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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Münchner Ordo-Gespräche - Netzwerk junger Führungskräfte

Auf Einladung von Hanns-Seidel-Stiftung, Bund katholischer Unternehmer (BKU), Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV), Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) sowie Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) kam vom 8. bis 11. November 2009 ein Netzwerk aus fünfundzwanzig jungen Multiplikatoren zu den München Ordo-Gesprächen zusammen, um auf Grundlage der Katholischen Soziallehre eine ordnungspolitische Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft zu diskutieren.

Abt Johannes Eckert (Foto: Kloster Andechs)

Gemeinsam bestritten sie ein intensives Gesprächs- und Diskussionsprogramm mit jungen Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Prominente Gesprächspartner waren unter anderem der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon, der Abt von St. Bonifaz und Kloster Andechs, Johannes Eckert, sowie die beiden Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, und der Hanns-Seidel-Stiftung, Peter Witterauf.

Wie ein roter Faden zog sich die jüngste Sozialenzyklika „Caritas in veritate“ von Papst Benedikt XVI. durch die Gespräche, deren Inhalte die Teilnehmer mit verschiedenen Sozialethikern diskutierten. Die beiden Professoren André Habisch und Jörg Althammer von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt sowie die drei Münchner Professoren Markus Vogt (Ludwig-Maximilians-Universität), Johannes Wallacher und Nils Goldschmidt (Universität der Bundeswehr) beleuchteten die Enzyklika aus verschiedenen Perspektiven.

Im Zentrum standen die ordnungspolitischen Aussagen des Papstes - vor allem zur Rolle der Zivilgesellschaft. Habisch machte dies an dem programmatischen Satz „Die exklusive Kombination Markt-Staat zersetzt den Gemeinschaftssinn“ aus „Caritas in veritate“ deutlich: „Wenn nur auf Markt, Leistung und Wettbewerb gesetzt wird, geht der Mensch vor die Hunde, weil die Liebe auf der Strecke bleibt. Wenn nur auf den Staat und gesetzlichen Zwang gesetzt wird, geschieht das Gleiche. Notwendig sind also Freiräume, in denen das freiwillige Miteinander und das ehrenamtliche Engagement Platz haben“, betonte Habisch.

Dieser Gedanke und seine Relevanz für die Soziale Marktwirtschaft war auch eine Kernaussage des Hauptgeschäftsführers der Hanns-Seidel-Stiftung, Peter Witterauf: „Markt und Staat leben beide von gesellschaftlich-kulturellen Voraussetzungen, die sie nicht aus sich hervorbringen können.“

Georg Fahrenschon

Am Abend des zweiten Gesprächstages kamen die Teilnehmer in der Abtei St. Bonifaz zu einem zweieinhalbstündigen Gedankenaustausch mit Abt Johannes Eckert und dem bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon zusammen. Letzterer beeindruckte die jungen Führungskräfte dabei durch seine offene und sachliche Art, als er über das Spannungsverhältnis von Prinzipientreue und Pragmatismus in der Politik sprach. Als besondere Herausforderung beschrieb er dabei die Gesetze der modernen Mediengesellschaft, in der nur derjenige als relevant wahrgenommen werde, der auch in den Medien vorkomme.

Abt Johannes Eckert wies in diesem Zusammenhang darauf hin, wie modern das benediktinische „orat et labora“ sei: „Wer sich nicht ab und zu eine Auszeit gönnt, brennt aus.“ Ähnlich hatte bereits am Morgen Pater Benno Kuppler SJ argumentiert.

Die Teilnehmer der Ordo-Gespräche wollen den Kontakt untereinander weiter ausbauen und das begonnene Netzwerk weiter knüpfen. Ein nächstes Treffen ist aus Anlass des Ökumenischen Kirchentages im Mai 2010 in München geplant, ebenso ein jährliches Ordo-Gespräch im Sommer in Berlin. Als Hauptansprechpartner des Netzwerkes fungieren bis auf weiteres BKU-Geschäftsführer Martin J. Wilde und Michael Borchard, Leiter der Abteilung Politik und Beratung der KAS.