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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
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Gewalt- und Sexualstraftaten: Analyse, Prävention und neue Ansätze

- Prof. Dr. med. Michael Osterheider von der Universität Regensburg
Seminar für Bewährungshelfer, Sozialarbeiter, Mitarbeiter in sozialen Diensten, Vollzugsbedienstete und Polizei vom 13. bis 16. Mai 2007 in Wildbad Kreuth
Brutale Verbrechen sind immer schwer nachzuvollziehen. Die größten mentalen Probleme werden für im Vollzug oder in der Bewährungshilfe Tätige jedoch durch Sexualtäter mit vor allem minderjährigen Opfern verursacht. In diesem Seminar wurde gerade deshalb jenem Thema besondere Beachtung geschenkt und dieser Bereich sowohl aus Sicht der Staatsanwaltschaft als auch von Seiten der Kriminalistik, der Psychologie und der Psychiatrie beleuchtet.
Das Seminar eröffnete die Staatsanwältin Christina Rosenke aus München, indem sie klarstellte, dass bei allen Gewalt- und Sexualstraftaten der Täter im Mittelpunkt des Prozesses steht, damit jedoch das Opfer zum zweiten Mal Opfer werden kann. Als Zeuge soll es die Überführung des Täters ermöglichen, kann jedoch in dieser Funktion erneut traumatisiert werden. Prof. Dr. med. Michael Osterheider, Leiter der Abteilung für Forensische Psychiatrie und Psychologie der Universität Regensburg, zeigte die möglichen Kriminalitätsformen auf, stufte ab in unterschiedliche Gefährlichkeiten und besprach die Persönlichkeitsentwicklungen, die zu einem sexuellen Straftatverhalten führen können oder sogar müssen. Kriminelle Abweichungen sind Straftaten, bei denen ein nicht sexuelles Bedürfnis durch eine sexuelle Handlung befriedigt wird (z.B. Vergewaltigung als Machtausübung) oder Straftaten, bei denen ein sexuelles Bedürfnis durch eine nicht sexuelle Handlung befriedigt wird (z.B. Lust am Töten).

- Bewährungshelfer, Sozialarbeiter, Mitarbeiter in sozialen Diensten, Vollzugsbedienstete und Polizisten trafen sich in Wildbad Kreuth zu einem gemeinsamen Seminar
Kriminalhauptkommissar Alexander Horn vom Polizeipräsidium München erklärte, dass die Operative Fallanalyse ein Werkzeug darstellt, das dem vertieften Fallverständnis bei schwierigen Delikten dient und zum Ziel hat, ermittlungsunterstützende Hinweise zu erarbeiten. Es geht um die Fragen: Was? (Rekonstruktion), Warum? (Motivation) und Wer? (Persönlichkeit). Im Anschluss an die Operative Fallanalyse stellte Kriminaloberkommissar Sven Degenkolb das Projekt HEADS (HaftEntlassenenAuskunftsDateiSexualstraftäter) vor. Dabei handelt es sich um ein präventives Instrumentarium mit Informationsvernetzung für den Umgang mit besonders (rückfall-)gefährdeten Sexualstraftätern.
Den Abschluss des Seminars bildete das Thema Schleuserkriminalität und Menschenhandel. Polizeioberrat Thomas Kirchleitner von der Polizeiinspektion Traunstein berichtete über die Arbeit und die Methoden der Schleierfahnder. Dazu gehört auch die Schleuserkriminalität, die die illegale Einreise fördert und den Tod von Migranten billigend in Kauf nimmt.

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