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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel besucht Ferienseminar der Hanns-Seidel-Stiftung

Kommt er denn überhaupt - oder wird er es machen wie manche Politiker, die sich ankündigen, aber kurz vorher wegen anderweitiger dringender Termine zu ihrem "großen Bedauern" absagen? Das hat sich der ein oder andere Teilnehmer des Ferienprogramms am 6. August 2008 gefragt, an dem für den Nachmittag Dr. Thomas Goppel, Bayerischer Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, als Gesprächspartner auf dem Programm stand.

Wer sich einen Politiker zum Anfassen gewünscht hatte, bekam in Thomas Goppel ein Musterexemplar dieser Gattung vorgestellt. Gut gelaunt und witzig, aber immer sachbezogen stellte er in verständlicher Sprache den Alltag eines Politikers vor. In seine eigene Vorstellung flocht er gleich ein paar Anmerkungen ein, besonders zu einer Maxime seines Vaters, des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Alfons Goppel, der immer betont habe, den anderen in seiner Eigenart zu respektieren. Gerade dies sei auch ein Grundsatz der CSU-Politik, jedem Menschen Chancengerechtigkeit zu geben.

Plädoyer für das gegliederte Schulsystem
Daher mache es auch keinen Sinn, die Hauptschule abzuschaffen oder gar die Gesamtschule einzuführen. Es gelte auch in der Bildungspolitik der Gedanke von Ludwig Erhard, jeder müsse sich aus eigener Kraft bewähren, das Risiko seines Lebens selber tragen, für sein Schicksal selbst verantwortlich sein. Der Staat aber müsse dafür sorgen, dass er dazu in der Lage sei.

Nicht Gleichmacherei sei gefragt, sondern Chancengerechtigkeit. Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung komme daher einer gezielten Förderung der Hauptschule und einer umfassenden Einführung der Ganztagesschule in der kommenden Legislaturperiode besondere Bedeutung zu. Nur so könnten für soziale Gerechtigkeit bei der Wahrnehmung von Bildungschancen gesorgt und pädagogische Defizite in bestimmten Erziehungssituationen aufgefangen werden.

Dauerbrenner G 8
Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen der Schulentwicklung und des Studiums. Goppel räumte ein, dass bei der Einführung des G 8 nicht alles so gelaufen sei, wie es hätte laufen können. Gleichzeitig machte er aber deutlich, dass es zur möglichst schnellen Einführung des G 8 keine Alternative gegeben habe, um Nachteile für Bayerns Abiturienten zu vermeiden. Er machte deutlich, dass es für die Abiturjahrgänge 2011 eine Entscheidung gebe, den Abiturtermin des G 9 und G 8 zeitlich zu entzerren. So werde sichergestellt, dass die G 9-Abiturienten mit Ausnahme der NC-Fächer ihr Studium bereits im Sommersemester 2011 beginnen und die G 8-Abiturienten dann im Wintersemester an der Universität einsteigen könnten. Das Problem, wie es denn mit den jungen Männern stehe, die zur Bundeswehr eingezogen würden, möchte er gerne aufgreifen und eine zufriedenstellende Lösung suchen.

Politischer Anschauungsunterricht
Anschauungsunterricht für das Geschäft eines Politikers bot ein Telefonat mit einem Mitglied der bayerischen Staatsregierung, zu dem das Handy des Ministers in dem Augenblick summte, als er unter Heranziehung dieses Falls die Art und Weise der Abstimmung und Entscheidung zwischen Kabinettsmitgliedern aufzeigte.

"Wären alle Politiker so nahe am Menschen wie Sie, Herr Dr. Goppel, dann brauchten wir wahrscheinlich keine Seminare zum Thema Politikverdrossenheit anzubieten", resümierte der Gesamtleiter des Ferienprogramms, Bernhard Köglmeier, als Moderator den Eindruck nach einer fast dreistündigen Gesprächsrunde.

Beim abendlichen Pizzaessen mischte sich Thomas Goppel unter die jugendlichen Teilnehmer und deren Eltern und führte die Diskussion aus dem Seminarraum in zwangloser Weise fort. Der Wunsch, ihn beim Sommerferienprogramm 2009 wieder zu sehen, bringt die Begeisterung der Teilnehmer wohl am besten zum Ausdruck.