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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Liebe, Glaube und Hoffnung - Werteerziehung von Anfang an!

Weil sie es uns wert sind - Wertevermittlung in der Familie
Weil sie es uns wert sind - Wertevermittlung in der Familie

In unserer Gesellschaft werden Selbstverwirklichung und Individualität immer größer geschrieben. Andererseits baut jede menschliche Gemeinschaft stets auch auf Rücksichtnahme und Gemeinschaftssinn auf.

Kinder orientieren sich an dem, was um sie herum geschieht. Sie lernen vor allem in der Familie das soziale Miteinander. Die Werte, die den Eltern wichtig sind und vorgelebt werden, haben Modellcharakter für die Kinder. Genau darum ging es bei dem Familienseminar, das vom 4. bis 6. Mai in Kloster Banz unter dem Motto "Liebe, Glaube und Hoffnung -  Werteerziehung von Anfang an!" statt gefunden hat.

Was sind Werte und wozu? Jugendliche mit den Jugend-Referenten Arina Pleyer (r.) und Gregor Linder (l.)
Was sind Werte und wozu? Jugendliche mit den Jugend-Referenten Arina Pleyer (r.) und Gregor Linder (l.)

Beim Einführungsreferat erläuterte Edmund Speiseder, OstD, Schulleiter des Gymnasiums der Ursulinen-Schulstiftung-Straubing, Mitglied im Bildungsbeirat des Bayerischen Philologenverbandes, die These "Ohne Standpunkt geht es nicht!". Der erfahrene Pädagoge verdeutlichte damit, mit welchen Herausforderungen die heutigen Eltern konfrontiert sind.

Wenn sich Menschen auf christliche Werte bezögen, so Speiseder, könnten sie sich auf Koordinaten einlassen, die überzeugten und Halt gäben. Verweise auf "die Verhältnisse" und Ausreden "Aber die Anderen ..." würden dann nicht mehr greifen. Den Standpunkt der christlichen Werthaltung könnten Eltern selbst wählen, ihn für sich selbst als gut und schlüssig entdecken und ihn auch besetzen und vorleben. Der Dekalog und vor allem die Forderungen des Christentums nach der Nächstenliebe würden Wertmaßstäbe vorgeben, die in einer Zeit der Oberflächlichkeit und des Scheins sinnstifend wirken könnten, so Speiseder.

Er konstatierte, Wertevermittlung beginne dort, wo sich Eltern für ihre Kinder Zeit nehmen, z.B. um zu lesen oder zu basteln, anstatt die Unterhaltung dem Fernsehen oder dem Computer zu überlassen. Sie finde ihren Platz in einer Familienkultur, in der in einem Jahresfestkreis auch stimmig in einem Jahresrhythmus -  beispielsweise dem Kirchenjahr folgend - jene Wurzeln für die Kinder greifen könnten, die ihrem Leben einen Halt verleihen.

Aufmerksam und ernsthaft diskutierende Eltern

Anschließend referierte die Verhaltensforscherin und Kommunikationsexpertin, Angelika Putsch, zum Thema "Wertebestimmung im Familienalltag und Wertevermittlung durch die Medien". Sie stellte bei ihren Ausführung eine weitere Sichtweise auf den Wertwandel dar. Das einzig Beständige in unserer Geschichte sei der Wandel und deshalb könnte gerade der in unserer heutigen Zeit so vieldiskutierte Werteverfall vielleicht auch nur eine Frage der Perspektive sein. Während man in der klassischen Industriegesellschaft auf Werte wie Obrigkeitsdenken, Langfristigkeit, Stabilität und Zuverlässigkeit angewiesen war, setze das heutige Informationszeitalter auf Flexibilität, Eigenverantwortung, Mobilität und lebenslange Lernbereitschaft, so Putsch.

Des Weiteren sprach sie über den "Erfolgsfaktor Vorbildfunktion". Die Weichen für eine erste Wertevermittlung würden zunächst in den Familien gestellt. Kinder und Jugendliche orientierten sich in erster Linie über Imitation und Identifikation an ihren Vorbildern. Gingen Eltern mit guten Beispiel voran, habe das echte Tiefenwirkung. Ein typischer Familienalltag, angefangen mit dem täglichen Wecken, über das Duschen mit anschließendem gemeinsamen Frühstück würde bereits zahlreiche Stationen der Wertevermittlung in sich bergen. Hier würden Eltern vorleben, was sie für besonders wichtig erachten: Zuverlässigkeit, Hygiene und Gesundheit, Zeit für die Familie. Da aber auch individuelle Werte sich verändern, solle man sich hin und wieder die Zeit nehmen, seinen eigenen Wertekanon kritisch zu hinterfragen.

Bei der abschließenden Diskussion setzte sich das Plenum intensiv mit dem aktuellen Thema "Medienkompetenz - ein Wert der Neuzeit!" auseinander. Statistiken zum Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen verdeutlichen, wie stark der Einfluss der Medien auf die heutige Wertevermittlung zugenommen hat. Schon ein Kind im Alter ab drei Jahren verbringt durchschnittlich 1,5 Stunden vor dem Fernseher. In diesem Alter sind Kinder noch nicht fähig, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Hieraus erwächst für die Eltern die Verantwortung, die Flut der Bilder einzudämmen, bzw. sie gemeinsam mit ihren Kindern zu deuten. Erst dann kann ein Kind, durch diese Orientierung, so etwas wie Medienkompetenz entwickeln. Diese umfasst neben der Aneignung und Weitergabe von Informationen vor allem den schrittweisen Aufbau eines kritischen Urteilsvermögens im Hinblick auf die vermittelten Werte.

Angesichts der gesellschaftspolitischen Relevanz der "Werteerziehung" wird das Familienreferat des Bildungswerks der Hanns-Seidel-Stiftung das Thema im Rahmen eines Familienseminars 2008 erneut anbieten.