Publikationen

Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Aktuelle Veranstaltungen

Montag, 21. Januar 2013 bis Freitag, 25. Januar 2013

Wildbad Kreuth

Grundseminar Rhetorik

Montag, 21. Januar 2013

Parsberg

Kurzveranstaltung zur Vereinspraxis (Steuer)

Montag, 21. Januar 2013

Wonfurt

Pflegeversicherung

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

Meine HSS

Seite hinzufügen
löschen
 

Geographisches Seminar mit Exkursion

Besichtigung der Biomüllvergärungsanlage in Schweinfurt (Betriebsleiter Leo Gessner in der Bildmitte)
Besichtigung der Biomüllvergärungsanlage in Schweinfurt (Betriebsleiter Leo Gessner in der Bildmitte)
Perkolatfermenter der Biomüllvergärungsanlage
Perkolatfermenter der Biomüllvergärungsanlage

Klimawandel und Möglichkeiten alternativer Energieerzeugung
Das Wort "Klimawandel" ist derzeit in aller Munde! Wir, Schülerinnen der Klasse 10c am Maria-Ward-Gymnasium Bamberg, wollten wissen, was genau dahinter steckt, und luden daher am 24. Juni in unseren Geogrphieunterricht (Lehrerin: Dorothee Müller) den Regionalbeauftragten der Hanns-Seidel-Stiftung, Dipl.-Ing. Andreas Brunner, zu einem Klimaseminar mit dem Thema "Klimawandel und Möglichkeiten alternativer Energieerzeugung" ein.

In seinem überaus informativen und anschaulichen Powerpoint-Vortrag am Vormittag, gespickt mit mehreren Übungsphasen und schriftlichen Zwischentests, die unsere volle Aufmerksamkeit forderten, vermittelte uns der Referent einen zusammenfassenden Überblick zu tatsächlich in den letzten Jahrzehnten beobachteten Klimaveränderungen, wie Hochwasser an Oder (1997) und Elbe (2002), Hitzewellen im Jahr 2003, Schneefallchaos im Jahr 2006, Zunahme der Hurricanes in Amerika sowie Tornados in Franken. Des Weiteren kamen auch Themen, wie der Aufbau der Atmosphäre, der natürliche und anthropogene Treibhauseffekt, Klima -  Wetter - Witterung, Erderwärmung und deren Folgen, wie das Versiegen des Golfstroms, das Abschmelzen der Polkappen mit Verschiebungen der Erdplatten und der Überschwemmungsgefährdung auch der norddeutschen Küste bis Bremen einerseits und Wasserknappheit mit notwendigen Völkerwanderungen andererseits, zur Sprache.

Im Anschluss daran wurden dann zunächst theoretisch verschiedene Möglichkeiten alternativer Energieerzeugung vorgestellt:

  • Moderne Stromerzeugung im Blockheizkraftwerk, wo über Abwärmenutzung 90% der eingesetzten Energie umgesetzt werden (im Vergleich zur herkömmlichen Stromerzeugung im Kraftwerk, wo nur 40% in Strom umgesetzt werden und 60% durch Abwärme verloren gehen),
  • Energieerzeugung mittels erneuerbarer Energie:
    1. Biogasanlage
    2. Speicherkraftwerke im Landesinneren bzw. Gezeiten-, Wellen-, Meeresströmungs-Kraftwerke im Meeresbereich
    3. Windkrafträder, u.a. Offshore-Windparks
    4. Solarzellen und Photovoltaik (hier allerdings zu geringer Stromertrag!)
    Hierbei liegt der Anteil der erneuerbaren Energien beim Primärenergieverbrauch in Deutschland derzeit bei 5,3%, der Anteil der Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energien lag 2006 in Deutschland bei 11,8%.
Begehung des Gemeinschaftskraftwerkes Schweinfurt mit dem Betriebsleiter Otmar Walter (re. Bildrand)
Begehung des Gemeinschaftskraftwerkes Schweinfurt mit dem Betriebsleiter Otmar Walter (re. Bildrand)

Thematisiert wurden auch die Gründe der Menschen für die fehlende Umsetzungsbereitschaft moderner Erkenntnisse: So verzichten Menschen ungern auf herkömmliche Lebensstile, auch hat die heutige Generation nicht den Nutzen für ihre heutigen Investitionen oder ihren Komfortverlust bzw. muss sie nicht für den Schaden unterlassener Maßnahmen einstehen? Abrundend wurden Maßnahmebeispiele für Energiereduzierung allgemein, aber auch für den Privatbereich erarbeitet: Dämmung der Wohnräume, Einsatz energiesparender Geräte und Autos, energiebewusste Verhaltensweisen (Duschen statt Bad, Kühlschrank getrennt vom Herd, Einschränken des Individualverkehrs), Vermeiden des Standby-Betriebes, u.a.m.

Schauglas für die Überwachung der Müllverbrennungsfeuerung (Bildmitte: Referent, Dipl.-Ing. Andreas Brunner)
Schauglas für die Überwachung der Müllverbrennungsfeuerung (Bildmitte: Referent, Dipl.-Ing. Andreas Brunner)

Gegen Mittag schloss sich dann per Bus die praktische Erkundung bzw. Exkursion zweier dem Klimaschutz dienlichen Projekte an: die erst im April 2008 in Betrieb genommene Biomüll-Vergärungsanlage des Abfallwirtschaftszentrums Rothmühle bei Bergrheinfeld, wo nur aus Abfall Energie erzeugt wird und wo sich Umwelt- und Klimaschutz sowie Wirtschaftlichkeit ergänzen; das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt, das über ein Kohleheizkraftwerk und eine thermische Abfallbehandlungsanlage (!) Fernwärme und Strom für die Stadt Schweinfurt erzeugt.

Trotz enormer schweißtreibender Sommerhitze und allerhand gewöhnungsbedürftiger Gerüche war auch der Nachmittag wirklich äußerst informativ und bereichernd und endete erst gegen 16.00Uhr. Unser Dank gilt vor allem dem Referent, dessen persönlicher Kontakt zu den Leitern von Biomüll-Vergärungsanlage und Thermischer Abfallbehandlungsanlage uns überhaupt erst den Einlass in beide Einrichtungen ermöglichte.

Die Klasse 10c, Maria-Ward-Gymnasium Bamberg