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Sensibilisierungskampagne für Frauen im Hohen Atlas

Aus Anlass des „Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ führte die Hanns-Seidel-Stiftung Marokko erstmals eine Bildungsmaßnahme für Mädchen und Frauen in Marrakesch-Safi durch. Diese Region ist geprägt von Abhängigkeit und Armut.

Diskussionsveranstaltung in Oualed Ouqil

Diskussionsveranstaltung in Oualed Ouqil

Die Nationalstraße 203 führt von Marrakesch durch den Hohen Atlas in das etwa zweihundert Kilometer entfernte Taroudant im Süden Marokkos. Die Strecke entlang des Flusses Oued N´fis gehört zu den landschaftlich reizvollsten Gebieten Marokkos. Der von sattgrünen Palmen und silbrig glitzernden Olivenbäumen umgebene Flusslauf wird von zahlreichen majestätischen Viertausendern gesäumt. In der Region befindet sich auch der höchste Berg Nordafrikas, der 4.167 Meter hohe Jbel Toubkal. Die an die sonnigen Hänge gebauten Bergdörfer sind vom Wandel der Zeiten und Epochen nur marginal berührt worden. Im Gegensatz zu den sich rasant entwickelnden Großstädten Marokkos, die von gigantischen Infrastrukturprojekten und Gentrifizierungsvorhaben geprägt sind, vor allem Casablanca, Rabat, Tanger und Marrakesch, spiegelt sich in dieser Region die schwache Platzierung des Landes im Human Development Index (HDI) wider. Darin belegte Marokko im Jahr 2014 Rang 129. Von den arabischen Staaten kamen nur Mauretanien und der Jemen auf schlechtere Plätze. Wer indes in Rabat, Casablanca oder aber in einem schicken Stadtteil nördlich oder südlich von Marrakesch lebt, der neuen globalen „Jet-Set-Oase aus Tausendundeiner Nacht“, den beschleichen während einer solchen Reise beim Anblick eines derartigen Wohlstandsgefälles Beklemmung und Demut. 

Zu den wesentlichen Problemen der Bevölkerung in der Region zählen vor allem sozioökonomische Exklusion, die sich in einer flächendeckenden Armut widerspiegelt sowie ein enormes Bildungsdefizit;beide Hauptursachen für das schwache Abschneiden im Human Development Index. Auch wenn es keine zuverlässigen Angaben gibt, gehen Schätzungen davon aus, dass mehr als 60 Prozent der Menschen dort von Analphabetismus betroffen sind.
Insbesondere für Frauen tut sich in diesem streng hierarchisierten gesellschaftlichen Kontext ein Kreislauf aus Abhängigkeit, Armut und sozioökonomisch motivierter Zwangsehen auf. 

Der ausführliche Bericht zum Download: "Sensibilisierungskampagne für Frauen im Hohen Atlas"

Kontakt
Leiterin: Maryam Schmidt
Referat V/2: Naher Osten, Nordafrika
Leiterin:  Maryam Schmidt
Telefon: 089 1258-290
Fax: 089 1258-359
E-Mail: schmidtm@hss.de