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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Die Zukunft des Fliegens – Lösungsansätze zwischen Ölpreis und Klimawandel

Karl Heinz Keil, Christian Kelders, Horst Baier, Karlheinz Haag, Brigitte Englert, Werner Toepel
Karl Heinz Keil, Christian Kelders, Horst Baier, Karlheinz Haag, Brigitte Englert, Werner Toepel

7. Luftfahrt-Podium im Konferenzzentrum München
Die Luftfahrt kämpft mit Problemen, die die gesamte Branche fordern. Es sind Probleme, die keine andere Branche so stark treffen wie die Luftfahrt: der schwankende Ölpreis und die lahmende Konjunktur. Zudem steigt der öffentliche Druck durch umweltbewusste Verbraucher, aber auch durch andere Industriezweige, die darauf drängen, dass Erfolge in der Klimapolitik an einer Stelle nicht durch ein rasantes Anwachsen der CO2-Emissionen an anderer Stelle, nämlich im Luftverkehr, zunichtegemacht werden.

Prof. Dr.-Ing. Horst Baier, Lehrstuhlinhaber für Leichtbau und für Luftfahrttechnik an der Technischen Universität München, stellte in seinem einleitenden Statement das Konzept des "öko-effizienten" Fliegens dar. Dazu zählen die Reduktion von Reichweiten oder kleinere Flugzeuge, alternative Treibstoffe oder auch Verbesserungen am "Airframe". "Airframe" bezeichnet in der Flugzeugindustrie den komplett aufgebauten Rumpfteil eines Flugzeuges inklusive aller technischen Einbauten. Zum "öko-effizienten" Fliegen zählen also Antriebssysteme, die Schadstoffausstoß und Lärmemission reduzieren sollen ebenso wie neue Flügelkonfigurationen oder Materialien, die ein energieeffizientes Fliegen begünstigen.

Dr. Christian Kelders von Bauhaus Luftfahrt e.V., einem 2005 gegründeten Verein, der die interdisziplinäre Luftfahrt-Forschung in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Design fördert und von verschiedenen Industrieunternehmen gegründet wurde, erläuterte in seinem Beitrag den geplanten Emissionshandel. Hintergrund hierfür: Um den Beitrag der Luftfahrt zum Klimawandel einzudämmen, hat die EU-Kommission entschieden, eine Obergrenze für den CO2-Ausstoß aller Flugzeuge einzuführen, die EU-Flughäfen anfliegen. Den Fluggesellschaften würde es dann möglich sein, Zertifikate zu erwerben und zu verkaufen. Konkret sollen ab 2012 alle in der EU startenden oder landenden Airlines Emissionsrechte erwerben. Auch aus der Sicht des Flughafen Münchens, seien Energie und Umweltaspekte zu berücksichtigen. Dr. Brigitte Englert, Konzernbeauftragte für Ministerien, Verbände und Politik bei der Flughafen München GmbH, verwies jedoch auf die Tatsache, dass der globale Luftverkehr nur für ca. zwei Prozent aller anthropogenen CO2-Emissonen verantwortlich sei. Natürlich spiele der stark schwankende Ölpreis und die weltweite Wirtschaftskrise ursächlich für eine rückläufige Nachfrage in der globalen Luftverkehrswirtschaft eine Rolle, langfristig rechne man aber mit einem stabilen Wachstum. Im Übrigen sei der Bau der dritten Startbahn und eine verbesserter landseitige Anbindung des Flughafens auch unter Umweltaspekten sinnvoll, so Dr. Englert.

Dr. Karlheinz Haag, Leiter Umweltkonzepte bei der Deutschen Lufthansa, legte in seinem Statement das Vier-Säulen-Modell seines Unternehmens dar: Technischer Fortschritt, effizientere Luftverkehrsinfrastruktur, operative Maßnahmen und ökonomische Instrumente sollten als Maßnahmenpaket für einen nachhaltigen und emissionsmindernden Luftverkehr realisiert werden. Mittelfristig strebe die Lufthansa ein CO2-neutrales Wachstum an, langfristig eine (fast) CO2-freie Technologie. Prof. Werner Toepel, Ministerialrat a.D. und Sachverständiger für Flugplätze legte abschließend seinen Fokus auf die wesentlichen Aspekte im Bereich der Allgemeinen Luftfahrt. Er verdeutlichte allerdings, dass der Beitrag der Allgemeinen Luftfahrt zum Klimawandel im Verhältnis zur Verkehrsluftfahrt zu vernachlässigen sei und eher Themen wie Preis und Angebot von Flugkraftstoff relevant seien.