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Deutsch-türkischer Dialog
Zusammenleben in Freiheit und Toleranz

Seit Monaten beschäftigen die Entwicklungen in der Türkei die deutsche Öffentlichkeit. Besonders in Ingolstadt, wo es große türkischstämmige Gemeinden gibt, müssen Politik und Stadtgesellschaft sehr sensibel für die Folgen der innertürkischen Entwicklungen auf das Zusammenleben sein. Am 8. Dezember hatte die Hanns-Seidel-Stiftung führende Akteure zu einem Meinungsaustausch geladen.

Rudolf-Koller-Saal der Volkshochschule Ingolstadt

Rudolf-Koller-Saal der Volkshochschule Ingolstadt

HSS

Zwei Großdemonstrationen von Menschen türkischer Herkunft hatten in den letzten Monaten in Ingolstadt für Aufsehen gesorgt. In den Medien wurde die Frage diskutiert, was die Demonstranten zum Ausdruck bringen wollten. Ging es darum, den Sieg der Demokratie über die Putschisten in der Türkei zu feiern? Nach den viel kritisierten Maßnahmen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Reaktion auf den gescheiterten Militärputsch im Juli diesen Jahren waren Zeifel an der demokratischen Gesinnung Erdogans laut geworden. Selbst der implizite Vorwurf, Erdoğan nehme durch seine zahlreichen Unterstützer in Deutschland Einfluss auf die deutsche Innenpolitik stand im Raum. Mehrere Live-Videoübertragungen nach Ankara waren bei pro-türksichen Demonstrationen aus Sicherheitsgründen untersagt worden.

Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein

Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein

HSS

Um zum öffentlichen Diskurs beizutragen, hatte die Hanns-Seidel-Stiftung führende Akteure aus Politik und Stadtgesellschaft zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Zusammenleben in Freiheit und Toleranz. Zum Miteinander von Menschen mit deutschen und türkischen Wurzeln“ eingeladen. Es diskutierten untereinander und mit den 150 Gästen Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein, das Mitglied des Deutschen Bundestags Reinhard Brandl, der stv. Vorsitzende des DITIB Landesverbandes Südbayern Aykan Inan und der Beauftragte für christlich-islamischen Dialog der Stadt Ingolstadt Hakan Sirt. In seiner Begrüßungsrede nahm Philipp W. Hildmann, Beauftragter für Interkulturellen Dialog und Leiter des Büros der Stiftungsvorsitzenden, Ursula Männle, Bezug auf die starke kulturelle Verwurzelung vieler Deutsch-Türken und stellte die Frage, welche Konsequenzen dies "für den guten Humus" unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung habe.

JU-Kreisvorsitzender und Stadtrat Markus Meyer

JU-Kreisvorsitzender und Stadtrat Markus Meyer

HSS

Im Anschluss sagte Günther Beckstein im Rahmen seines Impulsreferats zum interkulturellen Zusammenleben in Deutschland, die religiöse Radikalisierung sei unter den in Deutschland lebenden Türken im Allgemeinen gering, dennoch sei für Viele die Bedeutung der Religion im Vergleich zu Bildung angestiegen. Mit dieser Veranstaltung wollte die Hanns-Seidel-Stiftung nicht zuletzt die Botschaft senden, dass die "große" Politik keinen Keil in die Stadtgesellschaft treiben darf und das gemeinsame Bekenntnis zu den in Deutschland geltenden Grundwerten (speziell der Glaubens- und Gewissensfreiheit, der Freiheit der politischen Orientierung, der Kunst, Presse und Wissenschaft ebenso wie der Versammlungsfreiheit) das Fundament des Zusammenlebens sein und bleiben muss.

Kontakt
Leiter: Dr. Philipp W. Hildmann
L3: Strategieentwicklung und Grundsatzfragen
Leiter:  Dr. Philipp W. Hildmann
Telefon: 089 1258-492
E-Mail: hildmann@hss.de