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25 Jahre Hanns-Seidel-Stiftung in der Ukraine
Wie die Musik vor 25 Jahren zur Brücke der Nationen wurde

Kiew, 4. Oktober 2017 - Bei einem Festakt in Kiew würdigte die Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS), Ursula Männle, vor rund 150 Gästen aus Politik und Gesellschaft die 25-jährige Tätigkeit der HSS in der Ukraine. Damit engagiert sich die HSS bereits die Hälfte ihres 50-jährigen Gesamtbestehens in dem seit 1991 unabhängigen Staat.

Ursula Männle und Markus Ferber sitzen nebeneinander im Publikum und hören einen Redebeitrag.

"Uns muss bewusst sein, dass (...) politische Auseinandersetzungen in der Mitte Europas noch immer mit Waffengewalt geführt werden und Menschen sterben."

Projektbüro HSS Kiew; HSS

„Beide runden Jubiläen“, sagte Männle bei ihrer gestrigen Rede, „unterstreichen die Kontinuität und die Verlässlichkeit der HSS in Deutschland wie in den Partnerländern. Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen begleiten wir hautnah, wir diskutieren und vermitteln, fördern und fordern, wo erforderlich.“ Alle HSS-Projektansätze in der Ukraine dienen der Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung, der Zivilgesellschaft und der Inneren Sicherheit, insbesondere mit Blick auf eine moderne, bürgerorientierte Polizei im demokratischen Rechtsstaat. Dies erfolgt durch die Förderung von Individuen, denen durch Schulungen, Diskussionen und europaweiten Austausch Erfahrungen vermittelt werden. „In der Zivilgesellschaft hat die Ukraine in der Vergangenheit, mit der Orangenen Revolution im Jahr 2004 und der Revolution der Würde im Jahr 2014 auch im europäischen Kontext Maßstäbe gesetzt, was die freiheitliche und pro-europäische Orientierung der Mehrheit der Bevölkerung des Landes angeht. Die Aufgabe der Parteien ist es, dieses gesellschaftliche Engagement aufzunehmen und zur Grundlage der Politik des Landes zu machen“, forderte Männle. Im Hinblick auf den seit drei Jahren andauernden Konflikt im Osten des Landes, der schon mehr als 10.000 Menschenleben gekostet hat, sagte sie: „Uns muss bewusst sein, dass weit im 21. Jahrhundert politische Auseinandersetzungen in der Mitte Europas noch immer mit Waffengewalt geführt werden und Menschen sterben. Ich hoffe, dass bei unserem nächsten Jubiläum in 25 Jahren, am besten noch weit früher, Waffengewalt als Mittel politischer Auseinandersetzungen weit abseits jeder Vorstellungskraft liegen möge.“

Ursula ännle lächelt in die Kamera

Die Vorsitzende der HSS war bereits vor rund 25 Jahren in der Ukraine und erlebte dort die verbindende Wirkung der Musik.

Projektbüro HSS Kiew; HSS

Am Rande erzählte Männle eine Anekdote, die sich auch vor rund 25 Jahren zutrug: Schon kurz nach dem Zusammenbruch der UdSSR fand in Kiew eine Tagung der ehemaligen Sowjetrepubliken von Armenien über Kasachstan bis Usbekistan statt, an der auch Männle teilnahm. Diese Konferenz gestaltete sich äußerst schwierig, denn die Teilnehmer machten ihre Ausführungen bewusst in ihren jeweiligen Landessprachen. Weil keine Übersetzungsdienste zur Verfügung standen, herrschte eine „babylonische“ Sprachverwirrung. An einen Dialog war nicht zu denken. Beim abendlichen Essen, bei dem sich dies fortsetzte, begann eine ukrainische Opernsängerin ukrainische Volkslieder zu singen. Das veranlasste die anderen Delegationen, ebenfalls ihre Volkswaisen anzustimmen. Die Musik wurde schließlich zum verbindenden Element, sorgte für eine Entspannung der Atmosphäre und machte den Dialog zwischen den Teilnehmerländern erst möglich. Musik also als Brücke der Kulturen. Im Gegensatz zur Annahme Franz Josef Strauß‘ kann man Politik in Ausnahmefällen offensichtlich mit dem Kopf und auch mit dem Kehlkopf machen.

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Leiter: Thomas Reiner
Referat I/2: Onlineredaktion/Internet
Leiter:  Thomas Reiner
Telefon: 089 1258-500
E-Mail: Reiner-T@hss.de