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Nachhaltige Kommunen vorgestellt
Markt Oberelsbach in der Rhön - Die Biosphärengemeinde

„Nur was man kennt, schützt man auch“ - Umweltbildung ist ein wichtiger Baustein für nachhaltige Entwicklung und sensibilisiert für die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Für manche Gemeinden wie denm Markt Oberelsbach ist dieser Anspruch eine Querschnittsaufgabe – und durchaus auch eine lokale Wirtschaftsbasis mit Prädikat.

Die „Lange Rhön“ ist ein weitgehend waldfreier Höhenzug im Dreiländer-Eck Bayern, Hessen und Thüringen. Im Mittelalter wurde das Gebiet großräumig gerodet, die Flächen als Mäh- und Weideland genutzt. So entstand eine einzigartige Kulturlandschaft, die außergewöhnliche Fernsichten und eine große Artenvielfalt an Blütenpflanzen und Bodenbrütern bietet. Die „Lange Rhön“ ist heute das größte außeralpine Naturschutzgebiet Bayerns (UNESCO Biosphärenreservat und Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön).

Einzigartige Kulturlandschaft

Die Natur hat nicht nur bei Touristen, sondern auch in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert, wie Erste Bürgermeisterin Birgit Erb erläutert:

„Wir fangen bereits im Kindergarten und in den Schulklassen mit ganzheitlicher Umweltbildung an“.

Die beiden Kindergärten im Ort dürfen sich sogar als „Biosphären-Kita“ bezeichnen. Um dieses Prädikat zu erhalten, müssen sie bestimmte, deutschlandweit festgelegte Kriterien erfüllen und in Handlungsfeldern, wie etwa „Naturschutz und Ökologie“ oder „Ernährung und Konsum“ großes Engagement nachweisen. Ziel ist es, den Kindern die Natur und Kultur ihrer Heimat noch näher zu bringen.

Birgit Erb, Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Oberelsbach, Zweite Vizepräsidentin Bayerischer Gemeindetag und Bezirksverbandsvorsitzende Unterfranken: „Heute nicht auf Kosten von morgen, hier nicht auf Kosten von anderswo“ – das ist der Schlüssel zu nachhaltigem Handeln. Davon bin ich überzeugt.“

Birgit Erb, Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Oberelsbach, Zweite Vizepräsidentin Bayerischer Gemeindetag und Bezirksverbandsvorsitzende Unterfranken: „Heute nicht auf Kosten von morgen, hier nicht auf Kosten von anderswo“ – das ist der Schlüssel zu nachhaltigem Handeln. Davon bin ich überzeugt.“

© Markt Oberelsbach/Sabrina Pörnter

Bildung ist wichtig

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sieht der Markt Oberelsbach als Querschnittsaufgabe an, und das hört nicht bei den Kindergärten oder der Schule auf: Im Ortszentrum befindet sich eine Umweltbildungsstätte, in der Jugendliche wie Erwachsene Vorträge, Workshops, Seminare und Exkursionen buchen können und so auf spannende Weise mehr über die die Beziehung von Mensch und Natur lernen. Die Bildungsmodule umfassen die Bereiche

  • Ernährung und Landwirtschaft,
  • Wald und Holz,
  • Siedlung und Soziales,
  • nachhaltiger Konsum und 
  • Mensch, Natur und Umwelt

Dies gelingt deshalb so gut, weil Nachhaltigkeit im direkten Umfeld erlebbar ist. Die Kulturlandschaft, die die Rhön auszeichnet, hat einen herausragenden Stellenwert. Schützen und nützen lautet dabei das Motto und das gilt nicht nur für die vielen ökologisch bewirtschafteten Flächen in der Landwirtschaft.

Markt Oberelsbach ist die Heimat des Rhönschafes. Vor über 35 Jahren begann ein Schäfer zusammen mit dem BUND Bayern e.V. die Haustierrasse vor dem Aussterben zu retten.

Markt Oberelsbach ist die Heimat des Rhönschafes. Vor über 35 Jahren begann ein Schäfer zusammen mit dem BUND Bayern e.V. die Haustierrasse vor dem Aussterben zu retten.

© Markt Oberelsbach/Sabrina Pörnter

Das Rhönschaf

Auch in der Forstwirtschaft ist Nachhaltigkeit verankert, betont Erb. Von besonderer Bedeutung aber sind die Weidetiere – allen voran das Rhönschaf. Bei den weißen Schafen mit dem charakteristischen schwarzen Kopf handelt es sich um eine alte Haustierrasse. Die Tiere sorgen für das offene Landschaftsbild, das für die „Lange Rhön“ so typisch ist, weswegen man auch vom „Land der offenen Fernen“ spricht. Das Fleisch der Weidetiere wird entsprechend vermarktet. Die Bürgermeisterin freut sich, dass nicht nur Gäste, sondern auch die Einheimischen die Qualität regionaler Kultur zu schätzen wissen und verstärkt vor Ort einkaufen. Um das zu erreichen, ist es wichtig, Vereine einzubinden und Feste zu feiern, denn das, meint Erb „schafft Verbundenheit und Heimatgefühl“.

Der Markt Oberelsbach gilt als Vorbild für Nachhaltigkeit, wie es der Deutsche Nachhaltigkeitspreis 2021 beweist. Die Jury lobte in ihrer Begründung die herausragende Verknüpfung von Biodiversität und Umweltbildung.

Der Markt Oberelsbach gilt als Vorbild für Nachhaltigkeit, wie es der Deutsche Nachhaltigkeitspreis 2021 beweist. Die Jury lobte in ihrer Begründung die herausragende Verknüpfung von Biodiversität und Umweltbildung.

© Markt Oberelsbach/Sabrina Pörnter

Oberelsbach als Vorbild

Die unterfränkische Marktgemeinde hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, jüngst den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Kommunen.

Die Bürgermeisterin könnte über „viele weitere Projekte“ berichten. Eines davon ist die Vermeidung von Lichtverschmutzung. In allen Ortsteilen wird konsequent die Straßenbeleuchtung erneuert und nach den Richtlinien der „Dark Sky Association“ nach unten abgelenkt. Die Umstellung der nächtlichen Beleuchtung schützt nicht nur nachtaktive Tiere, sondern fasziniert auch die Menschen, denn „dafür bieten wir nun Sternenführungen an“, ergänzt Birgit Erb schmunzelnd zum Schluss.

Weiterführende Links: 

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit

Die Ausführungen von Frau Erb gehen auf das gemeinsame Sommerkolloquium 2021 mit der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum zurück, das zum Thema "Im Zeichen einer Zeitenwende: Nachhaltiges Bayern" stattfand. Mehr zur Veranstaltung hier: http://www.akademie-bayern.de/events_detail.php?i=133

Autorin: Silke Franke

Kontakt
Leiterin: Silke Franke
Umwelt und Energie, Städte, Ländlicher Raum
Leiterin:  Silke Franke
Telefon: 089 1258-226
Fax: 089 1258-469
E-Mail: franke@hss.de