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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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"Wie werde ich Lernberater meiner Kinder?" - Ein generationenübergreifendes Konzept

"Wie werde ich Lernberater meiner Kinder?"
"Wie werde ich Lernberater meiner Kinder?"

Für viele Familien ist das Thema Schule und Lernen inzwischen Streit- und Stressfaktor Nr. 1 geworden! Eltern wollen für ihr Kind nur das Beste: das Abitur. Um ihr Kind auf Abitur-Kurs zu bringen, schöpfen Eltern bereits in der Grundschule aus einem breiten Arsenal von Hilfsmitteln. Inzwischen besucht in Bayern jeder fünfte Schüler in der dritten und vierten Klasse Nachhilfeunterricht. Doch in ebenso kurzer Zeit wie hier Kultur-und Spezialwissen "gelernt" wird, in ebenso kurzer Zeit wird es auch wieder vergessen. Was also kann getan werden, um das Erlernte "nachhaltiger" zu machen?

In schul- und bildungspolitischen Diskussionen werden häufig gravierende Lern-, Leistungs- und Motivationsprobleme bei Schülern kritisiert. Wenn die Eltern ihre Kinder bei Lernproblemen effektiv unterstützen und/oder qualifiziert mitreden wollen, sollten sie wissen, wie Erkenntnisse der Lernforschung heute in öffentlichen Schulen umgesetzt werden. In einem optimal gestalteten Unterricht steht nicht ausschließlich Wissensvermittlung im Vordergrund sondern das Erarbeiten von "Methodenlernen". Lernen geschieht durch Aktivität des Lernenden. Genau darum ging es bei einem Familienseminar, das von 9.-11. Februar 2007 in Kloster Banz unter dem Motto 2Wie werde ich Lernberater meiner Kinder? Ein generationenübergreifendes Konzept" stattgefunden hat.

Lerneifer pur!
Lerneifer pur!

Die Lernberaterin und ehemalige Seminarrektorin, Dr. Ingrid Düppe, setzte sich mit dieser komplexen Thematik systematisch auseinander und führte die Eltern schrittweise an die Lernmethodik heran.

Dr. Düppe erläuterte, wodurch sich "Lernberater" auszeichnen. So erhielten die Teilnehmer im Laufe des Seminars die Möglichkeit, selbst in eine Lehrer-Rolle zu schlüpfen und erlebten dadurch, wie sie im Alltag mit einer "neuen Lernkultur" als Lernberater tätig werden können. Die modernen "Lernberater" verzichten weitgehend auf enzyklopädische Wissensvermittlung und fachlich-stoffliche Belehrung oder Unterweisung. Sie beachten unterschiedliche Lerntypen und legen Wert auf selbstorganisiertes, eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen. Sie fördern und fordern Selbständigkeit, Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Methodenlernen.

Das Gelernte wird präsentiert
Das Gelernte wird präsentiert

Die Methoden zum "Lernen lernen"  wurden in den folgenden Arbeitsfeldern erprobt:

Selbständige Informationsgewinnung;
Produktive Informationsverarbeitung;
Argumentation und Kommunikation;
Systematisches Üben und Wiederholen.

Die Teilnehmer beteiligten sich aktiv an der Gruppenarbeit und arbeiteten in ausgewählten Methoden zum breit gefächerten Arbeitsfeld ein. Sie lernten dabei in Form eines Stationentrainings einige Lesetechniken sowie dazugehörige Begriffen wie "Aktives Lesen", Akrostichon, Akronym, Blickspanne, Bodenbild, Evaluation, Feedback, Kartenabfrage, Bilderdenken, Lasswellsche Formel, optische Rhetorik, etc. kennen.

Präsentation der Jugendlichen
Präsentation der Jugendlichen

Angesichts der Tatsache, dass das "Lernen lernen" selbst einen langen Lernprozess voraussetzt, war das Wochenendseminar für alle Beteiligten viel zu kurz. Das Bildungswerk der Hanns-Seidel-Stiftung bietet das Thema "Lernberatung" im Rahmen eines Familienseminars im nächsten Jahr erneut an.