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Ratgeber für Kommunalpolitiker
Imagetrailer mit dem Smartphone erstellen

Kandidieren für die Kommunalwahl 2020: Die Zeit rennt! Jetzt noch schnell ein Selbstportrait drehen. Die Journalistin Anja Pross erklärt, wie man ohne viel Aufwand ein gutes Imagevideo produziert.

  • Imagetrailer sind für den Wahlkampf wichtig.
  • 2 Minuten plusminus lang
  • Gleichmäßige Beleuchtung & wenig Hintergrundgeräusche
  • Authentisch sein
  • 5-Shot-Regel anwenden
  • Schnitt auf dem Smartphone
Journalistin Anja Pross: Ich bin Journalistin und mein Smartphone ist eine Allzweckwaffe. Damit recherchiere ich, drehe und schneide Videos oder mache eine Instagram-Story. Wie das funktioniert, zeige ich in meinen Seminaren. Ansonsten bin ich als Autorin fürs Jugendformat "Puls Reportage" vom Bayerischen Rundfunk unterwegs, als Moderatorin oder als Videojournalistin fürs private Lokalfernsehen.

Journalistin Anja Pross: Ich bin Journalistin und mein Smartphone ist eine Allzweckwaffe. Damit recherchiere ich, drehe und schneide Videos oder mache eine Instagram-Story. Wie das funktioniert, zeige ich in meinen Seminaren. Ansonsten bin ich als Autorin fürs Jugendformat "Puls Reportage" vom Bayerischen Rundfunk unterwegs, als Moderatorin oder als Videojournalistin fürs private Lokalfernsehen.

Anja Pross


Weshalb Imagetrailer für den Wahlkampf wichtig sind

Um kurz und prägnant zu zeigen, wer ich bin und für was ich stehe. Das Medium Film spricht durch Bild, Ton, Musik und Sprache die Zuschauer auf vielen Ebenen gleichzeitig an.
Kommunalpolitiker, die für das Bürgermeisteramt, den Gemeinde- oder Stadtrat kandidieren, profitieren davon. Indem Sie das Video auf Social-Media Plattformen streuen, verschaffen Sie sich zusätzliche Aufmerksamkeit und werden bekannter. Allerdings gibt es einige Dinge zu beachten.

Wie lang darf er sein?

Um die 2 Minuten plusminus. Es sollte alles Wichtige drin sein ohne langweilig zu werden.

Was muss der perfekte Imagetrailer berücksichtigen?

Der perfekte Imagefilm berührt die Zuschauer, hält also emotionale Momente und auch mal persönliche Geschichten bereit.

Worauf ich bei der Aufnahme noch achten muss

Beleuchtung und Ton
Das A und O eines Imagefilmes ist die Aufnahme. Bereits hier ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Angefangen vom richtigen Licht (das Gesicht sollte möglichst gleichmäßig beleuchtet sein, dies ist vor allem bei Aufnahmen im Freien zu beachten!) bis zum guten Ton. Wenn zu viele Hintergrundgeräusche aufgenommen werden, stört das später.

Ich achte darauf, mit dem Finger oder der Handyhalterung nicht das Mikrofon zu blockieren. Zusätzlich wird empfohlen mit einer sog. Pistolengriff-Halterung zu arbeiten, oder die Kamerahand mit der anderen zu stabilisieren, damit das Bild nicht verwackelt.

Interview
Bei einer Intervieweinstellung sollte sich der Kopf des Interviewten im rechten oder linken Drittel befinden. Es ist ratsam, dass der Interviewte nicht direkt in die Kamera schaut, sondern in Richtung der Kamera, dabei aber leicht seitlich versetzt zu einem Dritten spricht. Wer von der klassischen Interviewsituation abweichen möchte, probiert die Selfie-Variante aus. Hier spricht die Person direkt mit Blickt in die Kamera. Das kann persönlicher wirken.

Gibt es klassische Stolperfallen?

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass ich authentisch rüberkomme. Beim Dreh & Schnitt kommt man schon recht weit, wenn man die klassische 5-Shot-Regel beachtet:

Ich drehe möglichst fünf verschiedene Einstellungen, damit der Film am Ende nach dem Schnitt lebendig wirkt. Neben der klassischen Intervieweinstellung sollten auch andere Perspektiven berücksichtigt werden.

Die HSS-Redaktion erklärt die 5-Shot-Regel

Es geht darum, eine Geschichte in 5 Bildern zu erzählen. Die Bilder werden logisch nach der gewünschten Aussage gewählt. 
Beispiel: Die Geschichte des wartenden Mannes an der Haltestelle, der am Ende doch noch die Bahn nehmen kann.

  1. Nahe: Einstellung auf sein Gesicht. Der Gesichtsausdruck ist ungeduldig, er runnzelt die Stirn.
  2. Detail: Seine Armbanduhr wird gezeigt.
  3. Verbindungsshot (Halbnahe): z.B. Overshoulder: Der Mann schaut auf seine Uhr und seufzt.
  4. Totale: Der Mann geht ungeduldig an der Haltestelle auf und ab.
  5. Freie Einstellung oder Wow-Shot: Beispielsweise eine Aufnahme aus der Frosch-Perspektive oder Sie nutzen die Spiegelung in einer Scheibe: Die Straßenbahn kommt endlich und der Mann steigt freudig ein.

  Die Einstellungsgrößen exemplarisch dargestellt:

Detail

Verena Kienast; HSS

1. Detail: z.B. gestikulierende Hände, Augen, Handlauf, Armbanduhr

Der Interviewte, ein junger Mann, spricht mit nachdenklichem Gesichtsausdruck. Im Hintergrund ist eine Straße und eine Haltestelle zu sehen.

Nahe

Verena Kienast; HSS

2. Nahe: Die Kamera ist nah am Motiv und der Interviewte ist vom Kopf bis zur Mitte des Brustkorbs zu sehen (klassische Intervieweinstellung).

Halbnahe

Verena Kienast; HSS

3. Halbnahe: Der Bildausschnitt zeigt den Interviewten vom Kopf bis zur Hüfte, sein Gesichtsausdruck ist deutlich zu erkennen. Sie ist die Steigerung der Halbtotalen.

Halbtotale

Verena Kienast; HSS

4. Halbtotale: Der Interviewte in seiner Umgebung: Der Betrachter soll einen Gesamteindruck der Person in seinem Umfeld erhalten, wobei er immer noch im Mittelpunkt steht. Der Kandidat, der sich besonders Verkehrsbelange einsetzen möchte, steht beispielsweise deutlich sichtbar auf einer vielbefahrenen Straße mit einer Trambahnhaltestelle.

Totale

Verena Kienast; HSS

5. Totale: Die Szene wird in Ihrer Gesamtheit dargestellt. Häufig wird diese Einstellung bei Landschaftsaufnahmen verwendet, um dem Betrachter einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen. Der Bürgermeisterkandidat, der den öffentlichen Nahverkehr fördern will, wird von der Ferne aus auf einer Verkehrsinsel zwischen Trambahnhaltestelle und befahrener Straße gezeigt.

Weitere Tipps der Journalistin Anja Pross

Bauen Sie WOW-Effekte ein, um den Betrachter zu überraschen. Dies kann beispielsweise eine besonders interessante Einstellung, aber auch ein unerwarteter Wendepunkt sein.

Für den Schnitt des Trailers empfiehlt sich folgendes Vorgehen

Sortieren Sie zunächst in einem Ordner die Clips, die Sie verwenden möchten. Laden Sie im nächsten Schritt Ihre 5-Shot-Sequenzen und das Interview in die Schnittspur, dann können Sie mit dem Schneiden beginnen. Neben einem guten Schnitt ist eine Hintergrundmusik eine sinnvolle Ergänzung. Hier empfiehlt es sich, GEMA- und lizenzfreie Musik zu verwenden, um auf der sicheren Seite zu sein. Am Ende des Schnitts haben Sie die Möglichkeit, Ihr Video zu exportieren, sodass man es auf dem Smartphone ansehen kann. Wem ein Handydisplay zu klein ist, kann genauso gut ein Tablet nutzen.

Wie finde ich einen Filmpartner, wie geht das mit dem Schnitt im Detail? Welches Smarphone empfehlen Sie?

Das verrate ich im Seminar:-)  HSS-Seminare für Kommunalpolitiker

 

Kontakt
Leiterin: Ramona Fruhner-Weiß
Referat III/7: Kommunales, Ehrenamt, Rhetorik
Leiterin:  Ramona Fruhner-Weiß
Telefon: 089 1258-475
E-Mail: FRUHNERWEISS@hss.de