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Referat II/4 Bildung und Erziehung
Paula Bodensteiner
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Musikalische versus ästhetische Bildung
Rahmenbedingungen für zukünftigen Musikunterricht
Anlass der Fachtagung, die von der Hanns-Seidel-Stiftung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Deutschen Musikrat und der Konferenz der Landesmusikräte am 27. und 28. November 2009 im Konferenzzentrum München stattfand, war der Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK), die Fächer Musik, Kunst und Sport zum „Studienbereich Ästhetische Bildung“ zusammenzufassen. Im Plenum und in Arbeitsgruppen erarbeiteten die Landesmusikräte gemeinsam mit Vertretern von Fachverbänden Rahmenbedingungen zum Erhalt der qualifizierten Musikvermittlung an Grundschulen.
Weil schon Kinder zu viel Zeit vor Computer und Fernseher verbringen und zu wenig bis gar nicht mehr kreativ tätig sind, hat die KMK im Herbst 2008 eine Empfehlung formuliert, zukünftig im Studienbereich Grundschullehrer die Fächer Musik, Kunst und Sport zum Fächerverbund "Studienbereich Ästhetische Bildung: Kunst, Musik, Bewegung" zusammenzufassen. In dieser Empfehlung sehen die Landesmusikräte jedoch eine eklatante Bedrohung des Unterrichtsfachs Musik an Grundschulen. Auch Prof. Ursula Männle, stellvertretende Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, betonte, dass Bildung nicht einseitig als Wissensvermittlung zu verstehen sei, sondern den ganzen Mensch betreffe. Ganz entscheidend sei dabei die Vermittlung von Musik und Kunst. Bayerns Musikratspräsident Dr. Thomas Goppel gab zu bedenken, dass in der Umsetzung der KMK-Empfehlung eine Gefahr sowohl für die Qualität als auch die Kontinuität des Musikunterrichts zu sehen sei.
In seinem Impulsreferat erläuterte der Generalsekretär der KMK, Prof. Dr. Erich Thies, die Überlegungen dieser Empfehlung. Mit dem Ziel, die gegenseitige Anerkennung der Lehramtsabschlüsse in den einzelnen Ländern zu erleichtern, hat die KMK die Fächer Kunst, Musik und Sport an Grundschulen in einem sogenannten Fachprofil „Studienbereich ästhetische Bildung: Kunst, Musik, Bewegung“ zusammengeführt und inhaltliche Anforderungen sowie zu erzielende Kompetenzen als Empfehlung an die Länder formuliert. Dabei handele es sich um eine länderübergreifende Definition dessen, was jeder Grundschullehrer künftig von Kunst, Musik und Sport verstehen sollte, betonte Thies ausdrücklich, eine "Qualifikation in der Breite", die keineswegs die einzelnen Fachlehrer oder gar deren Fächer ersetze.
Um gemeinsam dieser Entwicklung rechtzeitig gegen zu steuern, soll das Ergebnis der Klausurtagung, Anfang Januar dem Bayerischen Minister für Unterricht und Kultus, Dr. Ludwig Spaenle überreicht werden, der 2010 den Vorsitz der KMK innehat.

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