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Was Kinder stärkt - Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern

Helmuth Stock, Leiter des Bildungswerks, hieß die Gäste willkommen
Helmuth Stock, Leiter des Bildungswerks, hieß die Gäste willkommen

Das Interesse an der Kooperationsveranstaltung des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Bayern, der Hanns-Seidel-Stiftung und des Familienministeriums in München am 21. November 2008 war sehr groß - mehr als 230 ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus der sozialen Arbeit, den Jugendämtern und den Erziehungsberatungsstellen nahmen am Fachtag "Was Kinder stärkt - Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern" teil.

Rund 500.000 Kinder leben in Deutschland mit einem psychisch erkrankten Elternteil - in etwa jedes 30. Kind. Diese Kinder brauchen Stärkung und Unterstützung. PD Dr. Michele Noterdaeme, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, erklärte: "Die Mechanismen, über die sich die elterliche Erkrankung auf die kindliche Entwicklung auswirkt bzw. mit ihr in Wechselwirkung steht, sind komplex." Sie sieht die betroffenen Kinder am besten geschützt, wenn die Hilfen bei den erkrankten Elternteilen, der gesamten Familie und dem Kind selbst angesetzt werden.

Ministerialdirigentin Johanna Huber, Abteilungsleiterin Familie, Bayerisches Sozialministerium, und Ekkehard Mutschler, Vorsitzende des DKSB, LV Bayern
Ministerialdirigentin Johanna Huber, Abteilungsleiterin Familie, Bayerisches Sozialministerium, und Ekkehard Mutschler, Vorsitzende des DKSB, LV Bayern

Erika Hohm, Dipl.-Psychologin des Psychischen Zentrums Nordbaden, forderte wiederholt eine intensive Vernetzung aller beteiligten Hilfesysteme - eine Forderung, die auch in den Foren und Diskussionen am Nachmittag laut wurde. Insbesondere die Unterschiede und Veränderungen zwischen den Systemen Psychiatrie und Kinder- und Jugendhilfe, so Hohm, würden immer wieder dazu führen, dass "Sand ins Getriebe" käme. Nur durch Kommunikation und Kooperation könnten Wissenslücken geschlossen und effektive Unterstützungsformen angeboten werden.

Für die Kinder- und Jugendhilfelandschaft in Bayern bedeuten die Erfahrungen dieses Fachtages aber noch mehr: Kinder psychisch kranker Eltern können gestützt und müssen geschützt werden. Dazu müssen alle Kinder und alle Eltern wissen, dass vor Ort Unterstützungsangebote vorhanden sind, wer diese sind und wo genau sie sich befinden.

Voll besetzter Saal: Gemeinsamer Schulterschluss zum Wohle der Kinder psychisch kranker Eltern
Voll besetzter Saal: Gemeinsamer Schulterschluss zum Wohle der Kinder psychisch kranker Eltern

Für die Jugendämter liegt die Problematik oft darin, dass sich die betroffenen Familien bereits sehr weit sozial isoliert haben, und sie auch für die Jugendhilfeträger schwer zu erreichen sind. Deshalb muss die Gesellschaft insgesamt die Rahmenbedingungen für Kinder in solchen Familienbezügen intensiv verbessern und das umfassende Wohl der Kinder ins absolute Zentrum stellen. Mit der Psychiatrie als wichtigem Partner liegt die Hauptaufgabe in dem Ausbau einer erfolgreichen Umsetzung interdisziplinärer Vernetzung und Kooperation. Das wichtigste Fazit des Tages lautete: Die Hilfesysteme können nur gemeinsam diese schwere Arbeit meistern.

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