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East Asian – Australasian Flyway Partnership
Naturschutz auf der koreanischen Halbinsel

Das Engagement der Hanns-Seidel-Stiftung zum Schutz der Natur wurde im Jahr 2016 durch ihre Aufnahme als 35. Mitglied der East Asian Australasian Flyway Partnership (EAAFP) gewürdigt.

Bernhard Seliger nimmt die Urkunde entgegen

Bernhard Seliger nimmt die Urkunde entgegen

Im Januar 2017 erhielt sie bei dem Mitgliedertreffen der EAAFP in Singapur eine Urkunde und wurde damit offiziell aufgenommen.

Die Hanns-Seidel-Stiftung ist in Südkorea seit 1987 tätig und in Nordkorea seit 2003. Ihr Engagement war von Anfang an auf die Entwicklung der ländlichen Räume gerichtet. Seit 2005 steht dabei die nachhaltige Entwicklung im innerkoreanischen Grenzgebiet auf Grundlage deutscher Erfahrungen, vor allem mit dem sogenannten "Grünen Band" im Vordergrund, zu dem der frühere Todesstreifen zwischen Ost und West nach der Wiedervereinigung umgewandelt wurde. Auf der koreanischen Halbinsel hat sich die sogenannte Demilitarisierte Zone (DMZ) in ähnlicher Weise entwickelt, als Rückzugsgebiet bedrohter Tiere und Pflanzen. Das war insbesondere für Südkorea wichtig, das eine rasante wirtschaftliche Entwicklung durchlaufen hatte, in der es für Naturschutz wenig Platz gab. Die deutschen Erfahrungen waren dabei von besonderem Interesse und wurden in Partnerschaften mit den Grenzprovinzen und -landkreisen vermittelt.
Zu den Projekten gehörten z.B. die Teilnahme an einem Umweltsurvey der DMZ im Jahr 2015 und die Durchführung eines Seevogelsurveys im Grenzgebiet an der koreanischen Ostküste seit 2016.

Das Engagement der Hanns-Seidel-Stiftung im Naturschutz auf der koreanischen Halbinsel weitete sich nach zehn Jahren vom Süden auch auf den Norden aus. In Nordkorea waren einerseits aufgrund der Hungersnot seit Anfang der 1990er Jahre enorme Umweltprobleme durch die massive Abholzung der Wälder entstanden, andererseits hatte sich die Landwirtschaft kaum mechanisiert. Dadurch waren viele relativ unberührte Gebiete z.B. im Küstengebiet erhalten geblieben, die allerdings durch zunehmende menschliche Nutzung gestört wurden. Gemeinsam mit dem Umweltministerium Nordkoreas arbeitet die Hanns-Seidel-Stiftung an der Teilnahme des Landes an regionalen Bestrebungen zur nachhaltigen Entwicklung in Nordostasien.

Mandschurische Kraniche

Mandschurische Kraniche

Dazu gehören Aktivitäten der Ramsar-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten und auch die East Asian Australasian Flyway Partnership (EAAFP), die seit 2006 versucht, Zugvögel und ihre Habitate auf einem Flugweg zu schützen, der von Neuseeland und Australien im Süden bis nach Sibirien und Alaska im Norden reicht. Für den effektiven Naturschutz in Nordkorea ist zunächst die Erfassung von Lebensräumen sehr wichtig, da bisher wichtige Daten fehlen.

So engagiert sich die Hanns-Seidel-Stiftung beispielsweise in der Sonderwirtschaftszone Rason mit Umweltsurveys, etwa 2014 gemeinsam mit dem nordostasiatischen Naturschutzprogramm der United Nations Economic and Social Commission for Asia (UNESCAP). Vom 11. bis zum 15. Januar 2017 fand das neunte Meeting of Partners of EAAFP (MOP) in Singapur statt, bei dem auch die Aufnahme der Hanns-Seidel-Stiftung offiziell bestätigt wurde.

In der EAAFP, einer "Typ II Initiative" nach dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg (2002), sind seit dem Jahr 2006 17 Länder, darunter die USA, Russland, Südkorea und Japan, internationale Organisationen wie die Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), internationale NGO wie der World Wide Fund For Nature (WWF) und der Weltnaturschutzbund und Sonderpartner (etwa die Stadt Incheon, Sitz des Sekretariats der EAAFP) zusammengeschlossen. Bei diesem neunten Meeting of Partners wurde in Arbeitsgruppen beispielsweise der Schutz bestimmter gefährdeter Arten - zu denen viele für Korea charakteristische Vögel wie die Mandschurischen Kraniche oder der Schwarzgesichtslöffler gehören - und Lebensräume, etwa die Ökoregion Gelbes Meer, diskutiert. Auch die Aufnahme Nordkoreas in die EAAFP wurde beantragt, aber noch nicht beschlossen. Wegen des intensiven Entwicklungsdrucks an der chinesischen Ostküste und in Südkorea ist die weitere Kooperation mit Nordkorea für den Naturschutz eine bedeutende Herausforderung, da hier Lebensräume und Rastplätze für Zugvögel noch bestehen.

Unsere Arbeit in Korea

Kontakt
Leiter: Willi Lange
Referat V/6: Nordost- und Zentralasien
Leiter:  Willi Lange
Telefon: 089 1258-326
Fax: 089 1258-359
E-Mail: lange@hss.de