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Studienreise durch Deutschland und Frankreich
Vom Aufbau einer sozial gerechten Gesellschaft

Unter dem Titel „Praktische Strategien für soziale Integration“ haben Regierungsberater aus Vietnam eine Studienreise durch Frankreich und Deutschland unternommen.

„Je größer die Ungleichheit [...], desto geringer die Chance auf Wohlstand und Entwicklung“

„Je größer die Ungleichheit [...], desto geringer die Chance auf Wohlstand und Entwicklung“

HSS; HSS

"Je größer die Ungleichheit in einem Land ist, desto geringer die Chance auf Wohlstand und Entwicklung“, betonte Jan Rielaender, von der OECD. Dies gelte nicht nur für Entwicklungs- und Transformationsländer sondern auch für Industrieländer, warnte der Wirtschaftswissenschaftler. Als Gründe für die ökonomische Stagnation von Entwicklungsländern führt er an: 

  1. hohe Ungleichheit auf allen Ebenen der Gesellschaft,

  2. ungenügende industrielle Entwicklung

  3. zu geringe Produktivität verbunden mit schlechtem makroökonomischen Management

In einer wissenschaftlichen Diskussion mit Dr. Dao Qung Vinh wurde gemeinsam die Situation in Vietnam analysiert, das auf zwei Jahrzehnte stetigen Wirtschaftswachstums zurückblickt. Wie der Direktor des Forschungsinstituts für Arbeit und Soziales feststellte, haben auch in dem südostasiatischen Land  nicht alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen von dieser Entwicklung partizipieren können. Vietnam hat sich deshalb, analog zu Deutschland, zum Aufbau eines sozialen Sicherungssystems entschieden.

Im Bundesrat: Leiter der Delegation, Dao Quang Vinh und Mai Hai Yen, HSS Vietnam

Im Bundesrat: Leiter der Delegation, Dao Quang Vinh und Mai Hai Yen, HSS Vietnam

HSS; HSS

schrittweise alternde Gesellschaft

Wie Vinh betont, ist die Integration aller Bevölkerungsgruppen in die Gesellschaft ein Hauptziel der vietnamesischen Regierung. Ein wichtiges Problem sieht er auch in der demographischen Entwicklung. Derzeit profitiert Vietnam noch von der demographischen Dividende, doch die Entwicklung einer schrittweise alternden Gesellschaft wie in Europa ist absehbar. "Im Dienst von Demokratie, Frieden und Entwicklung" – mit diesem Motto überschreibt die Hanns-Seidel-Stiftung ihre Arbeit und ihren Auftrag. Dies gilt gleichermaßen für das Engagement im Inland, wie im Ausland. Vietnam strebt bis 2020 die Schaffung einer inklusiven Gesellschaft an mit gleichen Rechten und Chancen für alle Bürgerinnen und Bürger.

Vorstellung und fachliche Diskussion zu Migrationsförderprogrammen beim Landesverband der Arbeiterwolhfahrt in Berlin

Vorstellung und fachliche Diskussion zu Migrationsförderprogrammen beim Landesverband der Arbeiterwolhfahrt in Berlin

HSS; HSS

Sozialgesetzgebung in Vietnam verbessern

Vor diesem Hintergrund berät und unterstützt auch die Hanns-Seidel-Stiftung das „Institute of Labour Science and Social Affairs“ beim Aufbau eines sozialen Sicherungssystems in Vietnam. Auf dem Programm der Studienreise standen Besuche bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, bei verschiedenen Sozialverbänden sowie zum Abschluss im Deutschen Bundestag und dem Bundesrat. Die während der Reise gewonnen Erfahrungen sollen dabei helfen, die Sozialgesetzgebung in Vietnam zu verbessern und zum Verständnis der Bedeutung sozialer Sicherungssysteme für eine lebendige Demokratie beitragen. Bei Le Ha Vu, Mitarbeiter der Vietnamesischen Nationalversammlung, hat der Deutschlandbesuch tiefen Eindruck hinterlassen: „Gemeinsam mit der HSS werden wir ein entsprechendes Trainingsmodul entwickeln, dass das Bewusstsein unserer Abgeordneten stärkt.“