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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Friedliche Koexistenz zwischen Palästina und Israel?

Dr. Bassam Disi, Leiter des Projektbüros in Jenin beim Jack-Steinberger-Gymnasium Bad Kissingen
Dr. Bassam Disi, Leiter des Projektbüros in Jenin beim Jack-Steinberger-Gymnasium Bad Kissingen

Das Bildungswerk nutzte den Deutschlandbesuch des Projektbüroleiters der Hanns-Seidel-Stiftung im palästinensischen Jenin, Dr. Bassam Disi, um im Rahmen der Arbeit der Regionalbeauftragten mit ihm mehrere Veranstaltungen zum aktuellen Konflikt im Nahen Osten durchzuführen.

Schüler der Gymnasien aus Mellrichstadt und Bad Kissingen sowie interessierte Bürger aus Bad Windsheim informierte Dr. Disi am 17. und 18. Juli 2007 aus erster Hand über die derzeitigen Probleme in seiner Heimat. Das Thema der Veranstaltung lautete "Friedliche Koexistenz zwischen Palästina und Israel?". Der Referent beantwortete diese Frage eindeutig. Die Mehrheit der Menschen in beiden Ländern wollen friedlich miteinander leben, wenngleich sich die Annäherung auch schwierig gestaltet. Er berichtete von Beispielen, wo diese Annäherung auf unterster Ebene funktioniert, nicht zuletzt bei den Projekten, die die Hanns-Seidel-Stiftung durchführt. "Gewalt an den Schulen" ist ein solches Beispiel für konkrete Zusammenarbeit zwischen den beiden Völkern. Lehrer von beiden Seiten versuchen gemeinsam Projekte gegen Gewalt durchzuführen und sich regelmäßig über ihre Erfahrungen auszutauschen.

Nach einer kurzen Darstellung der wechselvollen historischen Entwicklung beider Völker interessierte die Zuhörer besonders seine Schilderungen des Alltags, der allem Optimismus zum Trotz doch von vielen kleinen Schwierigkeiten geprägt ist. So ist z. B. Mobilität der Palästinenser sehr eingeschränkt, ständige Kontrollen und nicht zuletzt die neuerrichtete Mauer an der Grenze lassen selbst kurze Strecken zur stundenlangen Odyssee werden. Fast jeder Autofahrer hat Pickel und Schaufel im Auto, um als Sperre gedachte Erdwälle beiseite räumen zu können. In den lebhaften Diskussionen wurden viele Fragen gestellt.

Paul Hufnagel, Regionalbeauftragter der Hanns-Seidel-Stiftung und Organisator der Vorträge
Paul Hufnagel, Regionalbeauftragter der Hanns-Seidel-Stiftung und Organisator der Vorträge

Die Schüler interessierten sich u.a. für das Schulsystem und nahmen zur Kenntnis, das mittlerweile in Palästina Schuluniform eingeführt wurde, aus den selben Gründen, mit denen das Thema auch bei uns diskutiert wird. Die Schülerinnen hinterfragten besonders die Rolle der Frau in Palästina. Entgegen den Erwartungen führte Dr. Disi aus, dass Frauen den gleichen Zugang zu Schul- und Ausbildung sowie zur Universität haben, sich politisch betätigen und auch beruflich verwirklichen können. Auch die Erwachsenen beeindruckte die persönliche Sichtweise des Referenten, der in Palästina geboren wurde und in München Telekommunikations- und Informationstechnik studierte und nach dem Osloer Friedensabkommen 1996 wieder in die Heimat zurückkehrte, um mitzuhelfen, sein Land wieder aufzubauen. Trotz der Bedrohung, die auch er und seine Familie spürt, glaubt er in vielen kleine Schritten Verbesserungen erreichen zu können und strahlte in beeindruckender Weise einen für die Zuhörer unerwarteten Optimismus aus.

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