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CLEANTECH für Bayern
Dünger aus Schafwolle - Falter Naturprodukte GmbH

Autor: Maria Geyer

Dünger aus Schafwolle? Kaum zu glauben, aber wahr: Der natürliche Rohstoff wird schon seit Jahrhunderten zur Anreicherung des Bodens mit wertvollen Nährstoffen verwendet. Welche Vorteile dies im Sinne von Nachhaltigkeit und Kreislauf hat, erläutert Johann Falter, der Geschäftsführer der Falter Naturprodukte GmbH.

Für Johann Falter und seinen Betrieb bedeutet CleanTech, mit sauberen Technologien und grüner Energie umwelt- und ressourcenschonend zu wirtschaften: „Ein Umdenken hin zu mehr Umwelt- und Klimaschutz zahlt sich langfristig gesehen für uns alle aus. Solche Betriebe können sich besser für künftige Krisen wappnen. Ich sehe CleanTech als Chance – diese muss aber auch angenommen werden. Jeder Betrieb kann und sollte einen Beitrag für mehr ökologische Nachhaltigkeit leisten.“

Für Johann Falter und seinen Betrieb bedeutet CleanTech, mit sauberen Technologien und grüner Energie umwelt- und ressourcenschonend zu wirtschaften: „Ein Umdenken hin zu mehr Umwelt- und Klimaschutz zahlt sich langfristig gesehen für uns alle aus. Solche Betriebe können sich besser für künftige Krisen wappnen. Ich sehe CleanTech als Chance – diese muss aber auch angenommen werden. Jeder Betrieb kann und sollte einen Beitrag für mehr ökologische Nachhaltigkeit leisten.“

© Falter Naturprodukte GmbH

Die Falter Naturprodukte GmbH aus Pleiskirchen im Landkreis Altötting produziert hochwertige organische Düngemittel aus regionalen und nachwachsenden Rohstoffen, und das mit grüner Energie. Das Unternehmen zählt mit Falter Naturdünger zu den größten Schafwolldünger-Produzenten in Deutschland. Hier erfahren Sie mehr.

Wie die Grundsätze des Kreislaufgedankens und der Nachhaltigkeit bei der Düngerproduktion mit grüner Energie konkret umgesetzt werden, erläutert uns Johann Falter, der Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens.

HSS: Dünger aus Schafwolle – wie kam es zu dieser Idee?

Johann Falter: Wir haben für unseren Betrieb nach einem zusätzlichen Standbein zur Biogasproduktion gesucht. Dabei habe ich in einem Bericht gelesen, dass Schafwolle schon vor hunderten von Jahren als Dünger eingesetzt wurde. Schafwolle hat einen hohen Stickstoffgehalt und enthält außerdem Kalium und Phosphat, d. h. wichtige Nährstoffe für den Boden. Da es sich um einen organischen Rohstoff handelt und für unseren Betrieb der Kreislaufgedanke und die Nachhaltigkeit an oberster Stelle stehen, passte dieser demnach perfekt zu unserem Geschäftsmodell.

HSS: Wo lässt sich Schafwolldünger am besten einsetzen?

Johann Falter: Unser Schafwolldünger erfüllt die Standards für den ökologischen Landbau in Deutschland, Österreich und der Schweiz und kann überall eingesetzt werden. Am besten eignet er sich für Obst- und Gemüsekulturen. Er findet aber auch Verwendung bei Blumen, Bäumen, Sträuchern und Hecken – ausgenommen Pflanzen, die einen sauren Boden lieben. Wir verarbeiten die Schafwolle zu Schafwolldüngergranulat, das viel Wasser speichert, beim Aufquellen den Boden auflockert und so das Wurzelwachstum der Pflanzen fördert.

HSS: Bei der Herstellung des Düngers kommt Bioenergie zum Einsatz. Aus welcher Biomasse wird die Bioenergie gewonnen?

Johann Falter: Wir setzen bei der Düngerproduktion auf grüne Energie und nachwachsende Rohstoffe, da wir möglichst umwelt- und ressourcenschonend vorgehen wollen. Der Strom für den Herstellungsprozess kommt von einer Biogasanlage und eigenen Photovoltaikanlagen. Darüber hinaus wird die Abwärme der Anlagen für die Hygienisierung und Trocknung des Düngers genutzt. So können wir eine komplett CO2-neutrale Produktion gewährleisten. Die Biogasanlage wird bei uns nach den ökologischen Richtlinien betrieben, d. h. es werden ausschließlich Materialien verwendet, die diese Vorgabe erfüllen.

Ein Mitarbeiter der Falter Naturprodukte GmbH hält Dünger-Granulat aus Schafwolle in seinen Händen.

Ein Mitarbeiter der Falter Naturprodukte GmbH hält Dünger-Granulat aus Schafwolle in seinen Händen.

© Falter Naturprodukte GmbH

HSS: Wie stellen Sie die Nachhaltigkeit des Anbaus und der Umwandlung der Biomasse sicher?

Johann Falter: Wir sind ein Naturland-Betrieb, d. h. wir erzeugen unsere Rohstoffe nach Naturland-Richtlinien. Dabei ist ein ganzheitlicher Ansatz wichtig: Neben einer nachhaltigen Bewirtschaftung sowie Natur- und Klimaschutz müssen auch die Sicherung und der Erhalt der Biodiversität und des Bodens beachtet werden. Dies wird durch externe Kontrollstellen dokumentiert und zertifiziert.

Abgesehen davon arbeiten wird nach dem Kreislaufwirtschaftsprinzip: Wir bauen im Rahmen unserer ökologischen Landwirtschaft nachwachsende Rohstoffe an, die zu Dünger weiterverarbeitet werden. Dieser Dünger wird schließlich dem Boden für das Pflanzenwachstum wieder zugeführt und so der Kreislauf geschlossen.

HSS: Wie sorgen Sie dafür, dass die Erzeugung und Umwandlung der Biomasse nur in einem Umfang und mit Methoden erfolgen, die positive Effekte für Klima und Umwelt sicherstellen?

Johann Falter: Wir achten bei unseren Betriebsabläufen darauf, dass wir im Einklang mit der Natur arbeiten, und zwar so, dass von der Natur nicht nur genommen, sondern ihr auch wieder etwas zurückgegeben wird.
Nicht nur die Erzeugung der Biomasse, sondern auch die Produktions-, Verarbeitungs- und Verpackungsprozesse finden allesamt bei uns im Betrieb statt. So haben wir die maximale Kontrolle und können uns stets sicher sein, dass nicht nur der Verbraucher beste Qualität ohne jeglichen Zusatz von Chemie erhält, sondern auch der Natur und dem Klima nicht geschadet wird.

HSS: Der Kreislaufgedanke und Nachhaltigkeit spielen in der Landwirtschaft eine große Rolle. Wie kommen diese bei der Herstellung des Düngers zum Tragen?

Johann Falter: Das ist richtig. Wie bereits erwähnt, führen wir unseren Betrieb auf der Grundlage des Kreislaufgedankens und der Nachhaltigkeit. Zur Herstellung des Düngers verwenden wir Strom und Wärme, die mit einer Biogasanlage sowie eigenen Photovoltaikanlagen erzeugt werden, d. h. wir nutzen erneuerbare grüne Energie. Die Rohstoffe hierfür, bei denen es sich um nachwachsende organische Rohstoffe handelt, werden zum größten Teil auf eigenen Bioflächen produziert. Lediglich diejenigen, die wir für unsere Dünger nicht selbst erzeugen können, wie z. B. die Schafwolle, werden nach einem festen Qualitätsstandard zugekauft.

HSS: Aktuell beziehen Sie die Schafwolle aus Mitteleuropa. Wäre es möglich, Schafwolle nur aus der Region bzw. Bayern zu beziehen?

Johann Falter: Anfangs haben wir nur Wolle aus Bayern verwendet. Die verfügbaren Mengen haben jedoch irgendwann nicht mehr ausgereicht und wir mussten unseren Radius erweitern. Wenn wir die Möglichkeit hätten, würden wir selbstverständlich nur Wolle aus Bayern oder der näheren Umgebung verwenden. Leider gibt es immer weniger Schafhalter, während die Nachfrage nach hochwertigem Schafwolldünger steigt.

HSS: Welche Ziele verfolgen Sie aktuell und mittel- bis langfristig?

Johann Falter: Unser Ziel besteht allgemein darin, unsere Kunden mit hochwertigem Dünger zu versorgen. Hierbei ist es uns wichtig, dass auch künftig der Produktionsprozess CO2-neutral mit grüner Energie und bei uns am Firmensitz in Bayern stattfindet. So ist alles an einem Ort gebündelt – mit kurzen und effektiven Produktions- und Transportwegen.

Vielen Dank für das Interview!

 

Grüne Energie – Hierbei handelt es sich um Energie, die aus regenerativen Quellen gewonnen wird.

Bioenergie – Hierbei handelt es sich um Energie, die aus Biomasse gewonnen wird.

Biomasse – Dieser erneuerbare Energieträger wird unter anderem aus Pflanzen und Bioabfällen gewonnen.

Hygienisierung – Hierunter versteht man die Behandlung bedenklicher Substrate zur Inaktivierung bzw. Abtötung von Krankheitserregern.

Kontakt

: Maria Geyer
Akademie für Politik und Zeitgeschehen
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Leiterin: Dr. Claudia Schlembach
Wirtschaft und Finanzen
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