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Expertengespräch
Nordkorea in der Covid-19 Pandemie – Humanitäre Krise und militärische Konfrontation

Nordkorea gilt seit jeher als eines der isoliertesten Länder der Welt. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich diese Situation noch weiter verschärft. Es gibt nur wenige zuverlässige Informationen über die Lage im Land. Mehr erfahren Sie in unserem Expertengespräch.

Expertengespräch über Nordkorea in der Covid-19 Pandemie, Aufzeichnung vom 26. Februar 2021 in München

Fast der gesamte Verkehr in und aus Nordkorea ist schon seit Januar 2020 zum Erliegen gekommen. Nur einige Flugzeuge durften noch landen, in der Regel, um Ausländer aus dem Land zu holen. Um ein Eindringen des Corona-Virus zu verhindern, hat sich das Land noch stärker isoliert. Das hat die Wirtschaft des Landes weiter beeinträchtigt. Selbst der Handel mit China, der mit 90 Prozent der gesamten Waren die Lebenslinie für Nordkorea ist, hat sich dramatisch reduziert.

Da fast alle Ausländer inklusive der Belegschaft der deutschen Botschaft das Land bereits Anfang März 2020 verlassen haben, gibt es kaum noch zuverlässige Informationen über die tatsächliche Situation vor Ort. Nordkorea hat bisher keine Infektionen mit dem Corona-Virus gemeldet, doch es ist fraglich, ob überhaupt getestet wird. Gleichzeitig ist das Land der Covax-Initiative der UN beigetreten und soll planmäßig aus diesem Programm zwei Millionen Impfdosen erhalten.

Wie ist die Lage in Nordkorea?

Im Januar 2021 fand in Pjöngjang der Achte Parteikongress der Partei der Arbeit Koreas statt, bei dem die Regierung um Führer Kim Jong-Un die Bevölkerung auf weitere Härten, stärkere Zentralisierung der Wirtschaft und weitere Aufrüstung einschwor. Positiv ist zu vermerken, dass Provokationen wie Raketenstarts oder gar Atomtests, die so mancher Beobachter für die Zeit des Machtwechsels von US-Präsident Trump zu Biden erwartet hatte, ausblieben und es Nordkorea bei Aufmärschen und Waffenparaden im Zentrum der Hauptstadt beließ.

Fehlt vielleicht aufgrund der Corona-Pandemie die Kraft dazu? Oder ist es die Einsicht, dass man doch wieder zu Verhandlungen kommen muss? Wir haben uns aktuell diesen Fragen gewidmet.

Die Hanns-Seidel-Stiftung hat sich seit jeher in ihrer Arbeit für die friedliche Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel eingesetzt. Im Rahmen der Förderung von Umweltschutz und nachhaltiger Entwicklung werden die nordkoreanischen Partner in internationale Organisationen integriert und Mechanismen zur Förderung von Austausch und Begegnung etabliert. Dafür bieten Ausbildungsprogramme, Praktika und Stipendien für Nordkoreaner zusätzliche Möglichkeiten. Aussöhnung und Begegnungen voranzubringen, ist auch das Ziel unserer Programme zur Wiedervereinigung in Deutschland und Korea im Vergleich und unserer Fachseminare für Süd- und Nordkoreaner auf neutralem Boden.

Die Bundesrepublik Deutschland fühlt sich den Menschen auf der geteilten koreanischen Halbinsel in besonderer Weise verbunden. Kann es uns gerade aufgrund unserer eigenen Erfahrungen gelingen, einen echten Beitrag für Frieden und Aussöhnung auf der koreanischen Halbinsel zu leisten?

Herzlich laden wir Sie ein, unser Expertengespräch eingeladen, bei dem diese und weitere Fragen diskutiert werden, mitzuverfolgen.

Hier die Langversion des Videos auf YouTube.

Kontakt
Leiterin: Dr. Isabelle Harbrecht
Nordost- und Zentralasien
Leiterin:  Dr. Isabelle Harbrecht
Telefon: 089 1258 326
Fax: 089 1258 359
E-Mail: Harbrecht-I@hss.de
Repräsentant der Hanns-Seidel Stiftung in Korea:  Dr. habil Bernhard Seliger
E-Mail: seliger@hss.or.kr