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Ministerin Scharf besucht HSS-Projekt in Indien
„Wasser ist Leben“: Kooperation gegen den Klimawandel

Im März besuchte Umweltministerin Scharf das Wasserprojekt der Hanns-Seidel-Stiftung in Indien. Dabei traf sie auf ausgetrocknete Dörfer, mutige Frauen und die indische Wasserministerin.

In Rajasthan, ist der Klimawandel sichtbar und spürbar. In dem zum Großteil von Wüste bedeckten Bundesstaat im Westen Indiens ist Wasser seit jeher ein rares Gut. Doch seit Jahren sinkt – wie auch in anderen Teilen des Landes – der Grundwasserspiegel immer weiter ab. Durch den Klimawandel wird auch der lebenswichtige Monsunregen immer unberechenbarer und weniger. Da jeder zweite Inder von der Landwirtschaft lebt, ist Wasser auf dem Land zu einer Frage des Überlebens geworden. Sein Mangel ist zunehmend Auslöser für Landflucht, Verelendung und grenzüberschreitende Migration.

Der Bau einer Regenauffanganlage mit Tank und Pumpe vermeidet kilometerlange Wegstrecken für die lokale Bevölkerung.

Der Bau einer Regenauffanganlage mit Tank und Pumpe vermeidet kilometerlange Wegstrecken für die lokale Bevölkerung.

HSS

Sammeln, stauen, nutzbar machen

Es ist Ende März; Hitze und Trockenheit sind allgegenwärtig, bis zum Einsetzen des Monsuns im Juli und dem damit verbundenen Aussäen nehmen die Temperaturen weiter zu. Dem Leitgedanken „Wasser ist Leben“ folgend, besucht die bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf, Bauern in Dörfern Rajasthans und Gujarats, um sich ein Bild über die Möglichkeiten zur Abmilderung von Wassermangel und Klimawandel zu machen. Hier erarbeitet die Hanns-Seidel-Stiftung seit mehreren Jahren gemeinsam mit der Dorfbevölkerung, Experten-Organisationen und Lokalbehörden Lösungen, um Wasser sammeln und stauen zu können, monatelang nutzbar zu machen und die Wasserversorgung für Ackerflächen sicherzustellen.

HSS-Partnerin Richa Audichya demonstriert Ministerin Scharf die Trockenheit im Dorf Umarni.

HSS-Partnerin Richa Audichya demonstriert Ministerin Scharf die Trockenheit im Dorf Umarni.

HSS

Viele Bürgermeisterinnen: Frauen setzen sich in Ortswahlen häufig durch

Am meisten beeindruckt zeigte sich die Staatsministerin von den Bürgermeisterinnen der Dörfer: in einem strengen Patriarchat lebend, setzten sie sich in Ortswahlen gegen männliche Kandidaten durch, um die Wassersituation in ihren Dörfern zu verbessern. Mit Mut und Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung bringen sie nun die Thematik im Lokalparlament unter, beantragen staatliche Zuschüsse, bauen dorfnah Brunnen, schaffen ein Bewusstsein für Probleme und Lösungen und erarbeiten nebenbei Respekt für die politische Arbeit von Frauen.

Wasserministerin Uma Bharti im Gespräch mit Staatsministerin Ulrike Scharf.

Wasserministerin Uma Bharti im Gespräch mit Staatsministerin Ulrike Scharf.

Bayer. Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Starke Frauen unter sich

Eine besonders starke Frau traf Ministerin Scharf in Neu Delhi: Uma Bharti, Indiens Bundesministerin für Wasserressourcen, Flüsse und Ganges-Reinigung. Die Wiederherstellung des heiligen und wichtigsten Flusses Indiens ist eine Aufgabe riesigen Ausmaßes und eine entsprechend große Herausforderung für das Land. Aus diesem Grund vereinbarten beide Ministerinnen eine Zusammenarbeit zwischen Bayern und Indien – während Indien sich ein Bild über Flussreinigung in Deutschland machen kann, lernt Bayern die greifbaren Folgen von Klimawandel und Wassermangel kennen. 

Erst kurz zuvor hatte ein indisches Gericht den Ganges in den rechtlichen Stand eines Lebewesens gehoben – auch in Indien ist der Leitgedanke „Wasser ist Leben“ aufgenommen worden.

Kontakt
Leiterin: Dr. Susanne Luther
Abteilung V: Institut für Internationale Zusammenarbeit
Leiterin:  Dr. Susanne Luther
Telefon: 089 1258-280
Fax: 089 1258-359
E-Mail: luther@hss.de