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Politische Studie 478
Mobilität sichern – Zukunftsfähiger Verkehr

Im 10-Punkte-Plan für Bayern des neuen bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder steht das Thema „Verkehr“ ganz weit oben. Die Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs, Digitalisierung der Infrastruktur, eine einheitliche Tarifstruktur sowie abgestimmte Fahrpläne, all das sind zentrale Themen für die nahe Zukunft. Auch mit der Schaffung eines neuen Ministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr unterstreicht der neue Regierungschef die Wichtigkeit von Mobilität und Infrastrukturausbau.

 

 

Logos Tram, Bus und S-Bahn im Hintergrund auf einem Zeitschriftencover

©Heike Jestram / Fotolia.com

Begleitet werden die politischen Weichenstellungen von zahlreichen öffentlichen Diskussionen, zuletzt über die umstrittene Forderung nach kostenlosem Nahverkehr, aber auch die medial vermittelten Visionen von elektrischem, emissionsfreiem, vernetzten und hochautomatisiertem Fahren. Den Wunsch nach einer verbesserten Mobilität hegen viele Menschen und er ist nachvollziehbar. Einsteigen, losfahren, schnell, bequem und sicher ankommen ist für viele Pendler hierzulande eher Traum als Realität. Beispiel München: Montagmorgen, 8 Uhr, Mittlerer Ring: Eine kilometerlange Fahrzeugkolonne bewegt sich im Schritttempo. Der Weg zur Arbeit ist für viele Menschen inzwischen zu einem ritualisierten Gedulds- und Nervenspiel geworden. Die schienengebundenen Alternativen für Pendler in die bayerische Landeshauptstadt heißen Regionalzug bzw. S-Bahn, aber auch hier gibt es Verspätungen, Zugausfälle, dichtes Gedränge. Die Zweite Stammstrecke wird kommen, einstweilen müssen sich aber die zahlreichen Pendler mit einem schienengebundenen Nadelöhr abfinden. In vielen deutschen Mittel- und Oberzentren sieht es nicht besser aus. Manch Reisender gelangt mit dem Flugzeug schneller ans Urlaubsziel, als der Berufspendler vom Vorort in das Stadtzentrum.

Technologische Innovationen aus den Bereichen Digitalisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz werden unsere Mobilität nachhaltig verändern. So entwickelt der Milliardär Elon Musk, bekannt durch sein Raumfahrtunternehmen SpaceX und sein Elektrofahrzeug Tesla, weitere revolutionäre Mobilitätsideen wie den Hyperloop (Personenkapseln) oder unterirdische Autotransportschlitten. Das klingt noch sehr nach Science-Fiction und man muss abwarten, was daraus wird. Sehr konkret ist aber bereits das autonome Fahren. Dazu gibt es zahlreiche Forschungsvorhaben, Vorstufen und Tests. Auch wenn vergangene Woche der erste tödliche Unfall unter Beteiligung eines selbstfahrenden Autos, die Branche kurzfristig ins Wanken bringen mag, scheint es fraglich, ob dieser Innovationspfad wieder verlassen wird. Zumal es nicht nur um PKWs geht, sondern auch der Öffentliche Personennahverkehr testet das autonome Fahren Ob in der Schweiz oder Österreich, zahlreiche Modellversuche erproben autonom fahrende Busse. So ist im niederbayerischen Bad Birnbach seit 2017 der erste regelmäßig verkehrende Minibus im Einsatz, ein Modellversuch der Deutschen Bahn. Das Projekt wird im Rahmen eines Seminars der Hanns-Seidel-Stiftung auch vorgestellt.

Das österreichische Modellprojekt „Digibus“, so wie andere Beiträge zu innovativen und zukunftsweisenden Nahverkehrskonzepten, ist Schwerpunktthema in den demnächst erscheinenden POLITISCHEN STUDIEN Bd. 478.

Kontakt
Referat III/1: Medien, Digitale Gesellschaft, Mobilität, Innovation
Leiter:  Karl Heinz Keil
Telefon: 089 1258-311
Fax: 089 1258-338
E-Mail: keil@hss.de