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jungeHSS: Kurz erklärt
Tag der Deutschen Einheit: 3. Oktober 1990

Seit 27 Jahren sind die beiden deutschen Staaten wieder vereint. Die DDR trat mit Wirkung zum 3. Oktober der Bundesrepublik bei. 41 Jahre DDR gingen damit zu Ende. Heute können alle Bürger Deutschlands in einer freiheitlichen Demokratie leben.

Warum gab es zwei deutsche Staaten?

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Deutschland in Besatzungszonen aufgeteilt. Großbritannien, Frankreich und die USA teilten sich den westlichen Teil Deutschlands und Berlins. Die Sowjetunion erhielt Ost-Deutschland und Ost-Berlin. Die drei westlichen Zonen wurden durch die Einführung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 zur Bundesrepublik Deutschland (BRD). Die sowjetische Zone wurde am 7. Oktober 1949, dem „Tag der Republik“ zur Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Die Staaten waren politisch sehr unterschiedlich. Im Westen wurde eine soziale Marktwirtschaft eingeführt und die BRD wurde an den Weltmarkt angeschlossen. Die Bundesrepublik war von Anfang an ein demokratischer Staat. Der Einfluss der Besatzungsmächte wurde von Zeit zu Zeit immer kleiner. Im Osten entwickelte sich eine Ein-Parteien-Diktatur der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), die immer unter dem Einfluss des ehemaligen Besatzers aus der Sowjetunion stand. Bei Volksaufständen wurden sogar manchmal sowjetische Panzer eingesetzt.

Blick auf die Grenze zwischen der BRD und der DDR. Hinter dem Grenzzaun erhebt sich ein Wachturm. Im Hintergrund ist ein Dorf zu sehen.

Die Grenze in Deutschland umfasste fasst 1400 km Grenzzaun. Im sogenannten Todesstreifen war die Chance, eine Flucht zu überleben sehr gering. Selbstschussanlagen, Tretminen und die "Grenzer" verhinderten den "illegalen" Grenzübertritt.

HBrüning; wikimedia commons

Innerdeutsche Grenze – Wie ist sie gefallen?

Seit den 1960er Jahren baute die DDR ihre Grenze zur BRD immer stärker aus. Im sogenannten „Todesstreifen“ gab es Panzersperren, Selbstschussanlagen und viele Wachtürme mit Scheinwerfern und Grenzsoldaten, welche die Grenze rund um die Uhr überwachten. Das diente dazu, die Flucht der Bürger nach Westen zu verhindern. An der Grenze starben über 800 Menschen, die versuchten in die Bundesrepublik zu fliehen.

Die Menschen in der DDR wehrten sich natürlich auch gegen diese Maßnahme. Der Druck auf das Regime wuchs und wurde 1989 schließlich zu groß. Bei einer Pressekonferenz verkündete Günther Schabowski, SED-Pressesprecher, dass Ausreisen nun ohne Angabe von Gründen und auch kurzfristig erfolgen konnten. Die Mauer war am 9. November 1989 gefallen.

Günther Schabowski leitet eine Pressekonferenz. Im Raum sind Medienvetreter mit Kameras und Fotografen anwesend. Auf dem Podium Vertreter der SED.

„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Günther Schabowski zum Inkrafttreten der neuen Ausreisebestimmungen, die eine unbeschränkte Ausreise aus der DDR ermöglichten.

Thomas Lehmann; Deutsches Bundesarchiv

Wie kam es zur Wiedervereinigung?

Der Mauerfall brachte das politische System der DDR zum Zerfall. Zahlreiche Bürger reisten aus der DDR aus und die oppositionellen Kräfte daheim erstarkten. Mit den Volkskammerwahlen 1990, der ersten wirklich demokratischen Wahl in der DDR wurde der Weg zu Einigung geebnet.

Diese neu gewählte Volkskammer stimmte dann auch am 20. September 1990 dem Einigungsvertrag zu. Die Volkskammer legte die offizielle Einigung auf den 3. Oktober fest.

Das Logo ist unterteilt in drei Sprechblasen, in den Farben der deustche Flagge, und bedruckt mit den Rahmendaten des Tages der Deutschen Einheit.

Mainz ist 2017 der Austragungsort für das Bürgerfest und die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit.

Staatskanzlei RLP; rlp.de

Was feiern wir heute?

Der Tag der Deutschen Einheit wird seit 1990 als Nationalfeiertag gefeiert. Er löste den „Tag der Republik“ in der DDR und den 17. Juni als Nationalfeiertag in der BRD ab. Jedes Jahr finden die offiziellen Feierlichkeiten in einer anderen Stadt mit den großen politischen Persönlichkeiten unseres Landes statt. Unter dem Motto „Zusammen sind wir Deutschland“ stellen sich auch die Verfassungsorgane des Bundes vor und man kann einiges über die Politik und die Geschichte Deutschlands erfahren. Dieses Jahr ist die Feier in Mainz, der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz.

Autor: Moritz Schubert

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