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Referat III/6 Familie, Frauen, Senioren, Religion und Gesellschaft, Integration
Dr. Bok-Suk Ziegler
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Die wechselvollen Beziehungen zwischen Bayern und Südtirol
Adler und Löwe als gleichberechtigte Partner in einem Europa der Regionen
Tirol und Bayern sind mehr als nur Nachbarn. Lange bevor im 13. Jahrhundert die Grafschaft Tirol entstand, war das “Land im Gebirge” ein Teil des Herzogtums Bayern. Auch nach dem endgültigen Verlust Tirols im 14. Jahrhundert bemühte sich Bayern immer wieder um Tirol, zuletzt vor 200 Jahren, als das Land mit Napoleons Hilfe im Frieden von Preßburg 1805 zu Bayern kam. Die bayerische Verwaltung setzte in Tirol eine Reihe von Reformen durch, die auf den erbitterten Widerstand der Tiroler stießen und 1809 in den von Andreas Hofer geführten Aufstand mündeten. In ganz Europa erregte es Aufsehen, dass die Tiroler Schützen den sieggewohnten Armeen Napoleons trotzen konnten.
Gemeinsam mit der Bayern-Südtirol-Gesellschaft nahm die Hanns-Seidel-Stiftung das Jubiläumsjahr 2009 zum Anlass, sich am 1. Oktober im Rahmen einer Fachtagung in München in Rückblick und Ausblick intensiv mit den wechselvollen Beziehungen unserer beiden Länder zu befassen. Gerade im Angesicht der Globalisierung und der rasant zunehmenden internationalen Verflechtungen sei es immens wichtig, die Bedeutung der Regionen für die Menschen nicht aus den Augen zu verlieren und uns dafür einzusetzen. „Zukunft braucht Herkuft“ – mit diesem Plädoyer für den Stellenswert der Regionen in Europa eröffnete der Stiftungsvorsitzender Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair die Tagung. In seiner Begrüßungsrede sprach der zweite Vorsitzender der Bayern-Südtirol-Gesellschaft Dr. Bruno Hosp von der tiefen Verbundenheit der beiden Nachbarländer, die als Kulturländer deutscher Sprache über die nationalstaatlichen Grenzen hinweg viele Gemeinsamkeiten haben.
Neben einem historischen Rückblick „Tirol unter dem bayerischen Löwen“ durch Prof. Dr. Reinhard Heydenreuter wurden bei der anschliessenden Podiumsdiskussion, die durch den Südtiroler Politiker Dr. Walter Baumgartner moderiert wurde, Fragen der Intensivierung der nachbarschaftlichen Beziehungen und der Zusammenarbeit zwischen Bayern und Südtirol erörtert. In seinem Beitrag konstatierte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, MdL, dass Südtirol wie Bayern ein geschichtsbewusstes und zugleich zukunftsoffenes Land sei. Er sei überzeugt davon, dass in Zukunft Bayern und Südtirol wieder gemeinsam Geschichte schreiben werden - dann aber nicht mehr „unter dem bayerischen Löwen“, sondern Adler und Löwe als gleichberechtigte Partner in einem Europa der Regionen. Die Gegensätze aus der Zeit Napoleons seien „Gott sei Dank“ längst überwunden! Dem schloss sich auch Staatsminister a.D. Erwin Huber, MdL, an und betonte, dass Bayern, Tirol und Südtirol heute exzellente wirtschaftliche, politische und freundschaftliche Beziehungen verbinde. Vor allem stellte Huber eine produktive Zusammenarbeit der beiden Länder im europäischen Rahmen hervor. Auch Prof. Ing. Konrad Bergmeister und Dr. Michl Ebner von der Südtiroler Delegation sprachen für einen erweiterten Austausch in Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft.
Angesichts der großen Resonanz und Begeisterung der Teilnehmer waren sich alle Beteiligten einig, dass diese Kooperationstagung kontinuierlich fortgeführt werden sollte.

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