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HSS-Vorlesung in Georgetown mit Manfred Weber
Europa-Prominenz in Washington

Wirtschaftsmacht, Erfolgsgeschichte, Manfred Weber zeigte in Washington klare Kante für Europa. Vor Studenten der Georgetwon University sprach der EVP-Fraktionsvorsitzende von den Chancen eines geeinten Europa aber auch die Probleme kamen auf den Tisch.

Weber: "Das EU-bashing muss aufhören!"

Weber: "Das EU-bashing muss aufhören!"

HSS

Im Rahmen seiner Washington-Reise vom 1. bis 3. Mai trifft der EVP-Fraktionsvorsitzende und CSU-Vize Manfred Weber hochrangige US-Regierungsvertreter, einflussreiche Kongressabgeordnete sowie zahlreiche Senatoren. Auf dem Programm stand am ersten Tag der Reise auch eine Vorlesung an der renommierten Georgetown-Universität, zu der das BMW Zentrum für Deutschland- und Europa-Studien in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung eingeladen hatte. Ein ausgebuchter Konferenzraum unterstrich das große Interesse der Studenten am direkten Gespräch mit einem der einflussreichsten Politiker Brüssels. Und Manfred Weber enttäuschte die Erwartungen nicht, denn er nahm in seiner Analyse kein Blatt vor den Mund. Europa müsse sich zwar auch selbst besser verkaufen, doch das EU-Bashing müsse aufhören und Erfolgsstories wie bei den Reformprogrammen für Irland und Portugal, wie bei den Klimaverhandlungen oder wie beim Iran-Abkommen müssten hervorgehoben werden. Europa sei eine Wirtschaftsmacht mit hohen sozialen Standards und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs lebe man heute in Europa erstmals in Frieden und Freiheit. Die EU dürfe sich darauf aber nicht ausruhen. Man müsse die Sorgen der Bürger ernst nehmen und mehr tun für Jobs und Arbeitsplätze. Europa müsse auch emotionale Nähe schaffen und dürfe sich nicht hinter Technokraten, Bürokraten und leblosen Institutionen verstecken. In den nächsten Jahren müsse man die Botschaft schärfen, dass Europa auch Grenzen habe. Diese Grenzen müsse man auch durchsetzen, im Verhältnis zur Türkei, für die die EU-Mitgliedschaft völlig außer Frage stehe, ebenso wie im Umgang mit Viktor Orban, wenn Ungarn europäische Werte missachtet.  In einer globalisierten Welt könne sich die europäische Wertegemeinschaft nur gemeinsam behaupten. Das Vereinigte Königreich werde dies noch zu spüren bekommen, wenn man die Brüsseler Bande nicht gegen mehr nationale Souveränität eintausche, sondern gegen mehr Abhängigkeit von Washington. Einen sanften Brexit schloss der überzeugte Europäer Manfred Weber jedenfalls aus. Auch auf der US-Seite sollten keine Zweifel aufkommen: Ein starkes und handlungsfähiges Europa ist gut und wichtig für Amerika.

Kontakt
Leiter: Christian Forstner
Auslandsbüro Washington
Leiter:  Christian Forstner
Telefon: +1 202 546-4744
Fax: +1 202 546-5090
E-Mail: office@hsfusa.org