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Fokus Afrika
Wege zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe

Deutschland und die EU wollen und müssen ihre Beziehungen mit den Länder Afrikas verstärken und gemeinsam „auf Augenhöhe“ agieren. Für eine intensive Partnerschaft mit Afrika braucht es mehr als nur eine neue politische Strategie: es braucht das vielfältige Engagement von Zivilgesellschaft, Unternehmen, Fachkräften und Kommunen. Wir haben mit Edith von Welser-Ude und Bundesminister Dr. Gerd Müller darüber gesprochen, wie das gelingen kann.

Das Jahr 2020 hätte nach den Plänen der EU und deren deutscher Ratspräsidentschaft ein entscheidendes Jahr für die europäisch-afrikanischen Beziehungen werden sollen. Ein Jahr, in dem die Länder des afrikanischen Kontinents mit ihren Entwicklungschancen im Fokus gestanden hätten, ebenso wie die drängenden Zukunftsthemen, die Europa und Afrika nur gemeinsam bewältigen können. Noch im Frühjahr 2020 stellte die EU-Kommission den Vorschlag für eine neue EU-Afrika-Strategie vor.

Mann an einem Zeichentisch entwirft offenbar gerade etwas.

„Partnerschaft auf Augenhöhe, das bedeutet, sich auf die Vielfalt einzulassen, aber auch die Abhängigkeit voneinander anzuerkennen“ (Markus Ferber, MdEP, HSS-Vorsitzender)

jacoblund; ©HSS; IStock

Das geplante Gipfeltreffen der EU mit der Afrikanischen Union wurde auf das Frühjahr 2021 verschoben. Wenig öffentliche Beachtung fand auch der Abschluss der Verhandlungen über das sogenannte Post-Cotonou-Abkommen, das die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen der EU unter anderem mit den afrikanischen Staaten regelt.

Unabhängig davon, wie sich die Corona-Pandemie auf den weiteren Fortschritt dieser so wichtigen Neuordnung der europäisch-afrikanischen Zusammenarbeit auswirkt – die zentrale Frage ist, ob und wie es gelingt, eine tatsächliche Partnerschaft auf Augenhöhe zu erreichen.

„Partnerschaft auf Augenhöhe, das bedeutet, sich auf die Vielfalt einzulassen, aber auch die Abhängigkeit voneinander anzuerkennen“, betont Markus Ferber, MdEP, Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, in seiner Begrüßungsrede.

Neue EU-Afrika-Strategie:

Der Vorschlag für eine Strategie für eine verstärkte Zusammenarbeit umfasst fünf Schlüsselbereiche: grüne Wende, digitaler Wandel, nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung, Frieden und Governance, Migration und Mobilität. Er bildet die Grundlage für den geplanten Gipfel der EU mit der Afrikanischen Union und trägt einer wachsenden Dynamik in den Beziehungen zwischen der EU und Afrika, sowie der Notwendigkeit der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen Rechnung.

Eine solche Partnerschaft ist nicht auf die (internationale) Politik beschränkt, sondern umfasst ebenso eine Vielfalt an Ansätzen unterschiedlicher Akteure, etwa aus der Zivilgesellschaft, aus Unternehmen, von Fachkräften oder aus der Kommunalpolitik. Auch die Hanns-Seidel-Stiftung engagiert sich in der Zusammenarbeit mit Zivilgesellschaft, Verwaltung, Politik und Justiz in 20 afrikanischen Ländern.

In Videostatements (Einspielungen im untenstehenden Video) machten Dr. Uwe Brandl, Bürgermeister der Stadt Abensberg und Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und Dr. Susanne Nonnen, Geschäftsführerin des Senior Experten Service, während des Gesprächs deutlich, wie durch das Engagement von Kommunen oder ehrenamtlichen Fachkräften mit Partnerstädten und –Betrieben „Win-win-Situationen“ und damit ganz nebenbei ein beiderseitig realistischeres Bild von Afrika und Deutschland entstehen können.

Auf dem Podium: Edith von Welser-Ude, Bundesminister Dr. Gerd Müller und Dr. Susanne Luther, Leiterin des Instituts für Internationale Zusammenarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung

Dr. Uwe Brandl,  fordert dazu auf, Kommunalpolitik und Entwicklungsmöglichkeiten nicht mehr „begrenzt im Umgebungsbereich des Kirchturms“ zu denken. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen, vor denen Europa und sein Nachbarkontinent Afrika stehen, ist diese Haltung auf allen Ebenen mehr denn je gefragt.

Kommunale Entwicklungszusammenarbeit

Immer mehr deutsche Städte und Gemeinden engagieren sich in der Entwicklungszusammenarbeit. Nach dem Leitgedanken „global denken – lokal handeln“ leisten sie wichtige Beiträge, um die globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Den Kommunen bieten sich vielfältige Möglichkeiten: von der „fairen Beschaffung“ und die Unterstützung des „fairen Handels“ über Städtepartnerschaften bis hin zu gemeinsamen Aktivitäten für den Klimaschutz.

Das vollständige Video: "Fokus Afrika" 

Kontakt
: Franziska Weichselbaumer
Grundsatzfragen, Büro Brüssel
Franziska Weichselbaumer
Telefon: 089 1258 257
E-Mail: weichselbaumer@hss.de