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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Qualität und Gerechtigkeit - Thesen zu Bildung und Politik

Dr. Ludwig Spaenle und Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair
Dr. Ludwig Spaenle und Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair

Rund 400 Multiplikatoren aus der bayerischen Bildungslandschaft folgten am 28. Januar 2009 der Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung zu einer bildungspolitischen Grundsatzrede des neuen bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zum Thema "Qualität und Gerechtigkeit - Thesen zu Bildung und Politik".

Der 11. Februar 2009 ist für Dr. Ludwig Spaenle das zentrale Datum, ab dem bildungspolitische Entscheidungen für die Zukunft gefällt werden. An diesem Tag treffen Staatsregierung und kommunalpolitische Spitzenverbände zusammen, um gemeinsam die Weichen der Bildungspolitik für die geänderten gesellschaftlichen Verhältnisse zu stellen. Für den Minister geht es um die Unterstützung der Eltern im Erziehungs- und Bildungsprozess und um eine sehr gute Förderung der jungen Menschen. Ein Element dazu ist eine noch stärker auf die Praxis ausgerichtete Lehrerbildung.

"Unsere Antwort auf den gesellschaftlichen Wandel muss der Ausbau der Ganztagsschulen, eine stärkere individuelle Förderung der Kinder und die Vermittlung von Werten sein", konkretisiert der Minister seine Schwerpunkte Qualität und Gerechtigkeit. An allen Schularten will der Minister die Ganztagsangebote bedarfsgerecht ausbauen, um gezielt Chancengerechtigkeit und Integration zu verbessern. Zeitlich genießen Haupt-, Förder- und Grundschulen bei der Einführung der Ganztagsklassen Vorrang, dann folgen Realschulen und Gymnasien.

Der Kultusminister wird den Kommunen am 11. Februar 2009 anbieten, dass der Staat künftig die Trägerschaft für die offene und gebundene Ganztagsschule übernehmen wird. Die Kommunen werden sich künftig nach dem Konzept des Kultusministers mit einer Kostenpauschale an den Ganztagsschulen beteiligen.

Der bayerische Kultusminister bei seiner Grundsatzrede
Der bayerische Kultusminister bei seiner Grundsatzrede

Das differenzierte Schulwesen, das neben dem Gymnasium 15 weitere Wege zur Hochschulreife vorsieht, will der Minister durch ein geändertes Übertrittsverfahren von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen deutlich durchlässiger gestalten. "Der Staat ist dazu verpflichtet, Eltern und Kinder in der sensiblen Phase der Entscheidung über die weitere Schullaufbahn intensiv zu begleiten - als eine Art Schulweghelfer", erklärt der Minister sein Vorhaben, den Moment des Übertritts durch eine zweijährige Übergangsphase zu ersetzen und dabei dem Elternwillen mehr Gewicht zu verleihen.

"Ich werde darüber hinaus Dialogforen einrichten, um vor Ort das Bildungsangebot zukunftsfähig zu machen", kündigte Kultusminister Spaenle die Einführung von Runden Tischen unter Federführung des Staates an. "Hier sollen alle am Bildungsprozess beteiligten Kräfte diskutieren, wie in der jeweiligen Region Qualität und Gerechtigkeit durch ein differenziertes Schulangebot für alle Kinder bestmöglich verwirklicht wird", so der Minister.

Als Vizepräsident der Kultusministerkonferenz würdigte Ludwig Spaenle abschließend die Bemühungen der Europäischen Union, die Bildungsarbeit in den einzelnen Ländern transparent zu machen. "Ich begrüße ausdrücklich den Informations- und Erfahrungsaustausch innerhalb der EU, verwahre mich aber gegen den Versuch der EU, Zuständigkeiten der Mitgliedsstaaten zu untergraben", betonte der Minister.

Das Podium: Dr. Ludwig Spaenle, Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair und Dr. Marcel Huber
Das Podium: Dr. Ludwig Spaenle, Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair und Dr. Marcel Huber

Vom Angebot zur Diskussion, an der auch Staatssekretär Dr. Marcel Huber teilnahm, wurde rege Gebrauch gemacht und dem Minister aus allen Bereichen der Bildungspolitik konkrete Wünsche mit auf den Weg gegeben. Von der Lehrerbildung, die im Zuge des Bolognaprozesses nicht auf der Sterecke bleiben dürfe, über den Bereich der außerschulischen Bildungsarbeit, der sich mehr Kooperation mit dem schulischen Bereich wünscht, bis zu aktuellen Fragen der Finanzierung und Ausstattung der Schulen spannte sich der Bogen der Anregungen. Für die Verwendung der im Konjunkturpaket 2 versprochenen Gelder gab es eine Reihe von Vorschlägen, die der Minister gerne prüfen will. Auch die Landesschülervertretung meldete sich zu Wort und mahnte an, für noch mehr Lehrerstellen zu kämpfen.