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Referat II/7 Arbeit und Soziales, Demographischer Wandel, Familie, Frauen und Senioren
Dr. Susanne Schmid
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Wertewandel in Staat und Gesellschaft

- Klaudia Schultheis und Hans Zehetmair
Am 30. September und 1. Oktober 2008 trafen sich die Stipendiaten des gemeinsamen Promotionskollegs von Hanns-Seidel-Stiftung und KU Eichstätt in Wildbad Kreuth, um über den Wertewandel in Staat und Gesellschaft zu diskutieren.
Als erster Gesprächspartner stand den jungen Wissenschaftlern, die unter anderem aus Österreich und der Schweiz angereist waren, am Nachmittag des 30. September der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair, zum Thema "Werte in der Politik" Rede und Antwort. In Statement und Diskussion betonte der ehemalige Staatsminister, dass die weltanschauliche Neutralität eines Staates keineswegs mit einem sittlich ungebundenen Staat gleichgesetzt werden dürfe. Demokratische Ordnungen bedürften im Gegenteil eines Wertekonsenses. Die wichtigsten Grundrechte von der Würde des Menschen über den Schutz von Ehe und Familie bis hin zur Garantie der Religions- und Gewissensfreiheit, so Zehetmair, seien beispielsweise Ausfluss christlicher Wertvorstellungen. Auch vor dem Hintergrund eines großen Wertepluralismus unserer Tage und zweifellos vorhandenen alternativen Lebensformen bildeten diese christlichen Werte deshalb nach wie vor ein unverzichtbares Element der gesellschaftlichen Integration.
Das zweite Kamingespräch eröffnete am Abend Dr. Markus Spieker, Korrespondent der Fernsehgemeinschaftsredaktion im ARD-Hauptstadtstudio Berlin und prominenter evangelischer Autor, mit einem lebendigen Kurzvortrag über "Die Werte-Revolution: Das Zeitalter der Patchwork-Moral". Als Ergebnis seiner Zeitanalyse definierte er die Gegenwart als ein Zeitalter der radikalen Diesseitigkeit. Die Folge sei ein kollektiver Hedonismus, der zu sozialer Kälte und einem Werterelativismus geführt habe. Dieser Entwicklung setzte Spieker in seinem Schlussplädoyer eine Rückbesinnung auf das Rezept "Christentum" entgegen, das sich über zwei Jahrtausende bewährt hätte. Auch wenn die Stipendiaten in der anschließenden Diskussion zum Teil erfrischend kritisch nach den wissenschaftlichen Grundlagen dieser Zeitanalyse fragten und den Lösungsansatz gerne noch stärker präzisiert wissen wollten, wurde auch dieses zweite Kamingespräch als anregend und bereichernd empfunden.
Der Vormittag des 1. Oktober stand dann ganz im Zeichen der Promotionsvorhaben der Stipendiaten des Interdisziplinären Promotionskollegs "Werteorientierung und Wertevermittlung in der modernen Gesellschaft". In zwei Panels präsentierten insgesamt sechs der Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre durchwegs hochkarätigen Promotionsvorhaben und stellen sich anschließend den kritischen Rückfragen und konstruktiven Anregungen ihrer Kollegen. Deutlich wurde dabei nicht nur die interdisziplinäre Breite der verschiedenen Forschungsvorhaben, sondern auch die intellektuelle Brillanz des gemeinsamen Promotionskollegs von Hanns-Seidel-Stiftung und KU Eichstätt.

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