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Korea
Fregatte Bayern im Hafen von Busan

Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten unternahm die Fregatte Bayern eine Fahrt in den Indo-Pazifik.

Zwischen dem 2. und dem 6. Dezember 2021 besuchte die Fregatte Bayern der deutschen Marine den Hafen von Busan, der zweitgrößten Stadt Koreas. Es war das erste Mal in 23 Jahren, dass ein Schiff der deutschen Marine wieder in Korea angelegt hat.

Expertenrunde zum Thema Geopolitik im Indo-Pazifik.

Expertenrunde zum Thema Geopolitik im Indo-Pazifik.

HSS/Korea

Runder Tisch

Aus Anlass dieses Besuchs organisierten die deutschen politischen Stiftungen zusammen mit der deutschen Botschaft einen Runden Tisch mit Experten zu dem Thema „Geopolitik im Indo-Pazifik: Deutschland, Europa und Korea“. Der deutsche Botschafter Michael Reiffenstuel sowie die Botschafterin der Europäischen Union Maria Castillo-Fernandez und Vizeadmiral Kay Schönbach eröffneten den Runden Tisch. 

Unter anderen nahmen Dr. Duyeon Kim vom “Center for a New American Security” und Prof. Lee Shin-hwa von der Korea University an dem Gespräch teil. Der Runde Tisch wurde vom ehemaligen Berater für die nationale Sicherheit Koreas, dem Botschafter Chung Yung-Woo, moderiert. In der Diskussion begrüßten koreanische sowie weitere Sprecher den Einsatz der Fregatte Bayern: Während britische und französische sowie amerikanische Schiffe regelmäßig im Indo-Pazifik unterwegs seien, u.a. wegen der dortigen Übersee-Territorien von Großbritannien und Frankreich sowie der USA, sei das für Deutschland anders. Der aktuelle Besuch zeige, dass Deutschland die Region als die zentrale wirtschaftliche Weltregion wahrnehme, in der gleichzeitig viele geopolitische alte und neue Konflikte zu lösen seien. Südkorea sei an einer Stärkung der multilateralen Kooperation sehr interessiert. Gleichzeitig sei natürlich Südkorea anders in der Region eingebunden in politische und wirtschaftliche Zusammenhänge, etwa mit China als Haupthandelspartner. Deswegen sei eine Unterstützung, etwa für das Prinzip der Freiheit der Meere, von außerhalb der Region sehr wertvoll.

Auf der Fregatte Bayern trafen sich die deutschen politischen Stiftungen gemeinsam mit Vertretern der deutschen Botschaft zu einem Fachgespräch.

Auf der Fregatte Bayern trafen sich die deutschen politischen Stiftungen gemeinsam mit Vertretern der deutschen Botschaft zu einem Fachgespräch.

HSS/Korea

Ziel der Fahrt

Die Aussendung der Fregatte in den Indo-Pazifik und deren Besuche unter anderem in Australien, Japan, Guam, Singapur und Vietnam verdeutlichen, welch zunehmend wichtige Rolle die Region des Indo-Pazifiks für Deutschland und Europa einnimmt. Die deutsche Marine möchte mit dieser Fahrt im Indo-Pazifik zeigen, dass sie ihren Dienst weltweit und in Kooperation mit Partnern durchführen kann, um so die Meeresfreiheit zu garantieren sowie die Umsetzung des internationalen Rechts in den Gewässern zu überwachen. Für die Zukunft wird geplant, derartige Unternehmungen regelmäßig durchzuführen.

Die Fregatte hat daran mitgewirkt, die Einhaltung der Sanktionen gegenüber Nordkorea zu überwachen, welche regelmäßig durch sogenannte Schiff-zu-Schiff-Transfers umgangen werden. Nach dem Runden Tisch wurden die Teilnehmer von der äußerst gastfreundlichen Besatzung und Fregattenkapitän Tilo Kalski, auf dem Schiff herumgeführt.

Autor: Dr. Bernhard Seliger, Repräsentant der Hanns-Seidel Stiftung in Korea.

 

Nordost- und Zentralasien
Debora Tydecks-Zhou
Leiterin
Dr. habil Bernhard Seliger
Repräsentant der Hanns-Seidel Stiftung in Korea