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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
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Burgen - Wappen - Herrschaftssitze
Wussten Sie, dass das Wort Kemenate auf den Kamin zurückzuführen ist, der in diesem Zimmer vorhanden war und sich damit als Aufenthaltsraum eignete – nicht nur für Frauen? Dass ein Bergfried immer einen Hocheingang besitzt und ihm als Standeszeichen vorwiegend repräsentative Bedeutung zukommt? Dass mit Dürnitz, einem typisch süddeutschen Begriff, der Speiseraum gemeint ist? Und Bering der Fachausdruck für Ringmauer ist? Diese und andere burgenkundliche Begriffe wurden beim Seminar Burgen – Wappen – Herrschaftssitze vom 11. bis 13. Juni 2009 in Wildbad Kreuth erläutert. Altbayern und Schwaben standen im Zentrum des Interesses. Dr. Michael Weithmann, gebürtiger Münchner und Spezialist für Burgen gerade auch dieser Region, stellte die wichtigsten vor. Dabei erklärte er, wie sich dieses Hoheitszeichen im Rahmen der gesellschaftlichen Voraussetzungen am Ende des 11. Jahrhunderts bis in das 14. Jahrhundert hinein von der Motte zum Schloß mit Wohnkomfort entwickeln konnte.
Burghausen ist für die Burgenkunde ein Sonder- und Glücksfall. Ihr gotischer Zustand blieb weitgehend erhalten, was sie unabhängig von ihren gewaltigen Ausmaßen zu einer Rarität macht. In ihren Mauern verbrachte Jadwiga, die Gemahlin Herzog Georgs des Reichen, ihre letzten 20 Lebensjahre. An sie erinnern wir uns, wenn wir an die Landshuter Fürstenhochzeit denken. Hierzu gab Prof. Dr. Reinhard Heydenreuter nützliche Hinweise. Seine Erläuterungen zur Heraldik und zur Vexillologie (Kunde von den Fahnen) waren nicht nur als Vorbereitung auf das dieses Jahr wieder stattfindende Ereignis hilfreich. Auch zum Verständnis der Gebiets- Bezirks- und Gemeindewappen sollte man Grundregeln dieser Fachdisziplin kennen. So werden Farben und Metalle unterschieden. Zu den Farben zählen ausschließlich rot, blau, grün und schwarz. Wichtig ist, dass Farben nicht aneinanderstoßen, sondern durch Metall - silber oder gold – getrennt werden. Die Fahne der Bundesrepublik Deutschland stellt deshalb einen heraldischen Verstoß dar, da nicht Farbe auf Farbe und nicht Metall auf Metall folgen darf. Der goldene Streifen hätte demgemäß der mittlere sein müssen.. Bei der Deutschen Nationalversammlung 1848 setzte man sich jedoch bewußt darüber hinweg. Man wollte gerade zeigen, dass nun eine neue Zeit gekommen war.
Prof. Dr. Wilhelm Liebhart gab viele Tipps, um einen Burgenbesuch für den Laien verständlich zu machen. Er riet zu einer Kombination aus kunstgeschichtlichem und historischen Fachbuch, da die Betrachtung der Anlagen in ihrem heutigen Zustand in der Regel nicht ausreicht, um ihre Bedeutung im Mittelalter entsprechend würdigen zu können.

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