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Taiwan: die erste Demokratie im chinesischen Kulturraum

Staatssekratär a.D. Dr.Klaus Rose sprach im niederbayerischen Straubing

Artur Kolbe, Hanns-Seidel-Stiftung (mit dem Taiwan-Buch von Dr. Rose), Referent Dr. Klaus Rose, Schulleiter Edmund Speiseder (zum Vergrößern bitte anklicken)
Artur Kolbe (mit dem Taiwan-Buch von Dr. Rose), Dr. Klaus Rose,

Auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung und des Gymnasiums der Ursulinen-Schulstiftung in Straubing sprach der ehemaliger Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verteidigung, Dr. Klaus Rose, am 28. Februar 2008 in Straubing zum Thema "Taiwan - ein demokratisches Land!". Dr. Klaus Rose, der bereits vor 30 Jahren im Rahmen des Besuchs einer Parlamentariergruppe Gast im fernöstlichen Taiwan dessen Besonderheiten kennenlernte, engagiert sich seither für den Inselstaat. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament Ende 2005 ist er weiterhin im Einsatz für Freiheit und Menschenrechte.

Gerne sei er der Einladung gefolgt, so Rose, und sei sehr erfreut darüber, dass das Gymnasium der Ursulinen-Schulstiftung in Straubing als erstes Gymnasium in Bayern eine Schulpartnerschaft mit Taiwan beginne, mit dem "Wenzao Ursuline College of Languages" in Koashiung. Schulleiter Edmund Speiseder wies darauf hin, dass in der Zeit vom 24. März bis zum 7. April 2008 die Straubinger Schülerinnen Taiwan besuchen werden, vom 7. bis 21. Juli 2008 werden die Taiwaner Gast in Straubing sein. Taiwan ist ein rohstoffarmes Land und so wird die Jugendlichen aus Fernost neben der Begegnung mit der Kultur und den Menschen Bayerns auch besonders die Thematik der nachwachsenden Rohstoffe interessieren. Das Zentrum für Nachwachsende Rohstoffe C.A.R.M.E.N in Straubing wird als Partner mit einbezogen.

Ausgehend von der großen Geschichte des Reiches der Mitte und der ständig wachsenden Bevölkerungszahl auf rund 1,5 Milliarden Menschen wagte Dr. Rose die Prognose, dass China auf dem Weg zu einer Weltmacht sei. Keineswegs ausgemacht sei aber seiner Meinung nach, dass das System einer Volksrepublik, also die Diktatur des Kommunismus und die Einparteienherrschaft, auf die Dauer Bestand haben könne. Im Ringen um Wohlstand und Anerkennung in der freien Welt habe zum Beispiel die Bevölkerung Taiwans ihre eigene Demokratie erkämpft. Der Weg dorthin sei nicht einfach gewesen, aber spätestens mit der Abschaffung des Kriegsrechts im Jahre 1987 seien demokratische Strukturen möglich geworden. Eine Mehrparteien-Demokratie und ein demokratischer Machtwechsel im Jahre 2000 seien die Folge gewesen.

Wenn jetzt im Wahlkampf - in Taiwan sind Ende März Präsidentschaftswahlen - ein neuer Machtwechsel möglich sei, so bestätige dies, dass auch im chinesischen Kulturraum Demokratie möglich sei. Taiwan komme somit im ostasiatischen Raum eine Vorbildfunktion zu. Der Referent verwies dabei auch auf die Rolle der Bundeskanzlerin, die nicht müde werde, trotz mancher Anfeindungen auf mehr freiheitliche Rechte für die Menschen in der Volksrepublik China zu drängen. So forderte er im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen, die in diesem Jahr in Peking stattfinden, dass keine Kumpanei mit den dortigen Machthabern gepflegt werden dürfe. Deutschland und Taiwan verbinde eine Vielzahl wirtschaftlicher und kultureller Beziehungen, die bereits auch von Universitäten und Kommunen gepflegt und gefördert würden. "Taiwan - Die Inselrepublik im Fokus deutscher Politik!" heißt das jüngst veröffentlichte Buch von Dr. Klaus Rose. Einer Schülerin, die in wenigen Wochen nach Taiwan fahren wird, überließ er es,  aus diesem Buch die Passage über die Drangsale der Diktatur vorzutragen, die vom ehemaligen Repräsentanten Taiwans in Deutschland und jetzigen Regierungssprecher, dem Germanisten Prof. Shieh, als authentischer Beitrag in diesem Buch Eingang fand.

Beeindruckt davon und von einem abschließend gezeigten Film über die Schönheit der Insel, die eine Bevölkerung von 23 Millionen zählt, deren Wirtschaftskraft der Europas ebenbürtig ist, die in den vergangenen Jahrzehnten eine ungeahnte Wirtschaftsprosperität vorweisen kann und Maßstäbe für das begonnene Jahrtausend setzt, bedankte sich abschließend Schulleiter Edmund Speiseder beim Referenten, für die Informationen, die dazu beitragen, die Öffnung nach Fernost vorzubereiten.