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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
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Märtyrer und Heilige – die Christianisierung Bayerns

- Referent Prof. Dr. Manfred Heim
Das Thema „Märtyrer und Heilige – die Christianisierung Bayerns“ wurde vom 2. bis 5. Juni 2009 in unserem Bildungszentrum Wildbad Kreuth vom Inhaber der einzig existierenden Professur für Bayerische Kirchengeschichte, an der LMU München angesiedelt, umfassend aufbereitet. Prof. Dr. Manfred Heim ließ den Teilnehmern zum Einstieg Gelegenheit, sich über die grundsätzliche Bedeutung des Begriffspaares Kirche und Kultur Gedanken zu machen. Er erklärte, dass es sich hierbei um ein Hendyadyoin handelt, was bedeutet, dass die historische und theologische Geschichte bis zur Aufklärung nicht voneinander zu trennen sind. Allgemeine und Kirchengeschichte bilden gemeinsam die abendländische Kulturgeschichte und stellen das dar, was wir Kultur nennen. Damit wurde schon der Schlüssel gefunden, um die Entwicklung der Christianisierung in Bayern als eine zentrale Frage für die bayerische Landesgeschichte begreifbar zu machen.
Besonders die fränkischen Teilnehmer dieses Seminares haben mit Freude zur Kenntnis genommen, dass der Stamm der Franken unsere Geschichte besonders geprägt hat. Ihrer Wortbedeutung nach Frank und Frei, somit ehrlich, aufrichtig und geradeheraus, waren sie von Anfang an auf direktem Wege katholisch und mußten nicht nochmals, wie andere germanische Stämme, vom arianischen Christentum zum katholischen Glauben missioniert werden.
Diese Missionierung erfolgte oftmals über westfränkische Bischöfe, die von den Agilolfingerherzögen dazu ins Land geholt wurden. Hier sind insbesondere Emmeram in Regensburg sowie Korbinian in Freising zu nennen. Sie werden als Heilige in der Oberpfalz bzw. Oberbayern besonders verehrt. Während der Heilige Korbinian eines natürlichen Todes starb, erlitt der Heilige Emmeram das Martyrium. Er war als Wandermönch an den Hof des agilolfingischen Herzogs Theodo I. gekommen und wurde von diesem zum Bleiben gebeten. Der Legende nach vertraute sich die Tochter des Herzogs ihm an. Sie hatte eine heimliche, nicht standesgemäße Liebschaft und erwartete ein Kind. Um das Paar vor einer Bestrafung durch den Herzog zu schützen, riet ihr Emmeram, ihn selbst als Vater zu nennen. Nachdem er eine geplante Pilgerreise nach Rom angetreten hatte, wurde die Schwangerschaft der Herzogstochter bekannt. Diese erzählte die vereinbarte Geschichte, was ihre Familie sehr erzürnte. Zur Ehrenrettung seiner Schwester verfolgte daraufhin der Sohn des Herzogs, Lantpert (manchmal auch Landfried genannt), den in seinen Augen Flüchtenden. Als er ihn im südöstlich von München gelegenen Ort Kleinhelfendorf eingeholt hatte, ließ er Emmeram von seinen Leuten auf eine Leiter binden und ihm bei lebendigen Leibe nach und nach die Körperteile abschneiden. Mit lebensgroßen Figuren in einer barocken Fassung ist dies heute in der Marterkapelle von Kleinhelfendorf nachgestellt.

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