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Friedensabkommen mit FARC abgelehnt
Volksabstimmung in Kolumbien

Autor: Prof. Dr. Klaus G. Binder

Kolumbiens Ringen um einen Friedensschluss zwischen Regierung und der Guerilla FARC hat einen herben Rückschlag erlitten. In einer Volksabstimmung lehnten am 2. Oktober 2016 die Bürger bei einer äußerst geringen Wahlbeteiligung von 37 Prozent überraschend mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,2 Prozent das Friedensabkommen ab, das vor nur einer Woche in Cartagena unterzeichnet worden war.

Kolumbien vor der Entscheidung

Kolumbien vor der Entscheidung

Bei der Frage „Unterstützen Sie das endgültige Abkommen zur Beendigung des Konflikts und den Aufbau eines stabilen und dauerhaften Friedens“ war die kolumbianische Bevölkerung aufgefordert, mit Ja oder Nein zu antworten und somit die 297 Seiten umfassende Vereinbarung anzunehmen oder eben abzulehnen. 6.377.482 Bürger stimmten dem Abkommen zu, 6.431.376 lehnten es ab. Angesichts dieses Ergebnisses ist klar, dass das Abkommen in der vorliegenden Form nun nicht in Kraft treten wird. Auch wenn die Volksabstimmung von der Regierung zur Legitimierung des Verhandlungsergebnisses freiwillig erfolgte – die Guerilla hatte sich lange gegen ein solches Plebiszit gesträubt und es endlich akzeptiert – ist das Ergebnis rechtlich bindend. Umfragen hatten bis zuletzt das Ja-Lager mit einem signifikanten Vorsprung gesehen – ebenso die ersten Hochrechnungen am Abstimmungstag. Entsprechend groß waren das Entsetzen auf der einen und die Überraschung auf der anderen Seite.

Erst mit der neunten offiziellen Hochrechnung, nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen und knapp zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale überholte das Nein vor den Augen und Ohren der kolumbianischen Öffentlichkeit das bis dahin führende Ja.

Der ausführliche Bericht zum Download: "Kolumbianer lehnen Friedensabkommen mit FARC ab"

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