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Neue Geschäftsmodelle für Europa
Mobilität als Service

Autor: Prof. Dr. Diane Robers , Maximilian Witte

Wie schaffen wir einen integrierten europäischen Mobilitätsraum, der die neuen Möglichkeiten vernetzter Formen des Reisens mit einer zentralen Anwendung für die Kunden nutzbar macht? In Brüssel haben wir mit Top-Experten aus Wirtschaft und Politik über eine länderübergreifende Lösung gesprochen.

Wie komme ich von Bad Wörishofen nach Barcelona? Heute funkitioniert das noch nicht schnittstellenfrei, obwohl die Technologien längst vorhanden wären. Um aus der Vielfalt klassischer und neuer Verkehrsmittel für die Kunden ein Gesamtangebot zu schaffen, müssen neue Geschäftsmodelle auf europäischer Ebene ermöglicht werden. Es geht um das optimale Miteinander von Mobilitätsangeboten und zwar von PKW, ÖPNV, Sharing Konzepten, Schiene, Schiff oder Luft. Am Ende könnte eine App stehen, über die Reisende schnell und einfach buchen können.

Dreierbild vor Bayerischer Flagge

v.l.n.r. Staatsminister Christian Bernreiter, EU-Kommissarin Adina Vălean und Markus Ferber, MdEP, Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung.

©HSS

Sharing, Flug und Bus

Momentan allerdings sind solche europaweiten Konzepte noch schwer umsetzbar und für die Anbieter nicht attraktiv. Das liegt an fehlender „Interoperabilität“, also mangelnder Verzahnung zwischen den einzelnen Verkehsmitteln und grenzüberschreitenden Angeboten und Infrastruktur.

Die unterschiedlichen digitale Möglichkeiten der Sharing Economy miteinander zu verbinden, das ist die Vorstellung hinter dem Konzept: „Mobility as a service“. Carsharing, Carpooling, Bike- und Scooter-Sharing werden dabei mit ÖPV und anderen klassichen Services kombiniert: Mit dem gemieteten E-Bike zum Bahnhof, mit dem Zug in die Stadt, mit der Straßenbahn weiter und für die letzten Meter steht dann ein Scooter zur Verfügung. Wie kann die Politik solche Konzepte fördern und die Innovationskräfte stärken und zwar auf europäischer Ebene?

Europa ist in Sachen moderner, integrierter Mobilität zwar international nicht abgehängt, wir gelten aber nicht unbedingt als Vorreiter, gerade was die politischen Rahmensetzung angeht, die oft sehr langsam auf neue Geschäftsmodelle reagiert. Neue Antriebstechnologien und autonome Fahrzeugskonzepte sind bereits vorhanden aber auch der klassische Verbrennungsmotor wird in den nächsten Jahren noch eine Rolle spielen. Im Rahmen des Green Deals soll die „EU Sustainable and Smart Mobility Strategy“ (EUSSSM) die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Binnenmarktes nachhaltig steigern. Dafür müssen ein paar grundlegende Fragen beantwortet werden:

Was ist notwendig, um Rechts- und Investitionssicherheit auf dem Zukunftsfeld vernetzter Mobilität zu schaffen? Welchen wirtschaftspolitischen Kontext brauchen europäische Unternehmen, um mit ihren Geschälftsmodellen erfolgreich zu sein und welche Rolle können neue Mobilitätskonzepte dabei spielen?

Gruppenfoto mit Prof. Robers in der Mitte

Nach langen Vorbereitungen durch die Akademie für Politik und Zeitgeschehen konnte die Expertenrunde im September endlich in Brüssel zusammenkommen. Leiterin Prof. Dr. Diane Robers (Mitte) moderierte die Diskussionen. Sie sieht die Politik in der Pflicht, einen Rahmen zu schaffen, in dem Unternehmen Mobilität europaweit anbieten können.

©HSS

Was brauchen wir für neue, euopäische Mobilität?

Die Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung hat sich des Themas angenommen und mit einer hochkarätigen Expertenrunde von Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft in der Bayerischen Vertretung in Brüssel diskutiert. Auch der Vorsitzende der Stiftung, Markus Ferber, MdEP, war bei der Diskussion dabei, unter anderen außerdem Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, sowie Adina Vălean, Kommissarin für Verkehr in der europäischen Kommission. Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Dr. Diane Robers, die Leiterin der Akademie für Politik und Zeitgeschehen in der Hanns-Seidel-Stiftung.

Voraussetzungen für den Erfolg neuer Mobilität in Europa sind nach unseren Experten:
 

  1. Europaweite technologieoffene Förderung schaffen.
  2. Nutzungsmöglichkeiten für Anbieter etwa der Mobilitätsdaten in Echtzeit.
  3. Europaweit denken. Lokale oder regionale Insellösungen sind nur beschränkt konkurrenzfähig. Es geht darum, ein skalierbares europäisches Mobilitätskopnzept zu schaffen. Dabei können Kooperationen unter verschiedenen Anbietern eine Rolle spielen.
  4. Zügiges Handeln der Politik: Technologische Standards setzen, die Schnittstellenprobleme in Europa überwinden, Interoperationalität garantieren.

Kontakt

Leiterin: Prof. Dr. Diane Robers
Akademie für Politik und Zeitgeschehen
Prof. Dr. Diane Robers
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