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Aspekte der amerikanischen Kultur

BR-Fernsehjournalist Rüdiger Löwe beim Vortrag am Gymnasium der Ursulinen-Schulstiftung in Straubing
BR-Fernsehjournalist Rüdiger Löwe beim Vortrag am Gymnasium der Ursulinen-Schulstiftung in Straubing

BR-Fernsehredakteur Rüdiger Löwe referierte am Gymnasium der Ursulinen-Schulstiftung in Straubing
Für die Kollegstufe des Gymnasiums der Ursulinen referierte am 23. Juli 2007 in Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung der Leiter der Redaktion "Internationale Sicherheitspolitik" beim Bayerischen Fernsehen, Rüdiger Löwe, zum Thema "Aspekte der amerikanischen Kultur". Rüdiger Löwe, Fulbright-Stipendiat, Amerikakenner und Bill Clinton-Duzfreund, begeisterte die Kollegiatinnen durch eine bestechende Mischung aus profunder Sachkenntnis und einem der Öffentlichkeit wohl weniger zugänglichem Insiderwissen, das die Jugendlichen faszinierte.

Seit drei Jahrzehnten pflegt er persönliche Beziehungen zu Bill Clinton, kennt Amerika aus der eigenen Studienzeit und weiß, dass der Bündnispartner USA hierzulande wahlweise in Extrema bewertet wird - als teurer Freund oder als bildungsarmer Banause. Für Löwe markieren vor allem die Entwicklungen seit dem 11. September die politische Großwetterlage, wohingegen die Europäer seit dem 11. September die Rolle der Beziehung zu den USA geändert und weniger notwendig ansähen. Seit der Kanzlerschaft von Angela Merkel, und darüber ist der Fernsehmann des Bayerischen Rundfunks froh, habe sich die Beziehung der beiden Staaten wieder erheblich verbessert und sei das Vertrauen in die Administrationen zurückgekehrt.

Löwe ging es darum, das Psychogramm nach den Terroranschlägen hinsichtlich der transatlantischen Partnerschaft zu skizzieren. So verstand er sein Referat als einen Beitrag, der sich mit den europäischen Vorurteilen gegenüber Amerika auseinandersetzen will, mit dem in beständiger Wiederkehr aufkommenden Antiamerikanismus, mit der europäischen Verdrängung positiver Entwicklungen in der Neuen Welt und gleichzeitiger Verdrängung deutscher und europäischer Defizite und mit der Übernahme amerikanischer Errungenschaften.

Die Straubinger Schülerinnen bei der Diskussion mit dem Referenten
Die Straubinger Schülerinnen bei der Diskussion mit dem Referenten

Den Meinungsführern der Presse folgend scheine es, dass Amerika und Deutschland immer wieder Kommunikationsprobleme hätten. In dieser Lage trübe sich das Bild Amerikas und der Amerikaner weit über die Ereignisse der Tagespolitik hinaus. Nannten im Jahre 1995 auf die Frage "Welches Land betrachten Sie als den besten Freund Deutschlands?" noch 50 Prozent der Bevölkerung die Vereinigten Staaten, so waren es im Jahre 2005 nur noch 15 Prozent. "Das Leitmotiv des Anti-Amerikanismus ist ein mit Neid durchsetzter Groll; die des Anti-Europäismus mit Verachtung durchsetzte Gereiztheit!", zitiert der Referent Timothy Gordon Ash, den britischen Publizisten und skizziert so die beiden Spielarten von Vorurteilen.

Die Fragestellung, welches Maß an amerikanischer Kultur Europa "vertrage", sei keineswegs an den Haaren herbeigezogen, denn nur zu oft erreichten die Redaktionen des Fernsehens Klagen, warum so viele amerikanische Beiträge gesendet werden würden. Das Publikum beschwere sich, dass zu viele amerikanische Spielfilme laufen würden und der Wortschatz "sich pflichtschuldigst den Anglizismen beuge." Löwe rechtfertigte diese Serien mit den verhältnismäßig günstigen Einkaufspreisen. Im Bereich der Kunstschaffenden sehe er beispielsweise massive Unterschiede zwischen Amerika und dem alten Europa,  "Amerikanische Künstler leben von ihrem Publikum!" Deshalb käme in New York kein Theater auf die Idee, gerade während der Sommermonate die Pforten zu schließen, so Löwe.