Print logo

Rezension
Furcht geht um in Washington

Autor: Christian Forstner

Die Journalisten-Legende Bob Woodward gewährt einen Blick hinter die Kulissen des Weißen Hauses unter Donald Trump. Woodward gibt unvergleichliche Einsichten in die internen Prozesse und Debatten der Trump-Administration und zieht den Schluss: dieser Präsident ist gefährlich, für den Frieden in Amerika und in der Welt. Unser Büroleiter in Washington, Christian Forstner, hat das Buch für HSS.de rezensiert.

Donald Trump hat die Präsidentschaftswahl 2016 gewonnen, er ist der legitime Präsident Amerikas. Das Wahlrecht kam ihm zu Gute, er hatte mehr Wahlmänner hinter sich, obwohl er landesweit weniger Stimmen erhielt.

Das verschlagene Gesicht Donald Trumps. Zusammengekniffene Augen.

Ein Präsident der nicht liest, zu viel fernschaut und außenpolitisch unbeleckt ist: um Verzeihung zu bitten, ist für Donald Trump eine Schwäche, Macht bedeutet, Angst einzuflößen.

Rowohlt Verlag

Doch das Land und die Welt tun sich schwer mit diesem Präsidenten. Es gibt viele, die diese Wahl für einen Irrtum der Geschichte halten und ihn korrigieren wollen. Bezeichnend: Der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein liebäugelte mit der Variante, ein Amtsunfähigkeitsverfahren anzustrengen. Aber Donald Trump ist immer noch im Amt, trotz der Russland-Ermittlungen des Sonderbeauftragten Robert Mueller, trotz der Ablehnung seines Politikstils im In- und Ausland. Aussagen wie von Wolfgang Ischinger helfen nicht weiter. Der frühere Botschafter in Washington hatte das Dilemma auf den Punkt gebracht: „Wir können nicht ohne die USA, aber wir können nicht mit Donald Trump.“ Donald Trump ist noch bis mindestens 2020 US-Präsident, möglicherweise sogar darüber hinaus. Er ist der mächtigste Mann der Welt, seine Entscheidungen sind Weltpolitik. Und genau darin liegt die erstaunlichste Erkenntnis des Buches: Die Macht von Donald Trump zieht sich wie ein roter Faden durch die gut 400 Seiten einschließlich Index und Quellenangaben. Der Präsident bestimmt die Außen- und Innenpolitik und stützt sich dabei auf die republikanischen Mehrheiten in Senat und Abgeordnetenhaus. Nur die Justiz setzt ihm manchmal Grenzen. Die Zweifel am politischen Sachverstand des Präsidenten sind groß, das Vertrauen in sein Krisenmanagement gering.

Die Traditionalisten im Washingtoner Politikbetrieb bemühen sich um Schadensbegrenzung. Sie lassen Papiere schon einmal vom Schreibtisch im Oval Office verschwinden, um destablisierende Entscheidungen zu verhindern. Bei einem dermaßen sprunghaften Präsidenten kann dies im Ausnahmefall möglicherweise eine effektive Taktik sein, wie das Beispiel der angedrohten Aufkündigung des Handelsabkommens mit Südkorea zeigte. Donald Trump wollte es in der Luft zerreissen, seine Berater aus dem wirtschaftlichen und sicherheitspolitischem Establishment unbedingt daran festhalten. Doch bei Trump gilt: aus den Augen, aus dem Sinn. Die angeforderte Executive Order zur Kündigung des Abkommens wanderte vom Schreibtisch, der frühere Wirtschaftsberater Gary Cohn nimmt das für sich in Anspruch. Das Korea-Abkommen ist bis heute in kraft. 

Das Buch "Furcht" von Bob Woodward ist Anfang Oktober in deutscher Übersetzung im Rowholt Verlag erschienen. Als Hörbuch ist es beim Argon Verlag erhältlich.

Das verschlagene Gesicht Donald Trumps. Zusammengekniffene Augen.

Ein Präsident der nicht liest, zu viel fernschaut und außenpolitisch unbeleckt ist: um Verzeihung zu bitten, ist für Donald Trump eine Schwäche, Macht bedeutet, Angst einzuflößen.

Rowohlt Verlag

Bob Woodward - Furcht: Trump im Weißen Haus

Mitteilung an die Leser

Die Interviews für dieses Buch wurden nach dem journalistischen Grundsatz «unter zwei» geführt. Damit ist gemeint, dass alles, was ich dabei erfuhr, verwendet werden durfte, jedoch ohne Kenntlichmachung der Person, von der ich es hatte. Das Buch ist ein Extrakt aus Hunderten von Stunden an Interviews mit Leuten, die die geschilderten Vorgänge selbst mitgestaltet und miterlebt haben. Fast alle gestatteten mir, unsere Interviews auf Tonträger aufzunehmen, um mir eine präzisere Nacherzählung des Geschehens zu ermöglichen. Wörtliche Zitate, Gedankengänge oder Schlussfolgerungen stammen von der zitierten Person, von einem unmittelbar beteiligten und daher kundigen Kollegen oder aus Protokollnotizen, Tagebüchern, Akten sowie aus amtlichen oder persönlichen Dokumenten. Präsident Trump lehnte es ab, für dieses Buch interviewt zu werden.

Aus dem Englischen von Sylvia Bieker, PiekeBiermann, Gisela Fichtl, Thomas Gunkel, StephanKleiner, Hainer Kober, Monika Köpfer, ElisabethLiebl, Stefanie Römer, Karl Heinz Siber, KarstenSingelmann, Peter Torberg, Henriette Zeltner

Prolog

Anfang September 2017, im achten Monat der Präsidentschaft

Donald Trumps, pirschte sich Gary Cohn, ehemaliger

Präsident von Goldman Sachs und als Chef des Nationalen

Wirtschaftsrats inzwischen der ranghöchste Wirtschaftsberater

des US-Präsidenten, vorsichtig an den Resolute Desk,

den großen Schreibtisch des Präsidenten im Oval Office des

Weißen Hauses, heran.

In seinen siebenundzwanzig Jahren bei Goldman Sachs

hatte Cohn – fast eins neunzig, kahlköpfig, schnodderig und

berstend vor Selbstbewusstsein – Milliarden für seine Kunden

und Hunderte Millionen für sich erwirtschaftet. Er hatte

sich selbst das Privileg erteilt, jederzeit Trumps Oval Office

betreten zu können, und der Präsident hatte das akzeptiert.

Auf dem Tisch lag der Entwurf eines nur eine Seite umfassenden

Briefes des US-Präsidenten an den Präsidenten

von Südkorea mit der Aufkündigung des Freihandelsabkommens

zwischen den beiden Ländern, genannt KORUS.

Cohn war entsetzt. Seit Monaten drohte Trump mit

der Kündigung dieses Abkommens, das eine der Grundfesten

einer wirtschaftlichen Partnerschaft, eines militärischen

Bündnisses und, wichtiger noch, einer Zusammenarbeit

bei hochgeheimen nachrichtendienstlichen Operationen

und Kapazitäten bildete.

Gemäß einem in den 1950er Jahren geschlossenen Vertrag

stationierten die Vereinigten Staaten 28 500 Soldaten

in Südkorea und installierten dort unter höchster Geheimhaltung

stehende, sehr sensible Special-Access-Programme

(SAP) mit hochtechnisierten Fähigkeiten zur Codewort-Aufklärung

und militärischen Abwehr. Langstreckenraketen

der Nordkoreaner waren mittlerweile in der Lage, Atomwaffen

zu transportieren, vielleicht bis in die USA hinein.

 

Eine nordkoreanische Rakete würde achtunddreißig Minuten

brauchen, um Los Angeles zu erreichen.

Die Special-Access-Programme versetzten die Vereinigten

Staaten in die Lage, den Start einer Langstreckenrakete

in Nordkorea innerhalb von sieben Sekunden zu detektieren.

Dieselbe Technik, in Alaska stationiert, brauchte dazu

fünfzehn Minuten – ein beachtlicher Zeitunterschied.

Die Möglichkeit, einen Raketenstart innerhalb von sieben

Sekunden zu detektieren, verschaffte den US-Streitkräften

genug Zeit für den Abschuss einer nordkoreanischen

Rakete. Es ist dies die vielleicht wichtigste und geheimste

operative Mission einer US-Regierung. Die amerikanische

Präsenz in Südkorea ist essenziell für die nationale

Sicherheit.

Die Aufkündigung des Handelsabkommens KORUS, das

Südkorea als unentbehrlich für seine Volkswirtschaft ansah,

hätte zu einem Kollaps der Beziehungen der beiden

Länder führen können. Cohn konnte nicht glauben, dass

Präsident Trump das Risiko eingehen würde, den Zugang

zu Geheimdienstinformationen einzubüßen, die für die Sicherheit

der USA überlebenswichtig waren.

Das alles entsprang der Wut Trumps darüber, dass die

USA gegenüber Südkorea ein Handelsdefizit von jährlich

18 Milliarden Dollar hatten und 3,5 Milliarden Dollar jährlich

für den Unterhalt ihrer dort stationierten Truppen ausgaben.

Trotz der fast täglichen Berichte über Chaos und Zerwürfnisse

im Weißen Haus wusste die Öffentlichkeit nicht,

wie schlimm es hinter den Kulissen tatsächlich aussah.

Trump war immer sprunghaft, erratisch, änderte seine Meinung.

Er verfiel oft in schlechte Laune, ärgerte sich über

irgendetwas Großes oder Kleines, und über das KORUS-Abkommen

sagte er immer wieder: «Heute steigen wir aus.»

Und jetzt lag da dieser Brief mit dem Datum 5. September

2017, potenzieller Auslöser einer nationalen Sicherheitskatastrophe.

Cohn hatte die Sorge, dass Trump den

Brief unterschreiben würde, wenn er ihn sah.

Cohn nahm den Briefentwurf vom Schreibtisch. Er legte

ihn in eine blaue Mappe mit der Aufschrift «KEEP».

«Ich klaute ihn von seinem Schreibtisch», erzählte er

später einem Mitarbeiter. «Ich wollte dafür sorgen, dass er

ihn nicht zu sehen bekam. Er wird dieses Dokument nie zu

sehen bekommen. Der Schutz des Landes geht vor.»

Inmitten der Anarchie und Unordnung, die im Weißen

Haus – und in Trumps Kopf – herrschten, bemerkte der Präsident

nicht, dass der Brief fehlte.

 

Im Normalfall wäre Rob Porter, Stabssekretär des Weißen

Hauses und ordnende Hand für die Präsidentenakten,

der verantwortliche Mann für die Erstellung von Briefen

wie dem an den Präsidenten Südkoreas gewesen. Doch

diesmal war der Briefentwurf ominöserweise durch unbekannte

Kanäle zu Trump gelangt. Der Stabssekretär erfüllt

eine der wenig sichtbaren, aber wichtigen Funktionen im

Weißen Haus. Seit Monaten war Porter derjenige gewesen,

der Trump Beschlussvorlagen und andere präsidiale Dokumente

erläutert hatte, bis hin zu den sensibelsten die nationale

Sicherheit berührenden Freigaben für Militäraktionen

und verdeckte CIA-Aktivitäten.

Porter, vierzig Jahre, eins neunzig, gertenschlank und

als Mormone aufgewachsen, war einer der grauen Männer:

ein Apparatschik mit wenig Ausstrahlung, der die juristische

Fakultät von Harvard absolviert hatte und Rhodes-Stipendiat

gewesen war.

Wie Porter später herausfand, gab es mehrere Exemplare

des Briefentwurfs; entweder er oder Cohn sorgten dafür,

dass keines davon auf dem Tisch des Präsidenten verblieb.

Im Zusammenwirken bemühten sich die beiden, die ihrer

Überzeugung nach impulsiven und gefährlichen Weisungen

Trumps aufs Abstellgleis umzuleiten. Der Korea-

Brief und andere Dokumente seiner Art verschwanden

einfach. Wenn Trump einen Entwurf zum Gegenlesen auf

den Schreibtisch bekam, schnappte ihn sich Cohn manchmal

unbemerkt, und der Präsident vergaß dann den Vorgang.

Wenn aber ein Brief auf seinem Schreibtisch lag,

pflegte er ihn zu unterschreiben. «Es geht nicht darum, was

wir für das Land getan haben», sagte Cohn im Vertrauen,

«sondern darum, vor welchen Dingen wir ihn bewahrt haben.»

Das war nicht weniger als ein administrativer Staatsstreich,

eine Sabotage des Willens des Präsidenten der Vereinigten

Staaten und seiner verfassungsgemäßen Macht.

Wie Porter einem Kollegen sagte, umfassen seine Amtspflichten

mehr als das Koordinieren politischer Entscheidungen

und Verfahrensabläufe und das Führen der präsidialen

Akten: «Ein Drittel meiner Arbeit bestand in dem Bemühen,

auf einige der wirklich gefährlichen Ideen zu reagieren,

die er hatte, und ihm Gründe an die Hand zu geben,

die ihn hoffentlich einsehen ließen, dass es vielleicht

doch keine so guten Ideen waren.»

Eine andere Strategie bestand darin, Dinge hinauszuzögern,

auf Zeit zu spielen, auf rechtliche Hindernisse hinzuweisen.

Wie der Jurist Porter sagte: «Dinge in die Länge zu

ziehen oder ihm nicht vorzulegen oder ihm – korrekterweise,

nicht nur als Ausflucht – zu sagen, dass dieser Vorgang

geprüft werden muss oder wir daran noch gründlicher arbeiten

müssen oder dass wir dafür noch keine Freigabe von

der Rechtsabteilung haben – das kam zehnmal öfter vor als

das Wegzaubern von Papieren von seinem Schreibtisch. Es

fühlte sich an, als würden wir die ganze Zeit am Rand des

Abgrunds balancieren.»

 

Es gab Tage oder Wochen, in denen die Dinge halbwegs

geregelt zu laufen schienen und man wenigstens ein paar

Schritte vom Abgrund entfernt war. «Andere Male stürzten

wir jedoch ab, und dann bedurfte es einer Rettungsaktion.

Wir hatten das Gefühl, immer direkt am Abgrund entlangzulaufen.»

Auch wenn Trump das Verschwinden des Briefs vom 5.

September nie erwähnte, vergaß er nicht, was er mit dem

Handelsabkommen vorhatte. «Dieser Brief tauchte mehrmals

wieder auf», berichtete Porter einem Mitarbeiter.

Im Laufe einer späteren Besprechung im Oval Office entspann

sich eine hitzige Debatte über das Handelsabkommen

mit Südkorea. «Interessiert mich nicht», tönte Trump,

«ich habe genug von diesen Argumenten! Ich will nichts

mehr davon hören. Wir steigen aus KORUS aus.» Er begann

mit dem Diktieren eines neuen Briefes, den er nach Seoul

schicken wollte.

Jared Kushner, der Schwiegersohn des Präsidenten,

nahm Trumps Diktum ernst. Mit seinen sechsunddreißig

Jahren war Jared bereits einer der ranghöchsten Berater

des Weißen Hauses. Sein gemessenes Auftreten trug fast

aristokratische Züge. Seit 2009 war er mit Trumps Tochter

Ivanka verheiratet.

Weil Jared bei der Sitzung näher als alle anderen beim

Präsidenten saß, begann er, die Worte Trumps mitzuschreiben

wie ein Diktat.

Mach den Brief fertig und dann her damit, damit ich ihn

unterschreiben kann, wies Trump seinen Schwiegersohn

an.

Jared war dabei, das Diktat des Präsidenten in einen neuen

Brief umzusetzen, als Porter davon erfuhr.

«Lass mir den Entwurf zukommen», wies er Jared an,

«wenn wir das tun, können wir es nicht auf der Rückseite

einer Serviette tun. Wir müssen daraus ein Schriftstück

machen, mit dem wir uns nicht blamieren.»

Kushner schickte ein ausgedrucktes Exemplar seines

Entwurfs los. Es war nicht wirklich brauchbar. Porter und

Cohn ließen selbst einen Text aufsetzen, um zu zeigen, dass

sie taten, was der Präsident gefordert hatte. Trump erwartete ein schnelles Ergebnis.

Sie durften nicht mit leeren Händen dastehen. Ihr Entwurf war Bestandteil des Täuschungsmanövers.

 

Auf einer offiziellen Sitzung brachten die Gegner eines

Ausstiegs aus KORUS alle erdenklichen Argumente vor –

die Vereinigten Staaten hätten noch niemals zuvor ein Freihandelsabkommen

aufgekündigt; es gebe rechtliche Gesichtspunkte,

geopolitische Gesichtspunkte, grundlegend

wichtige Belange der nationalen Sicherheit und der Geheimdienstarbeit;

der Brief sei noch nicht reif. Sie deckten

den Präsidenten mit Fakten und Logik ein.

«Na gut, dann arbeiten wir also weiter an dem Brief»,

sagte Trump schließlich, «ich will den nächsten Entwurf sehen.»

Cohn und Porter schrieben keinen nächsten Entwurf.

Es gab also nichts, das man dem Präsidenten hätte vorlegen

können. Die Angelegenheit ging erst einmal im Strudel

der präsidialen Beschlussfassungen und Verkündungen

unter. Andere Dinge beanspruchten seine Aufmerksamkeit

und seine Zeit.

Doch das Thema KORUS verschwand nicht. Cohn besprach

sich mit Verteidigungsminister James Mattis, dem

Marineinfanteriegeneral i. R., dessen Stimme in Trumps

Kabinett und Stab vielleicht das größte Gewicht hatte. General

Mattis, ein Kriegsveteran, hatte vier Jahrzehnte im

Marine Corps gedient. Er war eins fünfundsiebzig und von

kerzengerader Haltung, wenn auch mit einer Attitüde chronischer

Weltverdrossenheit.

«Wir taumeln am Abgrund entlang», vertraute Cohn dem

Minister an, «es kann sein, dass wir diesmal Rückenstärkung

brauchen.»

Mattis versuchte, seine Besuche im Weißen Haus sparsam

zu dosieren und sich nach Möglichkeit nur mit militärischen

Angelegenheiten zu befassen, doch er verstand die

Dringlichkeit der Sache und begab sich ins Oval Office.

«Mr. President», sagte er, «Kim Jong-un stellt die größte

Bedrohung unserer nationalen Sicherheit dar. Wir brauchen

Südkorea als Verbündeten. Es mag den Anschein haben,

als habe der Handel mit alldem nichts zu tun, dabei ist

er zentral.»

 

Die Einrichtungen und Verbindungen der amerikanischen

Streitkräfte und Geheimdienste in Südkorea seien

das Rückgrat unserer Fähigkeit, uns gegen Nordkorea zu

verteidigen. Er solle das Abkommen bitte nicht kündigen.

Warum die USA eine Milliarde Dollar im Jahr für ein

System zur Raketenabwehr in Südkorea bezahlten, wollte

Trump wissen. Ein Raketenabwehrsystem namens THAAD

(Terminal High Altitude Area Defense) hatte seinen Zorn

erregt, und er drohte damit, es aus Südkorea abzuziehen

und nach Portland in Oregon zu verlegen.

«Wir tun das nicht für Südkorea», erklärte Mattis, «wir

helfen Südkorea, weil es uns hilft.»

Der Präsident schien ein Einsehen zu haben, aber nur

für einen kurzen Augenblick.

Als Präsidentschaftskandidat hatte Trump Bob Costa

und mir diese Definition der Pflichten des Präsidenten gegeben:

«Seine oberste Pflicht ist die Sicherheit unserer Nation

… Das ist die Nummer eins, zwei und drei … Dass

die Streitkräfte stark sind und sicherstellen, dass unserem

Land nicht von außen her Schlimmes angetan wird. Und ich

bin mir ganz sicher, dass das immer der Punkt eins meiner

Definition sein wird.»

Ein Jahr danach waren die Vereinigten Staaten zur

Geisel der Worte und Taten eines emotional überreizten,

sprunghaften und unberechenbaren politischen Führers

geworden. Mitglieder seines Stabes hatten sich zusammengetan,

um vorsätzlich die nach ihrem Dafürhalten gefährlichsten

Impulse des Präsidenten abzublocken. Es war

der Nervenzusammenbruch der politischen Exekutive des

mächtigsten Landes der Welt.

Die nachfolgenden Kapitel erzählen diese Geschichte.

Vorlage vom 5. September 2017 für einen Brief an den Präsidenten

von Südkorea zur Aufkündigung des Freihandelsabkommens.

Gary Cohn fand den Brief auf Präsident Trumps

Schreibtisch im Oval Office und nahm ihn an sich, damit er

nicht unterschrieben und abgeschickt würde.

 

Entwurf / Entscheidungsgrundlage

5. September 2017

Sehr geehrte Herren,

das Freihandelsabkommen zwischen den Vereinigten

Staaten und Korea («Abkommen») entspricht in seiner

gegenwärtigen Form nicht dem besten Gesamtinteresse

der US-amerikanischen Wirtschaft. Deshalb tun die Vereinigten

Staaten hiermit in Übereinstimmung mit Artikel

24.5 des Abkommens ihren Wunsch kund, das Abkommen

zu kündigen. Wie sich aus den Bestimmungen in Artikel

24.5 des Abkommens ergibt, wird das Abkommen 180 Tage

nach dem Datum dieser Mitteilung auslaufen. In dieser

Zeitspanne sind die Vereinigten Staaten bereit, mit der

Republik Korea über wirtschaftliche Themen, die für beide

Länder von Belang sind, zu verhandeln.

Hochachtungsvoll

Donald J. Trump

Präsident der Vereinigten Staaten

Robert E. Lighthizer

Handelsbeauftragter der Vereinigten Staaten

 

Kapitel 1

Im August 2010, sechs Jahre bevor er Trumps letztlich erfolgreichen

Präsidentschaftswahlkampf übernahm, bekam

Steve Bannon einen Anruf. Er war damals siebenundfünfzig

und Produzent von rechtsreaktionären Politfilmen.

«Was hast du morgen vor?», fragte David Bossie. Der

konservative Aktivist saß seit langem für die Republikaner

in Ermittlungsausschüssen des Kongresses und hatte beinahe

zwanzig Jahre lang hinter Skandalen von Bill und Hillary

Clinton hergefahndet.

«Alter», antwortete Bannon, «ich schneide gerade diese

beschissenen Filme für dich.»

Die Midterm-Wahlen zum Kongress standen an. Die Tea

Party war auf dem Höhepunkt, die Republikaner gewannen

an Boden.

«Wir hauen zwei weitere Filme raus. Ich bin andauernd

im Schneideraum. Ich arbeite zwanzig Stunden am Tag» –

und zwar an Anti-Clinton-Filmen im Auftrag von Citizens

United, einem konservativen Aktionsbündnis unter Bossies

Ägide.

«Kannst du morgen mit mir nach New York kommen?»

«Wozu?»

«Donald Trump treffen.»

«Wozu?»

«Er erwägt, sich um die Präsidentschaft zu bewerben.»

«In welchem Land?»

Echt, im Ernst, versicherte Bossie. Er traf sich seit Monaten

mit Trump und arbeitete für ihn. Das Treffen jetzt

hatte Trump gewollt.

«Ich hab keine Zeit für Gewichse, Alter», sagte Bannon,

«Donald Trump wird nie Präsidentschaftskandidat. Vergiss

es. Gegen Obama? Vergiss es. Ich hab keine Zeit für so ’n

Scheißblödsinn.»

 

«Willst du ihn nicht mal kennenlernen?»

«Nein, kein Interesse.» Bannon kannte Trump, er hatte

ihn einmal dreißig Minuten lang interviewt, für The Victory

Sessions, seine in Los Angeles produzierte Radiosendung

am Sonntagnachmittag, die er als «Radioshow für den denkenden

Mann» bewarb.

«Der Typ meint es nicht ernst», sagte Bannon.

«Doch, ich glaub schon», sagte Bossie. Trump war ein

Fernsehpromi mit einer berühmten Show namens The Apprentice,

die auf NBC lief und wochenlang auf Platz eins

stand. «Wir vergeben uns nichts, wenn wir ihn mal besuchen.»

Schließlich stimmte Bannon zu und flog mit nach New York.

Im Trump Tower fuhren sie in den sechsundzwanzigsten

Stock. Trump begrüßte sie herzlich im Konferenzsaal, und

Bossie sagte, er habe eine detaillierte Präsentation vorbereitet.

Es war eher ein Grundkurs.

Der erste Teil, so Bossie, stellt dar, wie man bei den Republikanern

in Vorwahlen geht und gewinnt, erklärte er.

Der zweite zeigt auf, wie man im Wahlkampf um das Präsidentenamt

der Vereinigten Staaten gegen Barack Obama

antritt. Bossie beschrieb die üblichen Strategien für

Wahlkämpfe und erörterte Verfahren und Themen. Er war

ein konservativer Traditionalist, Anhänger des schlanken

Staats und kalt erwischt worden von der Tea-Party-Bewegung.

Dies sei ein bedeutender Augenblick in der amerikanischen

Politik, erläuterte er, der Populismus der Tea Party

sei gerade dabei, das ganze Land im Sturm zu erobern. Endlich

habe der kleine Mann eine Stimme. Populismus sei eine

Graswurzelbewegung, mit der sich der politische Status

quo zugunsten der Normalverbraucher zerschlagen lasse.

 

«Ich bin Geschäftsmann», warf Trump ein, «ich bin keiner

für politische Karrieren.»

«Wenn Sie fürs Präsidentenamt kandidieren wollen»,

sagte Bossie, «müssen Sie eine Menge kleine und eine Menge

große Dinge wissen.» Kleine wie zum Beispiel Bewerbungsfristen

oder die bundesstaatlich unterschiedlichen

Regeln für Vorwahlen – Details eben. «Sie müssen das Regelwerk

kennen und wissen, wie man Delegierte gewinnt.

Aber als Erstes», sagte Bossie, «müssen Sie die konservative

Bewegung verstehen.»

Trump nickte.

«Sie haben ein paar Probleme mit bestimmten Themen»,

sagte Bossie.

«Ich habe mit gar keinem Thema irgendein Problem»,

sagte Trump, «wovon reden Sie eigentlich?»

«Erstens hat bei den Republikanern noch nie jemand die

Vorwahlen gewonnen, der nicht Abtreibungsgegner ist»,

erklärte Bossie, «und das sind Sie leider ganz und gar

nicht.»

«Was soll das heißen?»

«Es ist bekannt, dass Sie an die Abtreibungsleute gespendet

haben, an Kandidaten, die für Wahlfreiheit stehen.

Sie haben sich auch öffentlich so geäußert. Sie müssen aber

Pro-Life sein, gegen Abtreibung.»

«Ich bin gegen Abtreibung», sagte Trump, «ich bin Pro-

Life.»

«Nun ja, es gibt Beweise für das Gegenteil.»

«So was kann man ja wegkriegen», sagte Trump, «sagen

Sie mir einfach, wie das geht. Ich bin – wie nennen Sie das?

Pro-Life. Ich bin Pro-Life, das sage ich Ihnen.»

Je länger Trump redete, desto mehr war Bannon fasziniert

von seinem Talent zur Selbstdarstellung. Trump wirkte

engagiert, reaktionsschnell und körperlich in bester Verfassung.

Seine Präsenz war überlebensgroß und raumfüllend,

die personifizierte Befehlsgewalt. Der Mann hatte

 

was. Gleichzeitig kam er rüber er wie ein Kneipengast, der

im Fernsehen auftritt, ein Typ aus Queens, streetsmart.

Dieser Trump war nach Bannons Einschätzung Archie Bunker

in echt, allerdings ein zielstrebiger Archie Bunker.

«Die zweite große Frage», sagte Bossie, «ist Ihr Wahlverhalten.»

«Mein Wahlverhalten? Was meinen Sie damit?»

«Wie oft Sie gewählt haben.»

«Wovon reden Sie?»

«Nun ja», sagte Bossie, «wir haben es hier mit Vorwahlen

bei den Republikanern zu tun.»

«Ich gehe immer zur Wahl», prahlte Trump, «ich gehe

immer wählen, seit ich achtzehn, zwanzig bin.»

«Das ist leider nicht korrekt. Ihr Wahlverhalten ist nämlich

öffentlich belegt.» Der altgediente Ermittler Bossie

zeigte auf einen Stapel Unterlagen.

«Kein Mensch weiß, wie ich wähle.»

«Nein, nein, nein, nicht, wie Sie wählen. Aber wie oft Sie

wählen.»

Bannon stellte fest, dass Trump nicht einmal rudimentäre

Vorstellungen vom politischen Geschäft hatte.

«Ich bin jedes Mal wählen gegangen», beharrte Trump.

«Durchaus nicht, bis auf eine Ausnahme haben Sie noch

nie an einer Vorwahl teilgenommen.» Bossie zitierte aus

den Unterlagen.

«Das ist eine dreckige Lüge», sagte Trump, «absolut gelogen.

Ich habe jedes Mal gewählt, wenn eine Wahl anstand.»

«Sie haben nur einmal bei einer Vorwahl mitgestimmt»,

sagte Bossie, «1988 oder so, bei den Republikanern.»

«Ja, stimmt.» Wieder vollzog Trump, ohne mit der Wimper

zu zucken, eine Wende um hundertachtzig Grad. «Damals

für Rudy.» Giuliani hatte 1989 für den New Yorker

Bürgermeisterposten kandidiert. «Steht das da auch drin?»

«Ja.»

 

«Das stecken wir weg», sagte Trump.

«Vielleicht zählt nichts von alldem», sagte Bossie, «vielleicht

aber doch. Man muss methodisch vorgehen, wenn

man vorwärtskommen will.»

Dann war Bannon dran. Er leitete über zu der Tea Party

und ihren Motiven. Dass sie die Eliten nicht leiden könne.

Dass Populismus etwas für den gemeinen Mann sei, der das

ganze System für Schmu halte. Populisten seien gegen Vetternwirtschaft

und Insidergeschäfte, mit denen der Arbeiter

ausgeblutet werde.

«Das finde ich toll. Genau das bin ich», sagte Trump, «ich

bin Popularist.» Er kriegte schon das Wort nicht hin.

«Nein, nein», sagte Bannon. «Es heißt Populist.»

«Doch, doch», beharrte Trump, «Popularist.»

Bannon gab auf. Zuerst dachte er, Trump hätte das Wort

nicht verstanden. Aber vielleicht hatte er einfach seine eigene

Interpretation – populär sein, beliebt bei Leuten. Bannon

wusste auch, dass «Popularist» eine ältere britische

Version von «Populist» war, ein Wort für die nichtintellektuelle

breite Masse.

Nach etwa einer Stunde sagte Bossie: «Wir haben noch

ein großes Thema.»

«Was denn?» Trump klang jetzt etwas argwöhnischer.

«Nun ja, achtzig Prozent Ihrer Spenden sind an die

Demokraten gegangen», erklärte Bossie. Für ihn war das

Trumps größtes politisches Handicap, aber das sagte er

nicht.

«Das ist Unsinn!»

«Das ist öffentlich einsehbar», sagte Bossie.

«Davon gibt’s auch Belege?» Trump staunte Bauklötze.

«Von jeder Spende, die Sie je getätigt haben.» Es war

Vorschrift, alle Parteispenden offenzulegen.

«Die gleichen sich am Ende aus», konterte Trump, er habe

seine Spenden gerecht aufgeteilt unter Kandidaten beider

Parteien.

 

«Sie haben in der Tat reichlich gespendet. Allerdings zu

achtzig Prozent an die Demokraten. In Chicago, Atlantic City…»

«Das muss ich machen», sagte Trump. «Da regieren

doch überall diese Scheißdemokraten. Man will Hotels bauen,

also muss man die schmieren. Die sind doch zu mir gekommen.»

«Hören Sie», sagte Bannon, «was Dave damit sagen will,

ist Folgendes. Als Kandidat der Tea Party haben Sie das

Problem, dass deren Leute erbost auf solche Deals reagieren.

Und genau die macht jemand wie Sie.»

«Ach was», sagte Trump, «das ist doch alles Schmu. Das

ganze System ist manipuliert. Diese Typen haben mich jahrelang

ausgenommen. Ich will denen nichts spenden. Die

kommen einfach an. Und wenn man keinen Scheck ausstellt…»

In Queens sitze auch so ein Politikerhai, «ein alter Kerl

mit Baseballschläger. Zu dem muss man, und dem muss

man auch was geben – normalerweise Bargeld. Wenn man

das nicht macht, läuft gar nichts. Dann ist nichts mit Bauen.

Lässt man ihm einen Umschlag mit Geld da, dann läuft’s.

So geht das nun mal. Aber das kriege ich geregelt.»

Bossie erklärte, er habe einen Plan. «Alles dreht sich um

die konservative Bewegung. Die Tea Party kommt und geht.

Populismus kommt und geht. Die konservative Bewegung

dagegen ist unser fester Urgrund seit Goldwater.»

Zweitens, fuhr er fort, empfehle er Trump, seinen Wahlkampf

damit zu eröffnen, dass er sich erst mal der Form

halber in drei Staaten um den Gouverneursposten bewerbe

– Iowa, New Hampshire und South Carolina. Dort liefen

die ersten Vorwahlen. «Da kandidieren Sie und geben sich

lokalverbunden, so als ob Sie da Gouverneur werden wollten.

» Viele Kandidaten würden einen großen Fehler machen,

weil sie in siebenundzwanzig Staaten gleichzeitig gewählt

werden wollten. «Gehen Sie erst mal in die drei Gouverneurswahlen,

dann haben Sie ziemlich gute Chancen.

 

Konzentrieren Sie sich auf die drei. Machen Sie da Ihre Sache

gut. Die anderen Staaten kommen dann von selbst.»

«Ich bin ein prima Kandidat», sagte Trump. «Solche

Gegner schlage ich locker, egal, wer sie sind. Das hab ich

im Sack. Um das andere werde ich mich kümmern.»

Alles lasse sich revidieren, neu verhandeln.

«Ich bin Pro-Life», erklärte Trump. «Ich will loslegen.»

«Dann müssen Sie unbedingt zunächst Folgendes tun»,

sagte Bossie, «Sie müssen etwa zweihundertfünfzig- bis

fünfhunderttausend Dollar in Form von einzelnen Schecks

für Kongressabgeordnete und Senatoren investieren. Alle

werden sie angekleckert kommen. Sehen Sie ihnen in die

Augen, schütteln Sie ihnen die Hand. Dann überreichen Sie

den Scheck. Wir müssen ein paar Pflöcke einschlagen. Das

muss alles unter vier Augen laufen, damit denen das auch

klar ist. Denn das wird später mal zumindest ein Einstieg

sein, um Beziehungen aufzubauen.»

Bossie war noch nicht fertig. «Sagen Sie deutlich: Das

hier ist für Sie, zweitausendvierhundert Dollar.» Der höchste

erlaubte Betrag. «Es müssen Barschecks sein, echtes

Geld, für ihren eigenen Wahlkampf, damit die sich erinnern,

dass es von Ihnen persönlich kommt. Ab da wissen die Republikaner,

dass Sie es ernst meinen.»

Das viele Geld, erklärte Bossie, sei zentraler Baustein

der Kunst präsidentieller Politik. «Später wirft es Riesendividenden

ab.» Wichtig seien die Kandidaten der Republikaner

in ein paar hart umkämpften Staaten, in Swing States

wie Ohio, Pennsylvania, Virginia und Florida.

Und noch eins, sagte Bossie: «Sie werden etwas Politisches

schreiben müssen. Sie sollten ein Buch verfassen

über Amerika und was Sie so über die jetzige Politik denken.»

Danach hielt Bannon noch ein weitschweifiges Referat

über China, das immer erfolgreicher dabei war, Geld und

Arbeitsplätze aus den Vereinigten Staaten wegzulocken.

 

Er war besessen von der chinesischen Gefahr.

«Was denkst du?», fragte Bossie ihn hinterher.

«Ich finde den Mann ziemlich beeindruckend», sagte

Bannon. Aber was eine Kandidatur für das Präsidentenamt

anging: «Null Chancen. Schon allein wegen der beiden

Einstiegsszenarien. Der Wichser verteilt keinen einzigen

Scheck. Das ist kein Typ, der Schecks ausschreibt, der

unterschreibt bloß auf der Rückseite» von Schecks, die er

von anderen bekommen hat. «War gut, dass du ihm das gesagt

hast, das wird er nämlich nie tun.»

«Und das Politikbuch?»

«Schreibt der auch nie. Hör mir doch auf. Das kauft sowieso

kein Mensch. Das Ganze war reine Zeitverschwendung,

mal abgesehen vom irrsinnigen Unterhaltungswert.»

Bossie erklärte, falls Trump tatsächlich kandidieren wolle,

werde er versuchen, ihn darauf vorzubereiten. Denn

Trump habe einen einzigartigen Trumpf in der Hand: Mit

dem gesamten Politikbetrieb hatte er nichts, aber auch gar

nichts am Hut.

Sie spazierten weiter, und Bossie gingen dieselben Sätze

durch den Kopf wie sechs Jahre später den meisten Amerikanern.

Der wird nie Kandidat. Der lässt sich nie aufstellen.

Der kündigt das nie an. Der legt nie seine Steuersachen

offen. Richtig? Der macht nichts von alldem. Der wird nie

gewinnen.

«Glaubst du, er tritt an?», fragte er schließlich Bannon.

«Keine Chance. Null Chance», sagte Bannon noch einmal.

«Weniger als null. Guck dir mal an, was für ’n verficktes

Leben der jetzt hat, Alter. Ich bitte dich. Der macht das

nicht. Der lässt sich nicht nackt machen.»

 

Sechs Jahre später.

Eines ist so gut wie sicher: Die Welt sähe heute ganz anders

aus, hätten sich die folgenden Ereignisse nicht auf eine

so unwahrscheinliche, willkürliche, fahrlässige Weise weiterentwickelt.

Am 21. Juli 2016 ließ sich Donald Trump als

Kandidat der Republikaner aufstellen, und am frühen Morgen

des 13. August 2016 erfuhr sein Streben nach der Präsidentschaft

eine entscheidende Wende.

Steve Bannon, nunmehr Leiter der rechtsgerichteten

Nachrichtenorganisation Breitbart News, saß auf einer

Bank im New Yorker Bryant Park und beugte sich über seine

Zeitungen, sein samstägliches Ritual. Er blätterte zuerst

die Financial Times durch und wandte sich dann der New

York Times zu.

«Trumps Umfeld scheitert daran, seiner Zunge Zügel anzulegen

», lautete die Schlagzeile auf Seite eins der Times.

Bis zur Präsidentschaftswahl waren es noch drei Monate.

«Du meine Güte», dachte Bannon.

Bannons Drama beginnt bei seinem Äußeren – der über

mehreren Polohemden getragenen alten Armeejacke. Sodann:

sein Auftreten – aggressiv, bestimmt und laut.

Die Verfasser der Times-Reportage gaben an, über

zwanzig ungenannte republikanische Informanten zu verfügen,

die Trump nahestanden oder Verbindungen zu seinem

Wahlkampfteam hatten. In dem Artikel wurde Trump als

ein konfuser, ausgelaugter, verdrossener Mann dargestellt,

der ungeschickt agierte, Schwierigkeiten mit Spendern hatte

und gerade in den heftig umkämpften, für den Ausgang

der Wahl entscheidenden Staaten Florida, Ohio, Pennsylvania

und North Carolina einen schweren Stand hatte. Der

Artikel zeichnete ein hässliches Porträt, und Bannon wusste,

dass es der Wahrheit entsprach. Er schätzte, dass Trump

der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton um einen

zweistelligen Prozentwert, vielleicht bis zu zwanzig Punkte

unterliegen würde.

Gewiss war Trump ein Medienspektakel, aber er verfügte

noch immer über keinerlei Mannschaft jenseits der vom

Republican National Committee (RNC), dem Organisationsgremium

der Republikanischen Partei, bereitgestellten.

Bannon wusste, dass Trumps Wahlkampfteam sehr überschaubar

war – ein Redenschreiber und etwa sechs Leute,

die überall im Land an den billigsten Veranstaltungsorten,

oft in heruntergekommenen alten Sport- oder Hockeystadien,

Kundgebungen organisierten.

Trotzdem hatte sich Trump als Kandidat gegen sechzehn

Mitbewerber durchgesetzt, er war eine große, vulgäre, subversive

Präsenz, die in exponierter Stellung die Aufmerksamkeit

der Nation auf sich zog.

Bannon, der inzwischen dreiundsechzigjährige Absolvent

der Harvard Business School mit leidenschaftlich nationalistischer

Gesinnung, für den Amerika immer an erster

Stelle stand, rief Rebekah Mercer an.

Mercer und ihre Familie waren eine der wichtigsten und

umstrittensten Geldquellen zur Wahlkampfförderung der

Republikanischen Partei, und Geld war der Motor der amerikanischen

Politik, vor allem auch innerhalb der Partei. Die

Mercers standen ein wenig abseits, aber wegen ihres vielen

Geldes saßen sie doch mit am Tisch. Außerdem hielten sie

Eigentumsanteile an Breitbart.

«Das ist eine üble Sache, weil man uns die Schuld geben

wird», sagte Bannon zu Mercer. Breitbart hatte Trump

in dessen dunkleren Stunden beigestanden. «Das bedeutet

das Ende von Breitbart.»

«Warum greifst du nicht ein?», fragte Rebekah.

 

«Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Wahlkampf

geführt», sagte Bannon. Nicht einmal annähernd.

Die Vorstellung war absurd.

«Der Typ ist eine Katastrophe», sagte sie mit Blick auf

Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort. «Der Wahlkampf

ist jetzt führungslos. Trump hört auf dich. Er braucht

immer eine Aufsichtsperson.»

«Hör zu», sagte Bannon, «ich wäre sofort dabei. Aber

warum sollte er das tun?»

«Er war immer ein Außenseiter», sagte sie und wies auf

den Artikel in der New York Times hin. «Sie sind jetzt im

Panikmodus.» Kurz gesagt, Trump könnte Bannon einstellen,

weil er verzweifelt war.

Die Mercers setzten sich mit Trump in Verbindung, der bei

einer Benefizveranstaltung in East Hampton, Long Island,

war, der Heimat von Woody Johnson, Eigentümer der New

York Jets. Normalerweise stellten die Mercers ihre Schecks

aus, ohne den Kandidaten überhaupt sehen zu wollen. Diesmal

verlangten sie zehn Minuten mit Trump.

In einem kleinen Wintergarten redete Rebekah, eine

großgewachsene Rothaarige, drauflos. Ihr Vater Bob Mercer,

ein hochintelligenter Mathematiker, sprach kaum. Er

gehörte zu den Köpfen von Renaissance Technologies, einem

sagenhaft erfolgreichen Hedgefonds, in dem 50 Milliarden

Dollar verwaltet wurden.

«Manafort muss weg», erklärte sie Trump. Sie sagte, es

herrsche Chaos.

«Was schlagen Sie vor?», fragte Trump.

«Steve Bannon wird übernehmen», sagte sie.

«Das macht er niemals.»

Er werde es «definitiv» tun, entgegnete sie.

Abends rief Bannon Trump an.

 

«Diese Zeitungsgeschichte ist eine Peinlichkeit», sagte

Bannon mit Bezug auf den Artikel in der New York Times.

«Sie sind besser. Wir können gewinnen. Wir sollten gewinnen.

Himmelherrgott, wir reden hier von Hillary Clinton.»

Trump ließ sich über Manafort aus. «Der ist total hölzern

», sagte er. Er sei nicht fürs Fernsehen geeignet.

«Treffen wir uns morgen und stellen die Sache auf die

Beine. Wir kriegen das hin», ereiferte sich Bannon. «Aber

zu niemandem ein Wort.»

Trump stimmte einem Treffen am darauffolgenden

Sonntagmorgen zu.

Eine politische Figur, die sich an diesem Tag ebenfalls

Sorgen machte, war Reince Priebus, der vierundvierzigjährige

Vorsitzende des Republican National Committee und

Anwalt aus Wisconsin. Während seines fünfjährigen Vorsitzes

war Priebus Mr. Brückenbauer und Mr. Netzwerker gewesen.

Hinter seinem fröhlichen Auftreten verbarg sich vor

allem die Absicht, das Reich zu vergrößern. Priebus traf die

finanziellen Entscheidungen der Partei, war für die Einstellung

der 6500 Außendienstmitarbeiter zuständig, trat regelmäßig

im Fernsehen auf und verfügte über ein eigenes

Öffentlichkeitsteam. Er befand sich in einer unangenehmen

Lage.

Privat betrachtete Priebus den August als eine einzige

Katastrophe. «Ein permanent laufender Heizstrahler, der

einfach nicht aufhörte.» Und verantwortlich war der Kandidat

Trump.

Priebus hatte von Anfang an versucht, den Wahlkampf

zu steuern. Als Trump in der Rede zum Antritt seiner Kandidatur

am 16. Juni 2015 Mexikaner als «Vergewaltiger» bezeichnete,

rief Priebus ihn an und sagte: «So können Sie

nicht reden. Wir haben hart daran gearbeitet, die Hispanics

für uns zu gewinnen.»

Trump änderte seinen Tonfall nicht, und er griff jeden

an, der ihn angriff. Kein Vorsitzender einer nationalen Par

tei hatte es je mit einem solchen Plagegeist wie Trump zu

tun bekommen.

 

Senator Mitch McConnell, der gewiefte republikanische

Mehrheitsführer, hatte Priebus im Vertrauen angerufen.

Seine Botschaft: Vergessen Sie Trump, lenken Sie die republikanischen

Gelder in die Richtung von uns Senatskandidaten,

und drehen Sie Trump den Geldhahn zu.

Aber Priebus wollte die Brücken zu Trump nicht abbrechen,

und er beschloss, auf halbem Weg zwischen Trump

und McConnell vor Anker zu gehen. Er hielt das für die richtige

Taktik, um sein eigenes Überleben und das der Partei

zu sichern. Er hatte zu Trump gesagt: «Ich bin hundertprozentig

auf Ihrer Seite. Ich bin ein Fan von Ihnen. Ich werde

weiter für Sie arbeiten. Aber ich muss die Partei schützen.

Ich bin nicht nur Ihnen verpflichtet.»

Priebus hatte eingewilligt, Trump im Wahlkampf zu begleiten

und ihn bei öffentlichen Auftritten anzukündigen.

Für ihn hieß das, einem Ertrinkenden die Hand zu reichen.

Der Times-Artikel über die gescheiterten Versuche,

Trump im Zaum zu halten, hatte eine aufrüttelnde Wirkung.

«Ach du Scheiße!», dachte Priebus. «Das ist eine Katastrophe.

» Die Wahlkampagne zerlegte sich gerade selbst. «Es

war gar keine Kampagne», hatte er schließlich festgestellt.

«Die reinsten Witzfiguren.»

In dem Times-Artikel wurde so viel ausgebreitet, dass

Priebus klarwurde, die zwanzig Quellen wollten entweder

den Wahlkampf sabotieren oder sich wie üblich selbst ins

rechte Licht rücken.

Gefährliche Zeiten für Trump und die Partei, vielleicht

die schlimmsten überhaupt, dachte Priebus. Es gab nur einen

Weg: die Lage an allen Fronten zur Eskalation bringen.

Die Aggression maximieren, um die lebensbedrohliche

Schwäche zu verschleiern.

 

An jenem Sonntagmorgen traf Steve Bannon am Trump

Tower in Manhattan ein und sagte dem Wachmann, er habe

einen Termin mit Mr. Trump.

«Das ist ja klasse», sagte der Wachmann. «Am Wochenende

ist er grundsätzlich nicht hier.»

Bannon rief Trump an.

«Hey», erklärte der Kandidat, «ich bin in Bedminster» –

wo der Trump National Golf Club ansässig war. «Weil Sie

nicht hier sind, gehe ich eine Runde Golf spielen. Kommen

Sie her, dann essen wir zu Mittag. Sagen wir um eins.»

Er setzte an, um Bannon genaue Anweisungen für die

Fahrt ins 65 Kilometer westlich von New York gelegene

Bedminster zu geben.

«Ich finde es schon», sagte Bannon.

Nein, er müsse rechts in die Rattlesnake Bridge Road

abbiegen, dann wieder rechts und dann anderthalb Kilometer

geradeaus.

«Ich finde es schon. Es ist Ihr National Golf Club.»

Nein, beharrte Trump, Sie müssen mir zuhören. Trump

gab ihm vollständige Anweisungen, detaillierter als alles

andere, was Bannon je aus seinem Mund gehört hatte.

Bannon ließ sich von einem Fahrer gegen Mittag nach

Bedminster bringen, um in jedem Fall rechtzeitig da zu sein.

Im Klubhaus wurde er an einen für fünf Personen gedeckten

Tisch geführt.

Er sei früh dran, sagte jemand vom Personal zu ihm. Die

anderen werden erst gegen 13 Uhr eintreffen.

Welche anderen?, fragte Bannon.

Roger Ailes, Gouverneur Chris Christie und «der Bürgermeister

» – Rudy Giuliani – würden auch am Essen teilnehmen.

Bannon war sauer. Er war nicht zum Vorsingen vor irgendwem

gekommen. Trump und er hatten eine Abmachung

getroffen, einen Deal zu klaren Konditionen.

 

Ailes, Gründer und Chef von Fox News und langjähriger

politischer Funktionär, dessen Engagement bis in die Zeit

von Richard Nixon zurückreichte, erschien als Erster. Er

war einer von Bannons Ziehvätern.

«Was zum Teufel?», sagte Ailes und begann umgehend,

den Wahlkampf zu kritisieren.

«Wie schlimm sehen die Zahlen aus?», fragte Bannon.

«Das wird ein Reinfall.»

«Ich habe gestern Abend mit Trump gesprochen», sagte

Bannon. «Die Mercers haben mit ihm geredet. Ich soll

den Wahlkampf übernehmen, aber sag den anderen beiden

nichts davon.»

«Was zum Teufel?», sagte Ailes wieder. «Du hast doch

überhaupt keine Wahlkampferfahrung.» Das sei völlig abwegig.

«Ich weiß, aber jeder könnte etwas Besseres aufstellen

als das hier.»

Obwohl Bannon Ailes seit Jahren kannte, trat er nie auf

Ailes’ Kanal Fox News auf.

Bannon sagte einmal: «Ich bin nie auf Fox aufgetreten,

weil ich ihm zu nichts verpflichtet sein wollte … Wenn du

Roger zu irgendetwas verpflichtet bist, dann gehörst du

ihm mit Haut und Haar.»

Das stand in völligem Gegensatz zu seiner Beziehung zu

Trump, der für ihn ein Bittsteller war. Trump hatte zwischen

November 2015 und Juni 2016 an einer Reihe von Radio-Interviews

mit Bannon unter dem Titel Breitbart News Daily

auf Sirius XM teilgenommen.

Ailes sagte, sie seien zum Zweck ihrer wöchentlichen

Duellvorbereitung hier. Das erste Präsidentschaftsduell gegen

Hillary Clinton sollte in anderthalb Monaten, am 26.

September, stattfinden.

«Duellvorbereitung?», sagte Bannon. «Du, Christie und

Rudy?»

«Das ist unsere zweite.»

 

«Er bereitet sich wirklich auf die Duelle vor?», sagte

Bannon, mit einem Mal beeindruckt.

«Nein, er kommt und spielt Golf, und wir reden einfach

über den Wahlkampf und so weiter. Aber wir wollen ihn an

die Sache heranführen.»

Der Wahlkampfmanager Paul Manafort kam herein.

Bannon, der sich regelmäßig als «feuerspeienden Populisten

» bezeichnete, war angewidert. Manafort war gekleidet

wie für einen Yachtausflug, inklusive Einstecktuch. Wie

aus Southampton zugeschaltet!

Trump kam und setzte sich. Hotdogs und Hamburger

wurden aufgetischt. Das Traummenü eines Elfjährigen,

dachte Bannon, während Trump zwei Hotdogs verschlang.

Trump erwähnte die Geschichte in der New York Times

über die gescheiterten Versuche, seine Zunge zu zügeln,

und fragte Manafort, wie es überhaupt zu einem solchen

Artikel kommen könne. Das war eines der Trump’schen Paradoxe:

Er attackierte die Mainstream-Presse, vor allem die

Times, mit wahrer Wollust – aber der Kampfsprache zum

Trotz betrachtete er die Times als Leitmedium und schenkte

ihren Artikeln weitgehend Glauben.

«Paul, bin ich ein Baby?», fragte Trump zu Manafort.

«Willst du mich als Baby bezeichnen? Du kommst im Fernsehen

schrecklich rüber. Du hast keine Energie. Du verkörperst

den Wahlkampf nicht. Ich habe es dir im Guten gesagt.

Du trittst nicht mehr im Fernsehen auf.»

«Donald …», setzte Manafort zu einer Erwiderung an.

Bannon vermutete, dass diese vertraute Art der Anrede

beim Vornamen, sozusagen auf Augenhöhe, Trump verärgerte.

«Sie müssen sich eines klarmachen, Mr. Trump», sagte

Bannon, «dieser Artikel berief sich auf sehr viele ungenannte

Informanten; wir können den Wahrheitsgehalt nicht

überprüfen.»

 

«Nein, das kann ich euch sagen», antwortete Trump, der

seinen Zorn auf Manafort richtete. «Das sind undichte Stellen.

» Er wusste, dass die Zitate echt waren.

«Vieles wurde nur unter der Bedingung gesagt, dass keine

Namen genannt werden», sagte Bannon. Niemand will

identifiziert werden, alle verstecken sich. «Die New York

Times, das sind alles Lügen. Hören Sie, das ist doch alles

Blödsinn», setzte Bannon seine vollmundige Gegenrede

fort, obwohl er wusste, dass die Geschichte stimmte.

Trump kaufte es ihm nicht ab. Die Geschichte war die

reine Wahrheit, und sein Wahlkampfteam steckte voller

Leaker. Manaforts Vernichtung dauerte noch eine Weile an,

dann erzählte Trump eine halbe Stunde lang Geschichten

aus dem Krieg. Manafort ging.

«Bleiben Sie noch», sagte Trump zu Bannon. «Das ist alles

fürchterlich. Es ist so unkontrolliert. Dieser Typ ist so

ein Schwächling. Er führt den Wahlkampf gar nicht richtig.

Ich habe ihn nur geholt, damit er mir durch den Nominierungsparteitag

hilft.»

«Machen Sie sich keine Gedanken wegen irgendwelcher

Zahlen», sagte Bannon. «Machen Sie sich keine Gedanken

wegen dieser 12 bis 16 Punkte, oder wie auch immer die

Umfrageergebnisse lauten. Machen Sie sich keine Gedanken

wegen der Swing States. Es ist ganz einfach.» Zwei

Drittel des Landes sind der Meinung, wir sind auf dem falschen

Weg, und 75 Prozent des Landes sind der Meinung,

wir sind auf dem absteigenden Ast, setzte er auseinander.

Das ebne den Weg für jemanden, der für den Wechsel stehe.

Hillary gehöre der Vergangenheit an. So einfach sei das.

In gewisser Weise hatte Bannon sein gesamtes Erwachsenenleben

lang auf diesen Augenblick gewartet. «Ich sage

Ihnen, was der Unterschied ist», erklärte er. «Wir werden

uns einfach neben Clinton stellen und uns von ihr abheben.

 

Sie dürfen eins nicht vergessen», sagte er und rezitierte eines

seiner Mantras: «Die Eliten geben sich damit zufrieden,

den Niedergang zu verwalten. Oder?»

Trump nickte zustimmend.

«Und die arbeitende Bevölkerung tut es eben nicht. Sie

will Amerika wieder groß machen. Wir werden diesen Wahlkampf

vereinfachen. Sie ist die Tribunin eines korrupten

und inkompetenten Status quo der Eliten, die sich damit

zufriedengeben, den Niedergang zu verwalten. Sie sind der

Tribun der Abgehängten, der Amerika wieder groß machen

will. Und dabei beschränken wir uns auf eine Handvoll Themen.

Erstens», fuhr Bannon fort, «werden wir die illegale

Masseneinwanderung stoppen und die legale Einwanderung

begrenzen, um unsere Volkshoheit zurückzugewinnen.

Zweitens werden Sie die Arbeitsplätze im Produktionssektor

wieder ins Land holen. Und drittens werden wir uns

aus diesen sinnlosen Auslandskriegen zurückziehen.»

Für Trump waren das keine neuen Gedanken. Eine Woche

zuvor, am 8. August, hatte er in einer Rede vor dem Detroit

Economic Club genau diese Töne angeschlagen und

Clinton niedergemacht. «Sie ist die Kandidatin der Vergangenheit.

Unserem Wahlkampf gehört die Zukunft.»

«Das sind die drei großen Themen, gegen die sie nichts

vorzubringen hat», sagte Bannon. «Sie ist Teil der Bewegung,

die die Grenzen geöffnet hat, sie ist mitverantwortlich

für die schlechten Handelsvereinbarungen und die

nach China abgewanderten Arbeitsplätze, und sie ist eine

Neokonservative. Richtig?»

Trump schien ebenfalls der Meinung zu sein, dass Hillary

eine Neokonservative war.

«Sie hat jeden Krieg da draußen unterstützt», sagte Bannon.

«Wir machen sie einfach nur nieder. Das ist alles. Bleiben

Sie einfach dabei.»

Bannon setzte hinzu, dass Trump über einen weiteren

Vorteil verfüge. Er klinge nicht wie ein Politiker. Das sei es,

was Barack Obama in der Vorwahl von 2008 Clinton vorausgehabt

habe, die wie die geschulte Politikerin spreche,

die sie ja auch sei. Ihre Sprache sei zu poliert. Selbst wenn

sie die Wahrheit sage, klinge die aus ihrem Mund wie eine

Lüge.

 

Politiker wie Hillary könnten nicht natürlich reden, sagte

Bannon. Es sei eine mechanische Sprechweise, die sich

direkt aus den Umfragen und Fokusgruppen speise und die

Fragen im Politikersprech beantwortete. Sie sei einlullend

statt aufrüttelnd, sie komme nicht von Herzen oder aus tiefer

Überzeugung, sondern fuße auf den Argumentationshilfen

irgendeines hochbezahlten Beraters – nicht wütend.

Okay, sagte Trump, Sie werden Wahlkampfleiter.

«Ich will kein großes Theater um Ränkespiele», sagte

Bannon. «Lassen Sie uns Manafort als Vorsitzenden behalten.

Er wird nichts zu melden haben. Überlassen Sie das

mir.»

Sie einigten sich darauf, dass Kellyanne Conway – eine

angriffslustige republikanische Meinungsforscherin, die

den Wahlkampf bereits unterstützte – zur Wahlkampfmanagerin

ernannt werden sollte.

«Wir schicken sie jeden Tag als das freundliche weibliche

Gesicht des Ganzen ins Fernsehen», schlug Bannon vor.

«Denn Kellyanne ist eine Kriegerin. Sie wird das feindliche

Feuer auf sich ziehen. Aber sie ist beliebt. Und Beliebtheit

ist das, was wir brauchen.»

In einem Moment der Selbsterkenntnis fügte er hinzu:

«Ich werde nie im Fernsehen auftreten.»

Auch Conway hatte noch nie einen Wahlkampf geleitet.

Damit waren sie zu dritt – der strahlende Kandidaturnovize,

der Wahlkampfleiter und die Wahlkampfmanagerin.

Kellyanne Conway überwachte in diesem Monat die Produktion

einiger Wahlkampfwerbespots.

«Bezahle ich diese Leute?», fragte Trump sie.

 

Er beschwerte sich über die Kameraaufstellung. Die

Ausrüstung wirke veraltet, und das Licht gefalle ihm nicht.

Die Aufnahmen seien nicht in HD. Er murrte über die Crew.

«Sagen Sie ihnen, dafür zahle ich nicht.» Das war ein Standardsatz

von ihm.

Später sagte er: «Alle außer Kellyanne sollen gehen.»

«Ich kriege ständig zu hören, dass ich ein viel besserer

Kandidat bin als Hillary Clinton», sagte er, halb um ihre Einschätzung

bittend.

«Nun, ja, Sir. Dazu braucht es keine Umfragen.» Aber

man könne einiges anders machen. «Sie treten gegen die

freudloseste Kandidatin in der Präsidentschaftsgeschichte

an. Und allmählich fühlt es sich an, als wären wir genauso.»

«Nein, sind wir nicht.»

«Es fühlt sich nur so an. Ich habe Sie während der Vorwahlen

beobachtet, und da wirkten Sie viel fröhlicher.»

«Ich vermisse die Zeit, als wir mit einer Handvoll Leute

durch die Gegend geflogen sind, Wahlveranstaltungen

gemacht haben und mit den Wählern zusammengekommen

sind», sagte Trump.

«Die Zeiten sind vorbei», räumte sie ein. «Aber um Ihnen

gerecht zu werden, sollten wir diese Stimmung in einer

Wahlstrategie und einem Terminplan wieder zum Leben erwecken

können, damit Ihre Fähigkeiten und Ihr Enthusiasmus

wieder voll zum Tragen kommen.»

Sie versuchte es mit Offenherzigkeit. «Sie wissen, dass

Sie verlieren? Aber das muss nicht sein. Ich habe mir die

Umfragen angesehen.» Beim Fernsehsender CNN war er an

diesem Tag um fünf bis zehn Prozentpunkte gefallen. «Es

gibt einen Weg zurück.»

«Nämlich?»

Sie war der Meinung, ihm sei etwas gelungen, ohne dass

er es gemerkt habe. «Das Gerede von der Wählbarkeit, die

der Republikanischen Partei das Wasser abgegraben hat»,

dass er aus irgendeinem Grund nicht gewinnen könne und

nicht wählbar sei.

Die Wähler seien enttäuscht von den republikanischen

Präsidentschaftskandidaten. Die Argumente lauteten: «Wir

müssen uns hinter Mitt Romney stellen. Er kann als Einziger

gewinnen. Wir müssen John McCain unterstützen. Er

kann gewinnen. Jeb kann gewinnen. Marco kann gewinnen.

Dieser hier», Trump, Sie, «der kann nicht gewinnen. Das

Volk hat entschieden. Ich falle nicht mehr drauf rein», und

er hatte sich bei den Republikanern als Kandidat durchgesetzt.

«Sie ziehen große Massen an, wo Sie gar keinen traditionellen

politischen Wahlkampf auf die Beine gestellt haben.

Sie haben eine Bewegung ins Leben gerufen. Und die

Leute fühlen sich als Teil von ihr. Die haben keinen Eintritt

bezahlt. Ich kann Ihnen sagen, was ich aus den Umfrageergebnissen

herauslese. Wir sind mit zwei großen Hindernissen

konfrontiert.» Sie sagte, man sollte niemals nationale

Umfragen durchführen. «Das ist der große Fehler der

Medien», die nationale Umfragen durchführten. Wahlentscheidend

sei offenkundig das Wahlmännerkollegium – man

müsse die 270 Wahlmännerstimmen bekommen. Sie müssten

die richtigen Staaten in Angriff nehmen, die etwa acht

Swing States.

«Die Leute wollen detaillierte Vorschläge», sagte Conway.

Es sei großartig von Trump gewesen, im Juli seinen

Zehn-Punkte-Plan zur Reform der Veteranenversorgung

oder einen geplanten Fünf-Punkte-Plan zur Steuerreform

vorzustellen. «Die Leute wollen diese Art von Details,

aber man muss sie ihnen immer wieder vorkauen. –

Die zweite verwundbare Stelle ist in meinen Augen, dass

die Leute sicher sein wollen, dass Sie Ihre Versprechungen

auch halten. Denn wenn Sie nicht liefern können, wenn der

Geschäftsmann nicht zum Abschluss kommen und liefern

kann, dann sind Sie nur irgendein weiterer Politiker. Und

genau das sind Sie nicht.»

 

Es war ein Verkaufsgespräch, ein Weg, den Trump zu

begrüßen schien.

«Meinen Sie, Sie können dieses Ding leiten?», fragte er.

«Was ist denn ‹dieses Ding›?», fragte sie. «Ich leite hier

die Aufnahmen.»

«Den Wahlkampf», sagte Trump. «Den ganzen. Wären

Sie bereit, Ihre Kinder ein paar Monate lang nicht zu sehen?»

Sie sagte auf der Stelle zu. «Sir, das kann ich für Sie tun.

Sie können dieses Wettrennen gewinnen. Ich glaube nicht,

dass ich Ihnen ebenbürtig bin. Ich werde Sie nie mit dem

Vornamen ansprechen.»

[...]

Woodward, ein älterer Herr mit freundlichem Lächeln und ernsthaftem Blick.

Durch den Watergate Skandal in der Amtszeit von Richard Nixon, den er gemeinsam mit Carl Bernstein aufdeckte, wurde Bob Woodward (geb. 1943) als Journalist weltbekannt. Heute ist er Assistant Managing Editor der Washington Post.

Lisa Berg

Sie mögen mich hassen, wenn sie mich nur fürchten

Umgekehrt sind die populistischen Einflüsterer Trumps ebenso mit allen Wassern gewaschen. Auch sie halten sich nicht an das Protokoll, sondern umgehen die Entscheidungswege im Weißen Haus und nutzten ihren direkten Zugang zum Präsidenten. Mit Appellen an seine Wahlversprechen bringen sie den Präsidenten auf ihre Seite. Mit Erfolg:  Amerika stieg aus dem Pariser Klima-Abkommen aus, Donald Trump verhinderte eine Einwanderungsreform durch seine Forderung nach einem Ende der Familienzusammenführung und nach dem Bau der Mauer zu Mexiko.

Donald Trump kam unvorbereitet ins Amt. Von seinem Wahlsieg war er selbst am meisten überrascht. Um so verblüffender ist seine Beratungsresistenz. Immer wieder geht sein isolationistischer Instinkt mit ihm durch, seine fehlenden volkswirtschaftlichen Grundkenntnisse sind frappant. Aber Fakt ist Fakt: Donald Trump gibt den Takt vor. Er mag dabei geleitet sein von seiner Fixierung auf "Ratings" in Öffentlichkeit und Medien, von seinem narzisstischen Hang zur hyperbolischen Selbstpreisung und seiner Erfahrung als Instinktpolitiker. Für ihn ist Entschuldigung eine Schwäche und Macht bedeutet, anderen Angst einzuflößen. Daher der Titel des Buches„Furcht“, der ein Zitat von Donald Trump aus dem Wahlkampf 2016 aufgreift und mit dem sich Trump, wenngleich unfreiwillig, in die Nähe des römischen Kaisers Caligula bringt, von dem der Satz stammt: "Sie mögen mich hassen, wenn sie mich nur fürchten".

Das weiße Haus in Washington. Alter Kolonialbau mit säulenumgebenem Vorbau. Klein.

Viele der mäßigenden Kräfte auf der höchsten Ebene sind inzwischen von Bord gegangen. Keine der wichtigsten Quellen Woodwards ist heute noch im Weißen Haus.

PublicDomainPixtures; CC0; Pixabay

Woodwards Buch sorgte für Aufsehen in Washington. Allerdings nicht damit, worin seine Stärke liegt: nämlich in der Darstellung regierungsinterner und kontrovers geführter Politikdebatten, sondern durch Zitate, die von den handelnden Personen so vehement wie letztlich durchsichtig bestritten wurden. Hat Donald Trump nun seinen Justizminister Jeff Sessions einen geistig zurückgebliebenen Südstaatler genannt? Hält Verteidigungsminister Jim Mattis seinen Präsidenten für ein irrlichterndes Sicherheitsrisiko? Nahm der frühere Außenminister Rex Tillerson nach einer heftigen Strategie-Diskussion das Wort Dummkopf in den Mund?

Auch wenn Bob Woodward mit seinem Namen für die Authentizität der Zitate bürgt: die Frage, ob sie wirklich so gefallen sind ist letztendlich Glaubenssache und lenkt vom wahren Wert des Buches ab. Denn Woodward ist besonders stark in der außenpolitischen Analyse, in der Darstellung der amerikanischen Debatten zur Nahost-Politik, zum Einsatz in Afghanistan und zur Handelspolitik. Der Schwenk zu Saudi-Arabien als wichtigstem Verbündeten in der Region wird deutlich herausgearbeitet, eine strategische Korrektur, die auf Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zurückgeht. Jim Mattis’ Iran-Politik gewinnt an Konturen, auch die Regierungssicht auf Nordkorea erschließt sich. Und die Überlegungen zum Tyrannenmord in Syrien finden sich erstmals in Bob Woodwards Buch. Nicht Regime Change lautet die Losung, sondern Man Change. Die von Woodward vermittelten Einblicke in das Denken der Trump-Administration sind einzigartige Quellen, durch die die Grundzüge der heutigen US-Politik und die Quintessenz des Trumpismus deutlich werden: America First; Make America Great Again; Amerika wird international ausgenutzt; Amerika geht es immer schlechter und die Elite verwaltet nur den Niedergang.

Das Capitol in Washington. Riesiger Prachtbau aus Marmor mit gewaltiger zentraler Kuppel.

Das Repräsentantenhaus wird wohl eine demokratische Mehrheit bekommen, der Senat in republikanischer Hand bleiben.

Jackelberry; CC0; Pixabay

Donald Trump ist gefährlich, für den Frieden in Amerika und in der Welt

Frühere Bücher über die ersten Monate der Trump-Administration illustrierten das Chaos in einer dysfunktionalen Regierung. Bei Woodward lautet die Botschaft anders: Donald Trumps Regierungsstil ist ungewohnt und egozentrisch, sein Team ist heterogen. Die intensiven Debatten auf Expertenebene finden keinen Widerhall bei einem Präsidenten, der nicht liest, zu viel fernschaut und außenpolitisch unbeleckt ist. Das heißt aber noch lange nicht, dass die gesamte Regierung im Chaos versinkt, auch wenn das Weiße Haus einer Schlangengrube schon sehr nahe kommt. Zu oft blickt man in Europa nur auf Donald Trump und seinen erratischen Politikstil. Die Debatten unterhalb dieser Wahrnehmungsschwelle entgehen meist der medialen Aufmerksamkeit. Bob Woodward sind sie nicht entgangen und er führt beide Stränge zusammen: Die narzistische Oberflächlichkeit des Präsidenten und die strategische Expertise der wichtigsten Regierungsvertreter etwa im Außenministerium, dem Sicherheitsrat oder dem Handelsbüro. Ein einhelliges Ganzes kann daraus nicht werden, Bob Woodward belegt es. Und das ist auch die zentrale Aussage des Buches: Donald Trump ist gefährlich, für den Frieden in Amerika und in der Welt. 

Seine präzisen Kenntnisse aus der Regierungspraxis gewinnt Woodward durch intensive Gespräche mit zentralen Akteuren dieser Regierung. Es sind dies Gary Cohn, oberster Wirtschaftsberater bis zum März 2018, Reince Priebus, bis zum Sommer 2017 Chief of Staff im Weißen Haus, Rob Porter, bis Februar 2018 Chef-Sekretär von Donald Trump und damit „Gate Keeper“ zum Präsidenten, Senator Lindsay Graham aus South Carolina, Außenpolitiker und gewiefter Deal Maker im Senat sowie Steve Bannon, bis August 2017 Trumps Chefstratege. Der gute Draht zu Washingtons Insidern unterscheidet Woodwards Buch von der einseitigen Quellenlage früherer Bücher über Donald Trump. Der Autor bürgt natürlich auch mit seinem Namen. Wer Watergate aufgedeckt hat, kann auch zu Trump seriös recherchieren. Seinem exzellenten Ruf wurde Bob Woodward mit Furcht erneut gerecht.

Seine Quellen sprudeln, und Woodward lässt sie meist ungeschminkt zu Wort kommen. Der Leser hat den Eindruck, er wäre bei den Meetings hinter verschlossenen Türen selbst dabei. Doch dieser direkte Erzählstil hat auch einen Nachteil. Woodward springt von Thema zu Thema, er verzichtet auf Kapitelüberschriften und gibt wenig Orientierung in diesem Labyrinth der Trumpschen Politik. 

Umrisse von Donald Trump

Was setzt sich durch? Die narzistische Oberflächlichkeit des Präsidenten oder die strategische Expertise des Außenministeriums, des Sicherheitsrats oder des Handelsbüros?

gregroose; CC0; Pixabay

So finden sich Passagen zur Beziehung zwischen Donald und Melania neben den Absätzen zu den FBI-Untersuchungen gegen den Präsidenten. Von der Einwanderungspolitik geht es nahtlos über zu Korea, ohne dass der Migrationsfaden später wieder aufgegriffen wird. Eine schärfere inhaltliche Anordnung mit nachvollziehbarer Kapitelabfolge hätte dem Buch gut getan. Es bleibt aber das einzige Manko. Bob Woodward hat famose Einblicke in das Innenleben der Trump-Administration geliefert. Wer diese US-Regierung verstehen will, kommt an Furcht nicht vorbei. In dieser Regierung arbeiten im Hintergrund nach wie vor hervorragende Köpfe, keineswegs nur durchgeknallte Populisten oder Trumpisten. Wer sich die Mühe machen will, genauer hinzusehen, findet in Bob Woodward eine große Hilfe. Viele dieser mäßigenden Kräfte auf der höchsten Ebene sind inzwischen von Bord gegangen, keine der wichtigsten Quellen Woodwards ist heute noch im Weißen Haus. Optimistisch stimmt dies nicht.

Impeachment oder zweite Amtszeit?

Amerikas Politik steckt in der Krise. Die bevorstehenden Midterm Wahlen mit den absehbaren Gewinnen der Demokraten werden diese Krise verschärfen. Das Repräsentantenhaus wird wohl eine demokratische Mehrheit bekommen, der Senat in republikanischer Hand bleiben. Polarisierung und parteipolitische Konfrontation werden zunehmen, der Präsident innenpolitisch gelähmt sein und sich umso stärker auf die Außenpolitik stürzen. Woodwards Buch endet dramatisch. Trumps persönlicher Anwalt in den Russland-Ermittlungen schmeißt hin und denkt: „Dieser Präsident ist ein notorischer Lügner“. Dies Trump ins Gesicht zu sagen, traute er sich nicht. Doch die Demokraten werden davor nicht mehr zurückschrecken. Woodward, der Nixon zu Fall brachte, bevor überhaupt der Impeachment-Prozess anlgelaufen war, spielt offen auf eine Wiederholung dieses Szenarios an und macht keinen Hehl daraus, dass ihm das außenpolitische Establishment Washingtons dafür dankbar wäre.

Die Fährte zur Entmachtung des Präsidenten könnte er mit seinem Buch gelegt haben.

Kontakt
Leiter: Christian Forstner
Auslandsbüro Washington
Leiter:  Christian Forstner
Telefon: +1 202 546-4744
Fax: +1 202 546-5090
E-Mail: office@hsfusa.org