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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
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Frauen in der Bayerischen Geschichte

Dr. Martha Schad
Dr. Martha Schad

Geschichte aus unterschiedlichen Jahrhunderten lässt sich mitunter sehr viel besser an  Einzelschicksalen festmachen als an nüchternen Ereignissen und Zahlen. Dieser Tatsache bediente sich das Seminar zur Landesgeschichte vom 9. bis 11. März 2007 in Wildbad Kreuth, indem es die Lebensgeschichten von vier Frauen aus der Bayerischen Geschichte näher beleuchtete und somit einen Zeitraum vom späten Mittelalter bis zum 3. Reich überspannte. Den Historikerinnen Dr. Sandra Frauenknecht und Dr. Martha Schad stand mit 12 Gästeführerinnen im Teilnehmerkreis ein versiertes Fachpublikum zur Seite, das die im Seminar erworbenen Informationen auch im Beruf verwerten kann.

Das erste Frauenschicksal stellte das Leben der Wittelsbacherin Elisabeth von Ingolstadt-Bayern (1370-1435) dar, die als Isabeau de Baviere in die Geschichte einging. Schon im Alter von 21 Jahren war sie gezwungen, politische Entscheidungen zu treffen, da ihr Gatte Karl VI von Frankreich an einer unheilbaren Geisteskrankheit litt. Sie ist jedoch nicht die Einzige, die sich politisch betätigte. Während der NS-Zeit trat Constanze Hallgarten (1881-1969) als bekennende Pazifistin für ihre Überzeugungen ein. Im Jahr 1933 zwang sie ihr Kampf gegen Hitler und für den Frieden Deutschland zu verlassen.

Die Teilnehmer des Seminars
Die Teilnehmer des Seminars

Da wir im vergangenen Jahr das Jubiläum "200 Jahre Königreich Bayern" begehen konnten, wurden auch der ersten Königin Bayerns einige Betrachtungen gewidmet. Königin Caroline (1776-1841) hatte sich als Protestantin freie Religionsausübung erkämpft. Durch sie sollte eine neue Art der Toleranz in Bayern einziehen. Ab 1801 war es daher auch Protestanten möglich, das Bürgerrecht zu erhalten. Dies hatte einen großen Zuzug der evangelischen Kolonisten in die Moore von Rosenheim, Schleißheim und Dachau zur Folge. Königin Caroline wurde somit zur Namensgeberin von Groß-Carolinenfeld. Unter ihrer Herrschaft wurde Bayern am 1. Januar 1806 Königreich. Dennoch bot sie dem französischen Kaiser die Stirn, was ihr seine Wertschätzung und Hochachtung einbrachte. Außerdem erfuhr Kunst und Kultur eine Blütezeit in München. Die Residenz wurde neu gestaltet, die Oper eröffnete und Joseph Karl Stieler fertigte als Hofmaler unter anderem zahlreiche Portraits und die Schönheitengalerie im Schloss Nymphenburg an. Das Königspaar war äußerst beliebt und die Königin wurde vor allem wegen ihrer Mildtätigkeit gerühmt. "Steht Dir die Not bis obenhin, so gehst Du zu der Carolin" ist ein Ausspruch ihrer Untertanen, der bis heute überliefert ist. Ihren Lebensabend verbrachte sie im geliebten Schloss Tegernsee, nur wenige Kilometer von unserem Seminarort entfernt.

Auch die letzte der vier vorgestellten Damen, Marietta di Rigardo (1880-1967), ist eng mit dem Tegernseer Tal verbunden. Ihr Ehemann Ludwig Thoma hat ihr, deren Mutter aus Manila stammte und die sich als Tänzerin in einem Berliner Kabarett einen Namen gemacht hatte, im 2. Band der Lausbubengeschichten - "Tante Frieda" - ein literarisches Denkmal gesetzt. In Gestalt der Cora verdreht sie als dunkelhäutiges, exotisches, bildhübsches Mädchen aus einem fernen Land allen Männern den Kopf.

Aufgrund der großen Nachfrage wird dieses Seminar vom 6. bis 8. Juni 2007 in gleicher Form wiederholt.