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Drohnen: Unbemannte Fluggeräte mit Chancen und Risiken

Ersteller: Karl Heinz Keil

Drohnen werden nicht nur vom Militär eingesetzt. Ob privater Spaß oder professionelle Anwendungen, die Zahl der "Unbemannten Luftfahrzeuge" wächst rasant. Neben den wirtschaftlichen Chancen müssen auch Gefahren und Risiken betrachtet werden.

Derartige Objekte sieht man immer öfter am Himmel.

Derartige Objekte sieht man immer öfter am Himmel.

Pixabay

Eine ferngesteuerte Drohne fliegt gegen den Olympiaturm und stürzt zu Boden. Dabei werden mehrere Personen nur knapp verfehlt. Dieser Vorfall ereignete sich jüngst in München und zeigt das Gefahrenpotenzial. Kein Wunder! Drohnen, oder genauer gesagt privat genutzte Quadrocopter, sind ohne Weiteres im Onlineshop oder beim Elektrodiscounter zu erwerben. Für einen geringen Preis sind kleine Modelle leicht erhältlich und erschwinglich. Vermutlich werden die Fluggeräte auch zum kommenden Weihnachtsfest wieder auf vielen Wunschzetteln - und nicht nur von Kindern - auftauchen.

Die 
Deutsche Flugsicherung DFS und der deutschsprachige Verband für die Unbemannte Luftfahrt UAV DACH gehen aktuell von ca. 400000 Drohnen in Deutschland aus. Diese Zahlen sind nur Schätzungen, denn genau hier liegt das Problem. Verlässliche Angaben kann es nicht geben, weil in Deutschland bisher keine Registrierung für diese Fluggeräte notwendig ist. Uwe Nortmann, Geschäftsführer von UAV DACH und Kristina Kelek, Pressesprecherin der DFS diskutierten am 17. November 2017 im Konferenzzentrum München über diese Problematik und zeigten sich erfreut, dass Bundesverkehrsminister Dobrindt ganz aktuell dieses Themas aufgreift und neue gesetzliche Grundlagen anstrebt. Unsichtbar für das Radar der Fluglotsen, keine Registrierung, keine Ausbildung, die Gefahren sind angesichts eines wachsendes Marktes unübersehbar. Dobrindt sieht in Drohnen ein "großes Potenzial" und will diese Zukunftstechnologie fördern, gleichzeitig aber auch die Sicherheit im Luftraum erhöhen. So wird eine Kennzeichnungspflicht für unbemannte Luftfahrtsysteme mit mehr als 250 Gramm in Form einer Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers angestrebt und ein Kenntnisnachweis, also eine Art "Drohnenführerschein", verpflichtend.

Kristina Kelek, Karl Heinz Keil (Moderator) und Uwe Nortmann diskutierten über notwendige gesetzliche Regelungen.

Kristina Kelek, Karl Heinz Keil (Moderator) und Uwe Nortmann diskutierten über notwendige gesetzliche Regelungen.

Die Drohnentechnologie verspricht in vielen Bereichen wirtschaftlichen Nutzen. Ob Vermessungsingenieure oder Filmemacher, viele neue Möglichkeiten ergeben sich. Auch die Logistikbranche mit ihren namhaften Akteuren forscht, experimentier und startet Pilotprojekte zur Auslieferung von Paketen. Dort wo es ökonomischen Nutzen verspricht, werden wir angesichts einer zunehmenden "Robotisierung" auch noch viele weitere Einsatzoptionen für die Unbemannte Luftfahrt erleben, so der Branchenvertreter Uwe Nortmann. Ist im gewerblichen Bereich noch von einer Ausbildung und internen Registrierung auszugehen, ist dies im privaten Bereich ohne Regulierung schwer möglich. Aktuell werden ca. geschätzte 75 % der Drohnen privat genutzt und so ist der Vorstoß des Bundesverkehrsministeriums für den Branchenverband und die DFS zu begrüßen. Allerdings, so Kelek und Nortmann, sei aus ihrer Sicht eine Plakette noch nicht ausreichend, sondern eine amtliche Registrierung anzustreben. Auf lange Sicht sei sogar über eine Transponderpflicht nachzudenken, so Kelek.

Und was kann der Privatanwender jetzt schon tun? Er sollte sich schon jetzt über bestehende Verbote informieren, so zum Beispiel Flüge über Menschenansammlungen und sensible Bereiche vermeiden und auch nicht in Nachbars Garten fliegen. Denn viele Drohnen sind mit Kameras ausgestattet und damit ergibt sich auch die Notwendigkeit zum Schutz der Privatsphäre. Nicht zu vergessen: Man benötigt eine Haftpflichtversicherung, die durch einen Flugapparat verursachte Schäden abdeckt. Denn normale Policen tun das in der Regel nicht. In diesem Falle sollte man eine spezielle "Drohnen-Versicherung" abschließen.