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Zum Abschied von Professor Hans-Peter Niedermeier
Mister Begabtenförderung

Nach 40 Jahren verlässt Hans-Peter Niedermeier die Hanns-Seidel-Stiftung. Er hat die Begabtenförderung in den letzten Jahrzehnten nicht nur in Bayern geprägt, sondern bundesweit seine Spuren hinterlassen und ein Netzwerk geschaffen, das für immer mit ihm verbunden sein wird.

Der Löwe und der Leuchtturm in der Hafeneinfahrt sind die Wahrzeichen von Lindau, der Heimatstadt von Prof. Hans-Peter Niedermeier. Eine Stadt mitten im Dreiländereck, die sich wie Niedermeier als weltoffen und international versteht. Hier wurde er nach dreißig Jahren Engagement für die Hanns-Seidel-Stiftung für seine wertvolle Arbeit als Leiter des Instituts für Begabtenförderung geehrt.

„Professor Hans-Peter Niedermeier hat mit großer Menschenkenntnis und festem inneren Kompass die Politische Bildungsarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung jahrzehntelang geprägt“, sagt der Generalsekretär Oliver Jörg (vlnr. Markus Ferber, MdEP, HSS-Vorsitzender, Prof. Hans-Peter Niedermeier, Dr. Michael Czepalla, Leiter der Auslandsstipendiaten, der ebenfalls am 31. Mai 2020 in Ruhestand geht, und Generalsekretär Oliver Jörg).

V.Kienast; HSS

Wegweiser und löwenstarker Mutmacher

„…Mutlose Bedenkenträger gibt es genug“, sagte der Laudator über Niedermeier, der zusätzlich zu seiner Arbeit in der HSS viele Jahre lang die Arbeitsgemeinschaft Begabtenförderwerke in Deutschland leitete. „Wir brauchen mehr Leuchttürme, die uns Orientierung geben, mehr kraftvolle, löwenstarke Mutmacher, die uns Auftrieb geben und wir brauchen mehr Menschen, die Toleranz und Weltoffenheit als wichtige Charaktereigenschaften schätzen. Fazit: Wir brauchen mehr Menschen wie Herrn Prof. Niedermeier.“

Bereits während seines Studiums der Politikwissenschaft, Neueren Geschichte und der katholischen Theologie an der LMU München setzte sich Niedermeier als Stadtrat und Kreisrat für seine Heimatstadt ein. Aber auch landesweit stand er in der Jungen Union Bayern unter anderem als stellvertretender Landesvorsitzender und schwäbischer JU-Bezirksvorsitzender schon früh in Verantwortung.

1980 kam Niedermeier dann zur Hanns-Seidel-Stiftung und übernahm die Leitung des Referats für Medienpolitik und Journalistische Nachwuchsförderung. Diese Aufgabe erfüllte Niedermeier nicht nur zehn Jahre lang gewissenhaft, sondern prägte den Bereich intensiv durch seine professionelle und progressive Herangehensweise an die strukturellen und fachlichen Herausforderungen bei der Vergabe der Stipendien. Darüber hinaus setzte er Maßstäbe im Aufbau und bei der Pflege des Netzwerkes, zu dem die HSS-Stipendiaten über die Jahre zusammenwuchsen. Durch Niedermeiers offene und persönliche Art war er bei seinen Schützlingen sehr beliebt.

„Professor Hans-Peter-Niedermeier hat mit großer Menschenkenntnis und festem inneren Kompass die Politische Bildungsarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung jahrzehntelang geprägt“, sagt der HSS-Generalsekretär Oliver Jörg. „Dafür ist ihm die Stiftung zu großem Dank verpflichtet.“

Jungen Menschen Wurzeln und Flügel geben

Bis 1990 erfüllte er diese Aufgabe bei der journalistischen Nachwuchsförderung, dann folgte der nächste konsequente Schritt. Ihm wurde die Leitung des gesamten Instituts für Begabtenforderung in der HSS angeboten. Eine Herausforderung, die Niedermeier unter das Motto stellte: „den jungen Menschen, die mir anvertraut werden, Wurzeln und Flügel zu geben“, wie er einmal sagte.

Und er hatte immer ein Händchen für besondere junge Menschen. Ein starker Wertekompass war ihm bei seinen Stipendiaten genauso wichtig wie ein hohes Maß an Toleranz, Zivilcourage und Weltoffenheit. Das entspricht nicht nur Niedermeiers eigenem Wertekanon. Der unauflösbare Zusammenhang zwischen Freiheit und Verantwortung ist ja auch die Basis, auf der die Hanns-Seidel-Stiftung ihre Arbeit grundsätzlich gestaltet. Er war also der perfekte Mann für diese Aufgabe und gestaltete sie mit viel Herzblut.

Über Bayern und Deutschland hinaus

Auch darüber hinaus engagierte sich Hans-Peter Niedermeier im weiten Raum der deutschen Medienpolitik und Politikwissenschaft. Viele Jahre leitete unser „Mister Begabtenförderung“ die Arbeitsgemeinschaft der 13 Begabtenförderwerke in Deutschland und hat auch hier seine Spuren hinterlassen.

Dieser internationale Kreis aus Kolleginnen und Kollegen der Begabtenförderung, Medienschaffenden und angehenden Journalisten wurde dem begnadeten Netzwerker im Laufe der Jahre zu einer Art zweiten Familie, für die er sich immer mit seiner ganzen Kraft einsetzte.

Besonders verpflichtet fühlt sich Prof. Niedermeier aber auch der Förderung junger Künstler und Musiker. Deshalb organisierte er auch seit Jahren als Jury-Vorsitzender den Nachwuchsförderpreis für junge Liedermacher, den die HSS seit nunmehr 34 Jahren einmal jährlich im Kloster Banz vergibt.

„Eines wird im Umfeld der jungen Liedermacher deutlich“, sagte Niedermeier einmal. „Es ist enorm wichtig, dass Begriffe wie Künstlerische Freiheit, die Freiheit des Wortes, Zivilcourage und Toleranz mit Leben erfüllt werden. Mittlerweile ist das Kloster Banz ein Synonym für Toleranz, Achtung und Respekt vor der gegensätzlichen Meinung anderer Menschen geworden“.

Ein Leben im Dienst an der Demokratie

Die Hochschule Mittweida würdigte den kompetenten Bildungsmanager schließlich mit einer Honorarprofessur für Politikwissenschaft aber auch international wurde die Arbeit Niedermeiers nicht nur geschätzt, sondern auch gewürdigt.

Hans-Peter-Niedermeier war und ist ein Mensch, der sein ganzes Leben dem Dienst an der Demokratie gewidmet hat, deren Kern er als unauflöslichen Zusammenhang zwischen Freiheit und Verantwortung erkannte.

Deshalb zollt er auch allen Andersdenkenden stets Respekt, sofern diese sich auf demokratischem Boden bewegen.

Er verkörpert auf beste Art und Weise das Motto der Hanns-Seidel-Stiftung: „Im Dienst von Demokratie, Frieden und Entwicklung“.

HSS-Vorsitzender Markus Ferber, MdEP: „Über Hans-Peter Niedermeier hatte ich meinen ersten Kontakt in die Hanns-Seidel-Stiftung vor über 30 Jahren. Insofern ist es auch für mich persönlich ein großer Abschied, weil mein Erstkontakt zur Stiftung nun nach seiner erfolgreichen Arbeit für die Stiftung diese verlässt. Ich hoffe, dass wir auch weiterhin das umfangreiche Wissen und Netzwerk von Hans-Peter Niedermeier für die Stiftung nutzen können.“

Autoren: Dr. Michael Czepalla, Maximilian Witte, HSS

Kontakt
Leiter: Thomas Reiner
ZA 1: Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Leiter:  Thomas Reiner
Telefon: 089 1258-500
E-Mail: Reiner-T@hss.de