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Referat II/4 Bildung und Erziehung
Paula Bodensteiner
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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Berufsgruppen in der Beruflichen Erstausbildung

Eine qualitative Antwort auf die demographische Entwicklung?!

Prof. Dr. Andreas Schelten
Manfred Theunert
Dr. Eva Tepperberg
MRin. Doris Streul
Cindy Grzanna
Irmgard Frank
Prof. Dr. Heike Solga
Prof. Dr. Peter F. E. Sloan
Das Podium: Dr. Christof Prechtl, Mdgt. German Denneborg, Dr. Josef Amann, Christian Gohlisch

Zu der Arbeitstagung der Hanns-Seidel-Stiftung in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung in München fanden sich in Wildbad Kreuth vom 15. bis 16. April 2010 hochrangige Experten der Berufsbildung Bayerns ein.

Hinter dem sperrigen Titel „Berufsgruppen in der Beruflichen Erstausbildung – eine qualitative Antwort auf die demographische Entwicklung?!“ verbirgt sich ein Thema – darin waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung einig – das in den kommenden Jahren erst noch seine gesamte Dynamik entfalten wird, gilt es doch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung die Fachkräfteversorgung in der Zukunft zu sichern.

Auf Grund dieses demographischen Wandels wird deutlich, dass sich die Zahl der ausbildungsberechtigten Jugendlichen deutlich verringert. Nach Hochrechnungen wird ein Rückgang um 20 % (ca. 1,5 Millionen) erwartet. Diese Entwicklung wird sowohl zeitlich als auch regional unterschiedlich in Erscheinung treten. Als erschwerender Faktor kommt die zunehmende Zersplitterung von Ausbildungsberufen hinzu, die wiederum die Bildung von Fachklassen an den Berufsschulen erschwert.

Die Prognosstudie „Auswirkungen von demographischen Entwicklungen auf die berufliche Ausbildung“ (BMBF, Berlin 2009) geht davon aus, dass durch den Strukturwandel eine starke strukturelle Verschiebung der Beschäftigung zu Gunsten der Dienstleistungsberufe erfolgen wird. Dabei entsteht für die berufliche Bildung eine Veränderung in den Kompetenz- und Tätigkeitsprofilen, die wiederum eine stärkere Leistungsdifferenzierung nach sich zieht.

Im Positionspapier des Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft (KWB) heißt es dazu, dass Berufsgruppen geeignete Strukturkonzepte zur flexiblen, durchlässigen Gestaltung der Ausbildungsberufe seien. Eine verstärkte Bildung von Berufsgruppen stelle aber entsprechende Anforderungen an die Berufsschulen, wofür flexible Organisationsstrukturen für den Fachunterricht an Berufsschulen zu schaffen seien.

Aus diesem Grund wurde mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Schule über bereits vorhandene Berufsgruppenkonzepte diskutiert und Entwicklungen zur Bildung von Berufsgruppen in Deutschland und Österreich erörtert. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Schulversuch „BERG“, der in Sachsen gemeinsam mit Ausbildungsunternehmen, zuständigen Behörden und Verbänden eine Neugestaltung der beruflichen Grundbildung für kaufmännische und verwandte Berufe vornahm, um die Ausbildungsplatzsituation zu verbessern und dem Qualifikationsbedarf und Fachkräftebedarf in Sachsen Rechnung zu tragen.

In vier Workshops und der anschließenden Podiumsdiskussion wurden Impulse gesetzt, Ideen und Lösungsansätze für die Beschulung von Auszubildenden in Berufsgruppen in Bayern und darüber hinaus entworfen und umfassend diskutiert.

Klar wurde, dass die berufliche Bildung, die einen unverzichtbaren Beitrag zur Qualifikation unserer Jugendlichen und jungen Erwachsenen leistet, den Begebenheiten der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und demographischen Entwicklungen angepasst werden muss. Dies kann aber nicht im Alleingang der beteiligten Partner, sondern nur gemeinsam mit allen, d.h. der Politik, der Wirtschaft, der Wissenschaft, den Schulen und den Verbänden und Kammern als gleichberechtigte Partner erfolgen. Dabei muss es unter anderem um ein flexibleres Berufsbildungssystem mit deutlich kleineren Jahrgangsstärken, um ein Angebot für alle, auch leistungsschwächere Jugendliche und junge Erwachsene und um ein attraktives Berufsbildungssystem, das in Konkurrenz zu den Hochschulen bestehen kann, gehen.

Die Vorträge und Ergebnisse der Arbeitstagung werden in der Reihe Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung veröffentlicht.