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Marokkanische Expertendelegation im Großraum München
Münchner Wirtschaftsförderung für Marokko

Hanns-Seidel-Stiftung fördert marokkanische Wirtschaft durch Austausch mit Fachleuten, Unternehmen und Institutionen – Mittelstand, soziales Unternehmertum, Digitalisierung und Start-up-Szene auf der Agenda

Marokkanische Delegation vor der HSS-Zentrale

Marokkanische Delegation vor der HSS-Zentrale

Das Land im Westen der arabischen Welt hat bei seiner Reform der Gebietskörperschaften die Weichen für mehr politische Entscheidungsbefugnisse für Regionen und Kommunen gestellt. Den Abschluss der ersten Implementierungsphase der fortgeschrittenen Regionalisierung bildete die Reduzierung von 16 auf 12 Regionen im Jahr 2015 und die anschließende Direktwahl von Kommunal- und Regionalräten im gleichen Jahr. In einem zweiten Schritt strebt das Maghrebinische Königreich eine Förderung von unterentwickelten Regionen an. Ziel ist in erster Linie die Verbesserung administrativer Rahmenbedingungen für Investitionen und wirtschaftliche Aktivitäten auf kommunaler und regionaler Ebene. Zudem sollen mittelständisches, soziales und weibliches Unternehmertum sowie Start-ups nachhaltig gefördert werden. Das erfordert mehr Know-how auf universitärer, aber auch auf praktischer und politischer Entscheidungsträgerebene. Genau dieses Know-how vermittelte der Austausch. 

Vielfältiges Programm

Das Programm führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur ins bayerische Wirtschaftsministerium, sondern als ersten marokkanischen Besuch überhaupt auch zur Landesförderbank Bayern und zu Invest in Bavaria. Im Zentrum stand hierbei der Informationsaustausch über Förderprogramme und Finanzhilfen für den Mittelstand und strukturschwache Kommunen. Beim Entrepreneurship Center der LMU München und beim Strascheg Center for Entrepreneurship der Hochschule München konnten sich die Gäste einen Einblick in die enge Vernetzung zwischen universitären Thinktanks und Start-up-Unternehmen verschaffen. Die Besuche bei „Rock Your Life“ und „Social Bee“ veranschaulichten dagegen die Strukturen und Strategien zweier außergewöhnlich erfolgreicher Projekte im Bereich des sozialen Unternehmertums zur Stärkung der Bildungsgerechtigkeit und Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt. Dr. Michael Higl (CSU), erster Bürgermeister des Marktes Meitingen in Bayerisch-Schwaben, vermittelte die Arbeit einer Kommune, die als Musterbeispiel für Standortattraktivität gelten kann. Im Anschluss daran besichtigte die Delegation das ortsansässige mittelständische Entwicklungs- und Herstellungsunternehmen für Hochleistungsventilatoren Rußwurm.

Wie innovative und nachhaltige Entwicklungsvorhaben schnell umgesetzt  werden können, vermittelte ein Termin beim United Nations World Food Programme – WFP Innovation Accelerator in München. Mittelstand und Steuerpolitik waren Thema bei Thomas Lemke, Landesgeschäftsführer der CSU-Mittelstandsunion in der CSU-Parteizentrale.

Deutsche Steuerpolitik als Vorbild

„Die elaborierte Steuerpolitik, insbesondere auf kommunaler Ebene in Deutschland, kann uns nur als Vorbild für unseren geplanten regionalen Solidaritätsfonds in Marokko dienen. Vor allem dann, wenn es um die große Herausforderung der Entwicklung unserer zahlreichen strukturschwachen Regionen geht“, sagte der Finanz- und Wirtschaftsexperte Badr Eddine Chegri aus Rabat. Der Wirtschaftsprofessor und -kolumnist Hicham El Moussawi aus Marrakesch fügte hinzu, dass die Ausgewogenheit des deutschen Steuersystems trotz Akzentuierung auf Solidarität und Finanzausgleich Regionen und Kommunen dennoch die Möglichkeit zu einem gesunden Standortwettbewerb biete. Vor allem wenn die Debatte um Subsidiarität in Marokko kreise, habe man das deutsche Modell stets fest im Blick.

Kontakt
Leiterin: Maryam Schmidt
Referat V/2: Naher Osten, Nordafrika
Leiterin:  Maryam Schmidt
Telefon: 089 1258-290
Fax: 089 1258-359
E-Mail: schmidtm@hss.de