst. Matthias Lehner behält sein Amt und lädt zusammen mit den beiden neuen Fachforumssprecher im nächsten Jahr zum Thema Bionik und Robotik ein.

Christoph Billinger

Kontakt
Leiterin: Isabel Küfer, M.A.
Referat IV/5: Journalistisches Förderprogramm für Stipendiaten (Uni/HAW), Internationale Studien (Uni), Medizin (Uni), Promotionskollegs, Fachforen
Leiterin:  Isabel Küfer, M.A.
Telefon: 089 1258-354
Fax: 089 1258-403
E-Mail: kuefer@hss.de