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Referat II/7 Arbeit und Soziales, Demographischer Wandel, Familie, Frauen und Senioren
Dr. Susanne Schmid
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Vom christlichen Abendland zum christlichen Europa
Perspektiven eines religiös geprägten Europabegriffs für das 21. Jahrhundert

- S.E. HW Prof. Dr. L. Schick, Dr. I. Friedrich, Dr. h.c. mult. H. Zehetmair und Abt G. Henckel-Donnersmarck OC
Europa ist kein Christenclub - mit dieser Aussage unterstrich der türkische Ministerpräsident Erdogan in seiner Rede auf der 44. Münchner Sicherheitskonferenz am 9. Februar 2008 einmal mehr seine Warnung an die versammelten Europapolitiker, den Islam als Argument gegen einen EU-Beitritt seines Landes zu missbrauchen. Europa ist kein Christenclub, was aber ist Europa dann? Ein Werteclub, wie es Bundeskanzlerin Angela Merkel als Antwort auf ihren türkischen Amtskollegen formulierte? Geprägt von den Werten des christlich-abendländischen Europa, wie es im aktuellen Grundsatzprogramm der Christlich-Sozialen Union heißt? So zahlreich sind die Antwortversuche, dass man in Abwandlung eines Bonmots von Friedrich Nietzsche sagen möchte: Es ist Kennzeichen der Europäer, dass bei ihnen die Frage "was ist Europa?" niemals ausstirbt.
Doch welche europäisch-abendländischen Werte sollen dies sein? Die traditionellen Werte des christlichen Abendlands - angesichts zunehmender Entchristlichung der europäischen Gesellschaften? Toleranz und Dialog - angesichts eines zunehmend militanten Islam? Und wo bleiben die jetzt 40 Millionen Orthodoxen in der EU bei der lateinisch geprägten Rede vom christlichen Abendland nach dem Beitritt Rumäniens und Bulgariens? Das religiöse Antlitz der Europäischen Union hat sich mit der jüngsten Erweiterung nachhaltig verändert. Das vereinigte Europa des Jahres 2008 ist längst kein christliches Abendland mehr, wohl aber ein christlich geprägtes Europa, dessen Profil es herauszuarbeiten, zu bewahren und zu schärfen gilt.
Dies geschah bei der internationalen Expertentagung "Vom christlichen Abendland zum christlichen Europa - Perspektiven eines religiös geprägten Europabegriffs für das 21. Jahrhundert" am 13./14. November 2008 in Wildbad Kreuth in drei Panels. Das erste beschäftigte sich mit der Klärung des Abendlandbegriffs in seinem Verhältnis zum Europabegriff. In einem zweiten Panel wurde die Frage, welche genuin christlichen Signaturen in Geschichte und Gegenwart ausfindig gemacht werden können, näher untersucht und ein drittes Panel erörterte ganz konkret den Beitrag der Kirchen, der konservativen Volksparteien und insbesondere natürlich der Christlich-Sozialen Union für die Bewahrung und Profilierung eines christlich geprägten Europa der Zukunft.
Für Interessierte steht ein Tagungsbericht zum Download bereit. Den Tagungsband aus der Reihe "Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen" können Sie über die rechte Infobox bestellen oder herunterladen.

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