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Neu in der russischen Hauptstadt: Jan Dresel mit persönlichen Beobachtungen
Dialog in Moskau

Am 15. März ist der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer zu politischen Gesprächen mit Staatspräsident Wladimir Putin und hochrangigen Regierungsvertretern der Russischen Föderation nach Moskau gereist. Bei den Gesprächen wurde unter anderem die Gründung einer bayerisch-russischen Arbeitsgruppe Wirtschaft auf den Weg gebracht.

Trübes Wetter, grimmige Gesichter? In Moskau spürt man die Vorfreude auf den Frühling.

Trübes Wetter, grimmige Gesichter? In Moskau spürt man die Vorfreude auf den Frühling.

Lena15; CC0; Pixabay

Kenner der russischen Hauptstadt wissen, was im März von Moskau zu erwarten ist: Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, trübes Wetter und grimmige Gesichter. So auch meine Erwartungshaltung, als ich im März 2017 meine Tätigkeit als neuer Leiter der Verbindungsstelle Moskau der Hanns-Seidel-Stiftung aufnahm. Bereits von 2014 bis 2016 hatte ich in Moskau gelebt und wusste, dass sich viele Bewohner der russischen Hauptstadt alle Jahre wieder wegen der anhaltenden Tristesse bis weit in den März hinein umso mehr auf den Beruf konzentrieren, um sich zumindest dort Erfolgserlebnisse abzuholen und Vorfreude auf den Frühling aufkommen zu lassen.

Nicht so in diesem Jahr. Seit Anfang März scheint fast jeden Tag die Sonne. Zusammen mit den milden Temperaturen zaubert sie vielen Moskowitern, wie die Bewohner Moskaus auch genannt werden, ein Lächeln ins Gesicht. Dies bekomme ich auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause besonders gut mit, denn das Büro der Moskauer Verbindungsstelle der Hanns-Seidel-Stiftung befindet sich in unmittelbarer Nähe der beliebten Künstlerstraße und Flaniermeile Arbat.

Im Foyer des Ritz-Carlton: Ilse Aigner mit dem neuen Leiter der HSS-Verbindungsstelle Moskau, Jan Dresel.

Im Foyer des Ritz-Carlton: Ilse Aigner mit dem neuen Leiter der HSS-Verbindungsstelle Moskau, Jan Dresel.

HSS

Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Bildung und Landwirtschaft

Natürlich schiebt sich auch einmal ein einzelner Regentag dazwischen, aber die gute Stimmung lässt sich davon niemand verderben. Umso weniger, als nach Jahren der wirtschaftlichen Krise auch die Aussicht auf eine nachhaltige Erholung der russischen Wirtschaft und die zuletzt stark gestiegene außenpolitische Bedeutung Russlands ihren Teil dazu beitragen, die Gemütslage vieler Menschen aufzuhellen. 

Mitten in diese Zeit der guten Laune fiel der Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten in Moskau vom 15. bis 17. März, bei dem Horst Seehofer von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner sowie von einer großen Wirtschafts-, Wissenschafts- und Landwirtschaftsdelegation begleitet wurde. Bei der Ankunft am Flughafen in Moskau am 15. März konnte man förmlich spüren, dass die Delegationsmitglieder in Eile waren und es kaum erwarten konnten, sich so schnell wie möglich auf den Weg in die Innenstadt zu machen und dort die ersten Termine wahrzunehmen.

Moskau: Im prominenten Ritz-Carlton trafen sich die bayerischen und russischen Delegationen.

Moskau: Im prominenten Ritz-Carlton trafen sich die bayerischen und russischen Delegationen.

HSS

Großes Interesse Russlands an mehr Handel mit Bayern

Bei den Gesprächen in Moskau strebten Bayern und Russland eine weitere Verbesserung ihrer Beziehungen in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Bildung und Landwirtschaft an. So traf Ministerpräsident Seehofer am späten Donnerstag Nachmittag den Staatspräsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin zu einem politischen Meinungsaustausch, an dem auch der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber teilnahm.

Die russische Seite hatte wiederholt ihr großes Interesse an einer weiteren Forcierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Bayern und Russland betont. Dies gilt genauso für Bayerns exportorientierte Wirtschaft, denn Sanktionen und Gegensanktionen sind für sie eine besondere Belastung. Von 2012 bis 2016 hat sich das bayerisch-russische Handelsvolumen fast halbiert.

Hat sich schon ein bisschen in Moskau verliebt: Jan Dresel leitet seit März unsere Verbindungsstelle in der russischen Hauptstadt.

Hat sich schon ein bisschen in Moskau verliebt: Jan Dresel leitet seit März unsere Verbindungsstelle in der russischen Hauptstadt.

HSS

Seehofer trifft russischen Wirschaftsminister Maxim Oreschkin

Ein wichtiger Termin in diesem Zusammenhang war das Treffen von Ministerpräsident Seehofer mit dem Minister für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation, Maxim Oreschkin, am Freitag Nachmittag. Dabei sollte eine Vereinbarung über die Gründung einer bayerisch-russischen Arbeitsgruppe zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet werden, mit der auch konkrete gemeinsame Projekte angestoßen werden sollen.

Die politischen Gespräche von Ministerpräsident Seehofer mit Staatspräsident Wladimir Putin und hochrangigen Regierungsvertretern der Russischen Föderation könnten wie eine Initialzündung für den weiteren politischen Dialog wirken. Dessen konstruktive Fortsetzung ist Voraussetzung für eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Bayern und Russland und könnte ganz allgemein wieder sonnigere Zeiten in den deutsch-russischen Beziehungen einläuten.

Kontakt
Verbindungsstelle Moskau
Leiter:  Jan Dresel
Telefon: +7 495 690-2807
Fax: +7 495 913-7002
E-Mail: moskau@hss.de