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Regierungswechsel in Argentinien
Revolution am Río de la Plata

Das Wappen der Republik Argentinien trägt neben anderen Elementen die Rote Mütze. Sie steht in Anlehnung an die Jakobiner für „Revolution“, für die durch Revolution erlangte Freiheit (von den Spaniern). Revolutionen sind bezeichnend für die Geschichte des Landes zwischen Anden und Atlantik, und sie ereignen sich auch heute: Bei der Stichwahl am 22. November 2015 entschied sich das argentinische Volk für eine politische Wende.

Die Casa Rosada, der argentinische Präsidentenpalast in der Hauptstadt Buenos Aires. Im Vordergrund ist ein Springbrunnen zu sehen. Dahinter ist der rosafarbene Palast.

Casa Rosada, der argentinische Präsidentenpalast in der Hauptstadt Buenos Aires

"Se siente, se siente, Mauricio Presidente!" - Wahlspruch für Mauricio Macri (etwa: "Mauricio soll Präsident werden!")

Der Kirchnerismus, der zwölf Jahre lang die Republik regierte und beherrschte, ist abgewählt. Die Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner wird den Präsidentenstab am 10. Dezember 2015 ihrem wohl größten Opponenten, dem Bürgermeister der Autonomen Stadt Buenos Aires, Mauricio Macri, übergeben.

Selbst- und wohl zu siegessicher nahmen die Reihen des Kirchnerismus, ein linksgerichtetes Bündnis innerhalb des Peronismus, Einfluss auf den Wahlkampf ihres Kandidaten, den aktuellen Gouverneur der Provinz Buenos Aires, Daniel Scioli. Nachdem sich Scioli in diesem zweiten Wahlkampf im Vorfeld der Stichwahl radikalisierte und das eindeutige Gebaren eines Kirchneristen annahm, verspielte er jegliche Chance. Da half es nichts mehr, von relativer Veränderung zu sprechen (ohne die erreichten Errungenschaften des Kirchnerismus zu gefährden). Der Wahlkampf war teils schmutzig verlaufen, über Konfrontation und böse Worte bis hin zur Angstmache in der Bevölkerung, dass Macri das Land in die 90er Jahre des "rechten Neoliberalismus" zurückwerfen würde. So zeigte beispielsweise ein Werbespot ein weinendes Mädchen, weil Macri, falls er Präsident werden würde, das ganze Land an ausländische Investoren verkaufen würde.

Es hat nichts genützt. Der Linkspopulismus hat verloren; in der Region ist er ohnehin in der Krise.

Der ausführliche Bericht zum Download

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